Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-04-21 · Heft 17 (21.4.1868) · p. Seite 330

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 17 (21.4.1868)
Date
1868-04-21
Page
Seite 330 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226635-3226653--25996-3261517
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Literarischer Wochenbericht. Lengnau (Aargate, den 17. März. Das Streben unserer Zeit, vergilbte Manuscripte aus dem Staube der Bibliotheken hervorzuholen und der Gegenwart zugänglich zu machen, kommt in erfreulicher Weise nun auch der bis jetzt ziemlich stiefmütterlich behandelten spanisch-jüdischen Literatur zu gute. So hat Herr M. Caplan, welcher während seines mehrjährigen Aufenthaltes in Süd-Amerika und Spanien Gelegenheit fand, sich mit der spanischen Sprache vertraut zu machen und gegenwärtig in Brüssel lebt, ein Schriftchen: Danielillo <5 Respuestas L los Cristianos, escrito en Amsterdam per Isaac Mendes, arreglado y publicado por ..., (Bruselas, van Gelder) aus einer in der K. Bibliothek zu Brüssel aufgefundenen Handschrift herausgegeben. Das Schriftchen enthält außer einer Controverse, welche zwischen Danielillo, einem fünfzehnjährigen Judenknaben, und Antonio, eilten spanischen Mönche in Livorno geführt wurde, eine sehr schätzbare zum ersten Male gedruckte Apologie des berühmten Leibarztes Montalto. Ohne auf den muthmaßlichen Verfasier — der auf dem Titelblatte genannte Isaak Mendes ist nur der Schreiber des edirten Mscr. — und den Inhalt dieses gut ausgestatteten Schriftchens, das noch heute gelesen zu werden verdient, näher einzugehen, hegen wir den Wunsch, daß dasselbe eine weite Verbreitung finden möge, damit Herr Caplan in den Stand gesetzt werde, noch andere spanisch-jüdische Mscr. zu veröffentlichen. Wann werden die Nachkommen der alten „Sephardim" in Holland, England, Frankreich und in Amerika sich endlich einmal entschließen für die Wiederbelebung ihrer immerhin reichen Literatur auch nur geringe Opfer zu bringen? Von Herrn Professor Wattenbach erschien jüngst „Niniveh und Babylon" (Heidelberg, Bassermann), eine sehr lesenswerthe Schrift, entstanden aus Vorträgen, welche der bekannte Historiker diesen Winter in Mannheim gehalten und in der über ein Bruchstück alter, mit den letzten Schicksalen des Reiches Juda und Israel in so enger Verbindung stehender Geschichte, sowie über die neuesten Ausgrabungen im Gebiete jener Riesenstädte, eine klare und anschauliche Darstellung gegeben wird. l)r. Kayserling. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Mannheim, den 20. März. (Privatmitth.) Der am 9. December v. I., dem 70. Geburtstage des Herrn Ladenburg hier, von letzterem gemachten Stiftung von 30000 fl., welche zum Mitandenken an dessen verstorbene Gattin Julie und dessen gleichfalls verstorbenen Sohn Leopold, den Namen „Seligmann, Julie und Leopold Ladenburg'sche Stiftun g" führen wird, ist die Staatsgenehmigung ertheilt und tritt dieselbe demnächst in die Ausführung ihrer Stiftungsrechte. Die Zinsen des Capitals sollen nach Mittheilungen aus dem Stiftungsbriefe im „M. I". alljährlich in drei gleichen Theilen an arme unbescholtene Familien oder ledige männliche oder weibliche Personen, und zwar ohne Unterschied des Standes und der Religion, namentlich an solche, welche durch unverschuldetes Unglück ins Elend geriethen, vertheilt werden. Je in 4 Jahren wird das Zinsenerträgnis an bedürftige arme Verwandte des Stifters oder seiner verstorbenen Gattin, gleichfalls ohne Unterschied des Standes und der Religion (übertriebene Toleranz!', vertheilt. Breslau, im April. Ihre wiederholt gemachte und nachgewiesene Bemerkung, daß die höheren Schnlanstalten von ungleich mehr jüdischen Schülern als christlichen nach dem numerischen Verhältniß der Bevölkerung besucht werden, und daß dies jedenfalls eine bedeutende Einwirkung auf den Bildungsstand haben muß, hat sich auch hier seit lange bewährt. Die „Breslauer Zeitung" bringt einen längeren Aufsatz über die hiesigen höheren Lehranstalten, und ich hebe aus ihr die hierher gehörigen Notizen heraus. Es besuchten im Jahre 1867 unsere höheren Lehranstalten 1879 evangelische, 827 kathol., 741 jüdische Schüler, und 4 Dissidenten. Unsere 4 Gymnasien besuchten 1505 einheimische Schüler, darunter 52,4 pCt. evangelische, 20 " pCt. katholische und 27 pCt. jüdische. Vergleicht man die Procentsätze der Gesammt-Bevölkerung nach ihrer Confession und nach der Zählung von 1864, so bleiben zurück die Evangelischen um 6,4 pCt. die Katholischen um 13,7 pCt. und die Juden übersteigen ihren Procentsatz trat etwa 20, 2 pCt. Nach der Zählung von 1864 waren in Breslau 91,560 Evangelische, 52,397 K Gesammtl schließlich 133,7 PCt. Rechn nasiasten die Evan völkerung gegen ble Die einheimisi evangelisc dische, so gelischen centsatz; die Kath> Juden il Aus Gymnasü Wenn d zahlreich der Judl derselben führten l Juden ei Bildung Eise hat vor nachten den; eü von der in der 2 scheu Fr gelassen Friedho vr.He eingewei Aus Aus K merkwür benachbo zu, wel großer sich, w Schmug

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.