Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 17 (21.4.1868)
- Date
- 1868-04-21
- Page
- Seite 341 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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einnehmen, für weniger frei als unsere Väter in Aegypten sich dachten, da jenen wenigstens die Sorge um Brot, wenn auch armseliges, erlassen war. Eine schwere Versündigung wäre es daher, wenn der fernere Nus dieses Hilft - Comito's leer verhalten und edle Seelen ihre helfende Hand ihm entziehen sollten; noch eine größere Versündigung aber, wenn, wie wir hören, die für dasselbe bereits gesammelten Spenden von den Sammlern zurückgehalten werden, um dieselben nicht an das Schippenbeiler Comite, sondern nach Polen zu senden und so gegen das Gesetz zu verstoßen. ■jmsin n^“i72* maiöb -noa . Neidenburg, Ostpr., 9. April 1868. Der Synagogen-Vorstand. Nachtrag. Soeben nach Abgang unseres Inserates lesen wir ein Schreiben vom General-Hilfscomite zu Königsberg, in welchem es heißt, daß es von ferneren Unterstützungen der israelitischen Gemeinden Ostpreußens Abstand nehmen muß, nachdem sich in Schippenbeil und Berlin israelitische Hilfsvereine gebildet. Umsomehr ist es Psticht, diese Vereine nach Kräften zu unterstützen, und mit Spenden für unsere Glaubensbrüder fortzufahren. Neidenburg, 9. April 1868. Der Vorstand der Synagogen-Gemeinde. Meinel, 18. März 1868“~ Ferner find zur Linderung des Nothstandes der Israeliten an der benachbarten russischen Grenze bei uns folgende Gaben eingegangen: Süskinv Hirsch, Halberstadt 100 Thlr.; N. I. Kohn, Religionslehrer, Dargun 9 Thlr.; I)r. M. S. Zuckermandel, Rabb., Gnesen 1 Thlr.; durch denselben von M. Schanz 15 Sg.; derselbe gesammelt bei einem ck. q? 4 Thlr. 19 Sgr. ♦i Pf.; N. N., Memel 5 Thlr.; L. S. Weinberg, Halbern lSammlung) 2 Thlr. 5 Sgr.; Ungenannt aus Nassau 10 Thlr.; zwei moderne Esau's, Dürkheim 2 Thlr.; L. Epstein, Cantor, Falkenburg lSammlung) 6 Thlr. 15 Sgr.; L. Heß, Bingen 19 Thlr.; Nathan, Berlin 5 Thlr.; M. B. Cohn, Kopenhagen H) Thlr.; Ungenannt, Lüben 2 Thlr.; Rabb.I.Löwenstein und Vorst. A. Schloß, Tauber-Bischofsheim lSammlung) 25 Thlr. 11 Sgr. 1 Pf.; Dr. Z. Frankel, Breslau 5 Thlr.; C. Simon, Beilsheim lSammlung) 2 Thlr. 11 Sgr.; israel. Gemeinde zu Braunschweig 20 Thlr.; I. Frenkel 8en., Leipzig lSammlung) 19 Thlr. 5 Sgr.; N. N., Memel 1 Thlr. 15 Sgr.; A. Ackermann, Thalfang lSammlung) 8 Thlr. 3 Sgr. 6 Pf.; Bruder- Verein, Stettin 10 Thlr. 8 Sgr. 3 Pf.; Noa Wolf, Neheim lSammlung) 6 Thlr. 20 Sgr. 3 Pf.; David Meyer, Schwelm lSammlung) 11 Thlr. 5 Sgr.; israel. Gemeinde Würzburg, Sammlung durch Rabb. Bamberger, E. Oppenheimer und S. Bing 300 Thlr.: Casino»Gesellschaft, Würzburg 68 Thlr.; A. Fcinberg, Berlin 25 Rubel; M. S. Magnus/Königsberg i. P. 10 Thlr. Dienstag, 24. März 1868: A. Feinberg, Berlin 23 Thlr. 14 Sgr. 2 Pf.; M. Michelly, Königsberg 10 Thlr.; S. Bensemann, Königsberg 5 Thlr.; israei. Gem., Halberstadt 40 Thlr.; Synagogen-Gem. Aachen vorläufig 25 Thlr.; israel. Gem., Danzig durch Marcus Goldstein 12 Thlr.; israel. Gem. zu Frankershausen durch Lehrer Müller 4 Thlr.; Rabb. Dr Wolf, Kopenhagen (Sammlung) 402 Thlr. 10 Sgr. 6 Pf.; Comite zur Unterstützung der Israeliten Ostpreußens, Rußlands und Polens, Worms SO Thlr.; Dr. L. Sternheim, Hannover 7 Thlr.; Comite zur Unterstützung nothleid. Israeliten in Westrußland, Berlin durch A. H. Heymann, 200 Thlr. Wir bitten um fernere reichliche Gaben. Brüder, bedenkt, wir haben die Nothleid enden einer 50000 bis 60000 Seelen zählenden, an sich schon armen israel. Bevölkerung, die unmittelbar in unserer Nähe wohnen, zu unterstützen. Dr Rüls, Schriftführer. Rössel, im