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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-04-14 · Heft 16 (14.4.1868) · p. Seite 318

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 16 (14.4.1868)
Date
1868-04-14
Page
Seite 318 (sequence 16)
Language
German
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Die Begründung eines jüdischen Central-Unterstützungs- Comites für Ostpreußen, welches bereits eine segensreiche Thätigkeit entfaltet hat und die besten Aussichten für die Zukunft gewährte, hat in Kundgebungen aus unserer Provinz einen uns ebenjo unerwarteten als ungerechtfertigten Widerstand gefunden, den wir im Jnterresse unserer darbenden ostpreußischen Brüder zu bekämpfen uns verpflichtet fühlen. Wenn ein Eorrespondent des Mainzer Israelit in Nr. 13 auf das Elend der Israeliten Polens hinweist, dre weit dringender der Unterstützung bedürfen, so sind wir weit entfernt, den dortigen Notbftand zu verkleinern, oder unfern Glaubensgenossen jenseits der Grenze die Unterstützungen mildthätiger Herzen entziehen zu wollen, wenn aber derselbe Eorrespondent einen Nothftand unter der jüdischen Bevölkerung unserer Provinz in Abrede stellt, so müssen wir, da eine absichtliche Entstellung thatsächlicher Verhältnisse doch unmöglich vorausgesetzt werden kann, ihn mindestens der Unbekanntschast mit der wirklichen Sachlage zeihen. Die zahlreichen Correspondenzen, die unser Verein in der kurzen Zeit seines Bestehens gepflogen hat, geben den unwiderleglichften Beweis, daß einer großen Zahl israelitischer Gemeinden Ostpreußens Unterstützung von Außen her auf das Dringendste Noth thut, weil die wenigen Wohlhabenden innerhalb derselben nicht im Stande sind, dem Elend ihrer völlig mittellosen Brüder zu steuern. Wir führen namentlich die Gemeinden Heilsberg, Guttstadt, Wormditt, Liebstadt, Mohrungen, Mehlsack, Iohannisburg, Bialla, Mehlauken, Nicolaiken rc. an, Hte sich unter Darlegung ihrer Verhältnisse an uns mit Unterstützungsgejuchen gewandt, und deren^hilfsbedürftigkeit nicht allein von den Synagvgenvorständen, sondern von den resp. Magistraten amtlich bescheinigt ist. Z'npu TP3K bin*' Nb *0 Wenn unter diesen Gemeinden mehrere sind, von denen der Eorrespondent des Israelit rühmt, daß sie ihre Armen jederzeit ohne Schwierigkeit, ohne fremde Hülfe unterstützt haben, so kann das für die Vergangenheit wohl zugegeben werden. Die gegenwärtige Zeit aber, in der Handel und Gewerbe stocken, Krankheit aber und Theuerung in allen Kreisen die größten Opfer verlangen, will mit anderem Maße gemessen werden, und diese Zeit hat unser Unternehmen in's Leben gerufen, von dem wir hoffen, daß es bei allen unseren Glaubensgenossen Anerkennung, nicht aber von kleinlichem Parteigeist eingegebenen Widerstand finden würde. Denn kleinlich müssen wir, um keinen härteren Ausdruck zu gebrauchen, es nennen, wenn man es der „Duodezgemeinde" vorwirst,, daß sie den Verein begründet, und nicht gewartet hat, bis vielleicht von anderswoher, etwa von Gumbinnen oder Königsberg, der Anstoß dazu gegeben wurde. Wir hegen die feste Ueberzeugung, daß unsere Glaubensgenossen nah und fern, unbeirrt durch gänzlich unmotivirte Bemänglungen unseres Unternehmens, fortfahren werden, demselben ihre Theilnahme und Unterstützung zu schenken rr*o:D bo B'pnfiV ttBiD Dia« D«b Nin« und bitten wir um fernere milde Spenden, über deren Verwendung wir den detaillirtesten Rechenschaftsbericht seiner Zeit veröffentlichen werden, "»3n*T ♦nDnb ssb -nitp np*i£b asb „Säet Euch Wohlthätigkeit aus, so werdet Ihr ernten nach dem Maße Eurer Liebe." Schippenbeil, im April 1868. Das jüdische Ccntral-Untcrstnhungs.Comite in Ostpreußen. K. Brinn, Vorsitzender. Meyer Levy, Schatzmeister. Bemerkung. Herr Joseph Deutsch in S. A. Ujhely wird aufgefordert, die für ihn ausgelegte Summe von 1 Thlr. 3 Ngr. franco einzusenden. Redaktion. Danksagung. Nächst Gott verdanken wir es der Anregung und Fürsorge des jüdischen Central -Unterstützungs- Comitv für Ostpreußen zu Schippenbeil, daß'es uns möglich geworden, unsere darbenden und in tiefste Noch gesunkenen Glaubensgenoffen am Leben zu erhalten und die Kranken zu stärken und zu kräftigen. Wir können den Artikel im „Israelit" von Gumbinnen nur als eine Verläuindung betrachten, indem der Einsender jenes Artikels mit unfern leider sehr traurigen ^Verhältnissen nicht bekannt zu sein scheint. Es wäre jedenfalls besser gewesen, wenn der geehrte Correspondent eine Rundreise durch die Provinz gemacht und namentlich das Comitö besuchte, um sich die wahre aufrichtige Einsicht zu verschaffen, dann würde er die Wahrheit nicht entstellt, wenn derselbe behauptet, daß in dem Regierungsbezirk Gumbinnen keine Unterstützung vom Cvmitö verabfolgt sei. Der Borstand der Synag.-Gem. zu Landsberg i/Pr. B. Bönheim. S. Frank. M. Rudert. NB. In unserer kleinen Gemeinde sind allein 24 Köpfe seit etwa 3 Monaten vom obigen ComitS mit Lebensmitteln unterhalten worden. Fräulein Regina Hirsch, früher in Berlin, Elisabethufer Nr. 25 wohnhaft, wird hiermit aufgefordert, unö ihren gegenwärtigen Aufenthaltsort anzuzeigen. Baumgärtner'ö Buchhandlung in Leipzig. Zue Beachtung! Anzeigen, die wir bis Freitag Mittag erhalten, können in der nächsterscheinenden Nummer Aufnahme st'nden, wenn der Jnseratentheil nicht bereits gefüllt ist. Zugleich bitten wir, um Jrrthü mer zu vermeiden, itm deutliche Handschrift, namentlich der Un terfchriften. Die anf Inserat-Chiffre eingehen denBriefe nehmen wir nur frankirt an; die Weiterbeförderung unserer feits kann nur unfrankirt geschehe«. Baumgartners Buchhandlung in Leipzig. Verlag von Baumgärtner's Buchhandlung in Leipzig. — Druck von Z. B. Hirschfeld. Verantwortlicher Redakteur Or. H. Lotze. Hierzu Feuilleton-Beilage Nr. 16.

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