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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-04-28 · Heft 18 (28.4.1868) · p. Seite 349

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 18 (28.4.1868)
Date
1868-04-28
Page
Seite 349 (sequence 6)
Language
German
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fahler Teint, der oft einen Stich in's Gelbe zrigt, lebhaftes Auge, großer Kopf, hohe Stirne, dunkles Haar.*) Die Bewegungen geschehen hastig, mit einer gewissen Energie. Die Haut fühlt sich in vielen Fällen nicht angenehm warm, sondern mehr prickelnd und heiß an, während das Individuum bei geringen Störungen des Befindens an Kälte der Extremitäten zu leiden Pflegt. Nervöse Menschen sind in der Regel wenig muskelkräftig, häufigeren Störungen der Verdauung unterworfen und leiden besonders oft an Verstopfungen; das venöse System ist meist überfüllt und kongestive Zustände nach inneren Gebilden und deren Folgen gehören bei solchen Menschen nicht zu den Seltenheiten. Die Gehirnthätigkeiten sind bei nervösen Individuen in höherem Grade entwickelt; mit dieser höheren Entwickelung geht verhältnißmäßig häufig eine erhöhte Reizbarkeit im Genital-Systeme Hand in Hand. Der Umstand, daß nach angestellten genauen Messungen der Israelit bei gleich langem Rumpfe kürzere Extremitäten hat, als andere Volksstämme, deutet auf ein Vorherrschen der in der Wirbelsäule gelegenen Nerven- Centren **) In dem Ueberwiegen des Nerveulebens liegt wohl einerseits der vorzügliche Grund jener höheren Begabung, die man bei einer verhältnißmäßig größeren Zahl von Juden antrifft, sowie andererseits die relativ größere Häufigkeit von Geistesstörungen. (Schluß folgt.) Rumänien III. Bucharest, 15. April. Die Regierung stellt nochmals gegenüber den Consuln jede moldauische Judenverfolgung in Abrede. Dem dieserhalb heute Audienz habenden österreichischen General-Consul versicherte Fürst Carl, daß nirgends Judenverfolgungen Statt gefunden und daß die Israeliten volles Vertrauen in seinen Schutz und sein Wort haben können. Morgen reist der Fürst nach der Moldau zur *) Es frägt sich, ob diese physiognomischen Zeichen, namentlich der große Kopf und die hohe Stirn sich bei den jüdischen Volksmassen wirklich vorfinden. Redact. **) Wir möchten wohl wissen, von welchen Autoritäten diese Angaben herrühren? Redact. persönlichen Ermittlung des Sachverhaltes im Bacauer Districte.' — So lautet ein Telegramm. Daß Fürst Carl selbst dahin reist, zeugt von seinem bestimmten Willen, dergleichen Handlungen nicht mehr zu dulden, doch aber auch von den Zweifeln, die er in die ableuguenden Berichte seiner Beamten setzt. Möge er deßhalb nicht blos auf die amtlichen Organe hören, sondern* auch auf die Kläger, Die Juden selbst. Hoffen wir, daß durch dergleichen Kundgebungen endlich die ganze bisherige Verfahrungsweise gegen die Juden aufhöre. Unsere Glaubensgenossen in Rumänien sind bereits soweit gekommen, daß sie auf Gleichberechtigung die Ansprüche aufgegeben, und nichts weiter wünschen, als Sicherheit und Frieden, und die Freiheit, ihr Gewerbe in redlicher Weise zu treiben. Dieß ist doch wahrlich ein Maß, welches man unter allen Umständen von einem selbst nur halb civilisirten Staate fordern muß! Die obige Voraussetzung wird durch die Auslassungen des Echo Danubicn vom 10. April bestätigt, welches zwar zugiebt, daß eine Erneute nicht stattgefunden, aberaufrecht erhält, daß rnehrere hundert jüdische Familien im Bakauer Distrikt durch die Ortsbebörden aus ihren Wohnsitzen vertrieben worden sind. Als Beweis führt es u. A. den Befehl eines Bürgermeisters an, der also lautet: Der Bürgermeister der Commune Moirlenj, Nr. 105. An die hier befindlichen Herren Juden. Kraft der Weisungen Nr. 1659, 1783 und 2! 92 vom Jahre 1867 des Herrn Unter-Präfecten, welchen höhere (ministerielle) Anordnungen zu Grunde liegen und welche auf der mir unter Nr. 505 im laufenden Jahre ertheilten Ordre beruhen, werden Sie hiemit eingeladen, diese Gemeinde binnen 24 Stunden zu verlassen, da ihr anderen Juden kein Recht habt, euch in Landgemeinden zu etabliren. N. G h e o r g h i e, Bürgermeister. Als Complice der Alles in Abrede stellenden rumänischen Negierung erscheint der österreichische Generalconsul von Eder, der sich diesen Verleumdungen so lange anschließt, wie er vermag. Statt, wie es seine Pflicht war, zum Schutze der österreichischen Unterthanen sich an Ort und Stelle zu begeben, gab er dem Consularagenten in Jassy Auftrag, durch die Starosten Erkundigungen einzuziehen. Dennoch konnte er nicht verhindern, daß selbst diese Starosten die Klagen von 71 vertriebenen Juden an ihn brachten. Nun that er Schritte, wie auch die Vertreter Frankreichs, Englands und Preußens, die aber bis jetzt nichts weiter zur Folge hatten, 18*

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