April. Als in Ostpreußen der Nothstand bei unfern Glaubensbrüdern merkbar geworden, und das Erliegen der Handwerker, wie vieler verschämter Familienväter sichtlich hervortrat, haben es sich frommgesinnte Männer wie Herr Meyer Levy und Brünn in Schippenbeil. Herr S. Rosen bäum in Rössel und Herr Jacobi in Rastenburg angelegen sein lassen, genaue Erkundigungen ins Geheime von den in Ostpreußen in Noth verfallenen jüdischen Familien einzuziehen. Die an die Herren gelangten Iammertöne des Elends und der Noth haben sie ermuthigt ein Unterstützungs-Comite zu bilden, und allen bemittelten Glaubensbrüdern der Welt es wissen zu lassen, denen die Vorsehung ihren reichen Segen nicht entsagt hat. Das so groß ins Leben getretene Provinzial-Unterstützungs-Comite ist von alten Confesflonen — reichlich bedacht worden und hat so Vieler Noth gelindert, aber unsere Brüder Ostpreußens können sich dessen sehr wenig rühmen bedacht worden zu sein; was möglich der alte Ruhm Israels lln w:un», "-2, das Judenthum sich ihrer armen Brüder immer erbarmt. Von den überall errichteten Suppenanstalten konnten Juden keinen Gebrauch machen — und dadurch keine Unterstützung an Naturalien oder Geld ihnen zukommen konnte. Das Sch. Comite hat in ganz Ostpreußen einen großen Ü'LN un-pp hervorgerufen. Wittwen und Waisen, Arme und verschämte Arme, die rhre Noth in Folge des Ehrgefühls nicht erkennen zu lassen int Stande sind, die lieber dem Hungertode verfallen wären, als den schweren Druck merken zu lassen, Handwerker, die dem Bettelstäbe bald verfallen wären, wegen Mangel an Maft ial und der gänzlichen Geschäftslosigkeit, diesen Allen ist nach Kräften vom Sch. Comite Linderung zu Theil geworden. Statt dem Comite Anerkennung zu zollen, wagen es wohlgesinnte Referenten in No. 13. des „Israelit" zu erklären: daß die Juden in Ostpreußen nicht in solch' große Noth verfallen sind und noch mehr daß ohne Unterschied des Glaubens gleichmäßige Hülfe zu Theil wird — und solche Männer wie die, die das Sch. Comite vertreten, die weit und breit der Welt bekannt und als Ehrenmänner Achtung verdienen, für ihre brüderliche Erbarmüng, öffentlich der willkührlichen Handlung anzuklagen und dem Comlte gänzliche Niederlage zu bewerkstelligen. Kann solche Anfeindung vor Gott und der Welt sich rechtfertigen? Männer des Sch. Comite's, öffentlich rufe ich Euch im Namen des Herrn ermutigend zu, laßt Euch nicht entmuthigen für des Herrn heiligen Willen weiter zu kämpfen, den Hungrigen zu laben, den Nackten zu kleiden, den Gebeugten aufzurichten. Euer Ruf war es b*0*n TP"' ■p231 bn — Ihr habt es möglich gemacht b3 nös'i W tap‘"iän Ihr habt Allen, die sich zu Euch gewendet haben, es erleichtert, das Peßachfest gleich allen Israeliten feiern zu können. — Euer Lohn wie der Lohn der guten Geber wird groß sein. — ba-rtiP mn?2 Verzeichnis) derber uns bisher für die nothleidenden Glaubensgenossen in Rußland und Polen eiugegangenen Spenden. Durch S. A. Goßer u. Comp, in Redwitz: 1. vom Frauen-Verein 3 Thlr., 2. - Manner-Verein 3 Thlr. 13 Sgr. Thlr. Sgr. Pf. 3. von einigen ungenannten Wohlthätern 5 Thlr. 11. 13. — durch I. Jonas Plaue b. Arnstadt Thüringen: 4. von Abraham Mendel 4 Thlr. 5. - Gebrüder Jonas 3 Thlr. 6. - Moses Därnberg 1 Thlr. — . . . . 8. —. — 7. vom Vorstand der Synagogengemeinde Aachen . 50. —. — 8. von T. P. in Landsberg a. d. W.5. —. — 9. - Simon Fürst in Schmiegel.5. —. — durch Kaufmann Aron Baer in Neckarbischoftheim: 10. von ihm selbst 3 fl. 30 kr. 11. - Baruch Oppenheimer 1 fl. 45 kr. 12. - Sophie u. Rieckchen Siegel 1 fl. 45 kr. — 4. —. — 13. vom Geh. Commerzienräth MoÄtz Simon in Königsberg ....... 50. —