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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-04-21 · Heft 17 (21.4.1868) · p. Seite 331

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 17 (21.4.1868)
Date
1868-04-21
Page
Seite 331 (sequence 9)
Language
German
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831 52,397 Katholiken, 11,590 Juden, also in Proc. zur Gesammtbevölkerung von 155,547 Einwohnern, ausschließlich der Dissidenten 58,9 pCt. Evangelische, 33,7 pCt. Katholiken, 7,4 pCt. Juden. Rechnet man die Zahlen der einheimischen Gymnasiasten (bereits oben angegeben) hinzu, so überschreiten die Evangelischen ihren Procentsatz zur Gesammtbevölkerung um 0,3 pCt., die Juden um 15,5 pCt., dagegen bleiben die Katholiken mit 15,8 pCt. zurück. Die beiden hiesigen Realschulen werden von 804 einheimischen Schülern besucht, darunter 72,0 pCt. evangelische, 14,1 pCt. katholische und 13,9 pCt. jüdische, so daß nach der Zählung von 1864 die Evangelischen Hierselbst den Realschulen über ihren Procentsatz zur Gesammtbevölkerung 13,1 pCt. liefern, die Katholiken um über 19 pCt. Zurückbleiben und die Inden ihren Procentsatz um 6,5 pCt. überschreiten. Aus diesen Zahlen ergiebt sich aber noch, daß die Gymnasien viel mehr besucht werden als die Realschulen. Wenn daher in dem Artikel gesagt wird, daß dieser zahlreichere Besuch der höheren Lehranstalten seitens der Juden einen Beweis des größeren Wohlstandes derselben gäbe, so bedünkt uns, daß durch den angeführten Umstand vielmehr bewiesen werde, daß bei den Juden ein größerer Drang nach einer wissenschaftlichen Bildung vorhanden sei. Eisenach, im April. lPrivatmitth.) Bekanntlich hat vor fünfzig Jahren in Eisenach kein Jude übernachten dürfen. Auch hier ist es jetzt anders geworden; eine jüdische Gemeinde hat sich constituirt und von der Stadt einen Theil des neuen Friedhofs, der in der Anlegung begriffen, zu einem gesonderten jüdischen Friedhofe für den betreffenden Kostenantheil abgelassen erhalten. In diesen Tagen wurde der jüdische Friedhof in feierlich einfacher Weise vom Rabbiner vr. Heß unter großer Betheiligung der Bevölkerung eingeweiht. Aus der Prov. Posen, im April. (Privatmitth.) Aus Königsberg in Pr. wird geschrieben: Eine merkwürdige Nachricht geht der „K. H. Z." aus dem benachbarten russischen Grenzstädtchen Wirballen zu, welche für das diesseitige Speditionsgeschäft von großer Bedeutung ist. Der dortige Zolldirector nämlich, welcher dem in seiner Nähe um sich greifenden Schmuggelwesen nicht mehr gewachsen zu sein scheint, ist auf den unglücklichen Gedanken gekommen und soll zur Realisirung desselben sogar schon nach Petersburg, um dort vorstellig zu werden, mit der wunderlichen Intention abgereist sein: das vorhandene Uebel vom — konfessionellen Standpunkte aus kuriren zu lassen. Mit einem Worte: er will die längst beseitigte Idee des Kaisers Nikolaus, die Hebräer von der Grenze zu vertreiben, wieder zur Ausführung gebracht sehen; als ob es niemals christliche, muhammedanische und heidnische Schmuggler gegeben hätte, als ob überhaupt der Schmuggelhandel jemals da, wo ein krasses Prohibitivsystem und ein hoher Schutzzoll herrsche, aus der Welt zu schaffen wäre. Hoffentlich wird der erwähnte Beamte bei der gegenwärtigen aufgeklärten russischen Regierung mit seinem mittelalterlichen Vorschläge nicht reussiren. Der Rabbinatsverweser über die jüdische Gesammtgemeinde in Posen, Herr Löwenstamm, der an bvTif; naus in der Synagoge über die Bedeutung des Pessach - Festes sprach, bekam am Schlüsse der Rede einen Schlaganfall und wurde todt von der Kanzel getragen. Herr Löwenstamm hatte viele Jahre hindurch ein Herzleiden gehabt, dem man den plötzlichen Tod zuschreibt. Dem Leichenbegängniß am 5. schlossen sich mehrere Tausend Menschen aller Confessionen an, ein Beweis, welche allgemeine Hochachtung der Verstorbene genossen hat. Ein Tetzel-Metier. In der „P. Z." findet sich folgende Anonce aus Posen: ■v,"c noo Zum dtö am Montag den 6. April Morgens von 5 bis 7 Uhr im Gesellschaftssaal, Wronkerstraße 4. ladet ergebenst ein. Billets ä 5 Ngr. bei Herrn E. Rosenthal, Wronkerstraße 4., zu haben. Cassel. Ihr Berichterstattter aus Berlin wundert sich über die Entscheidung des Unterrichtsministers, daß die Entschädigung an den jüdischen Religionslehrer für Ertheilung des jüdischen Religionsunterrichtes an jüdische Schüler des städtischen Gymnasiums zu Liegnitz nicht auf den Gymnasial-Etat übernommen werden dürfe, obgleich das Gymnasium ganz und gar aus städtischen Mitteln, also ohne jeden Zuschuß aus Staatsmitteln erhalten werde, dagegen aus der Stadtkasse gezahlt werden könne. Der Grund davon ist wohl der, weil das Gymnasium doch einmal Staatsanstalt werden kann, wie es in Gnescn der Fall ist, wo man dem jüdischen Religionslehrer auch gleich nach- 17

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