Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 16 (14.4.1868)
- Date
- 1868-04-14
- Page
- Seite 306 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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„Dort, wo die Nacht so plötzlich dem Tage die Herrschaft überläßt, daß keine Dämmerung ihr trügeri sch es Licht über die aus dem Schlummer erwachende Erde verbreitet, dort wo die Gazelle vom Bergrücken herabstreift, am silberwelligenBache den durstigen Gaumen zu letzen, und im Gestrüpp, dem die Sykomore zu Füßen sich schmiegt, der Thiere KL nig zum Sprunge auf die leckere Beute sich niederkauert, das dunkelglühende Auge starr auf die Flüchtige gerichtet, die markigen Läufe weit vorgestreckt mit ihren vernichtenden Pranken, die ehernen Rippen mit dem schm etterden Schlage des Schweifes berührend — dort, wo auf dem „Schiff der Wüste" einst vom Libanon her ein kunstsinniger König der Juden die herrlichen Cedern zum Bau des herrlichsten Gotteshauses nach Zion führte, wo die Rebe glühete, die Brüste der nährenden Muttererde von Milch und Honig strotzten." Die Worte, die überflüssigen Schwulst, und diejenigen, welche Unsinn enthalten, haben wir gesperrt drucken lassen. Nach dieser Probe erlassen wohl die Leser d. Bl. dem Berichterstatter die weitere Lektüre des Buches. B. A. Bonn, I I. März. Unsere Broschüre: „Haben wirklich die Juden Jesum gekreuzigt?" erscheint, wie man uns meldet, auch in rumänischer Sprache in Bukarest. Sie ist dann zweimal in deutscher, dreimal in englischer, einmal in holländischer, dänischer, ungarischer, polnischer und rumänischer Sprache gedruckt worden. Wir bemerken ausdrücklich, daß wir zu keiner dieser Uebersetzungen Veranlassung gegeben, ja daß einige, ohne daß wir um Erlaubniß ersucht wurden, erschienen. — In Druck und Verlag von I. Lehrberger und Co. in Rödelheim ist unter dem Titel: brr'rw'' nvns 'o eine große hebräische Thephilla in vorzüglicher Ausstattung und mit großer Reichlichkeit erschienen sgr. Lex.-Format). Was nur für Anforderungen an ein solches Werk inhaltlich gestellt wird, ist hier befriedigt, und dazu große Typen, spatiöser Druck und sehr correkt. — Die Grabreden, welche im vorigen Jahre bei der Beerdigung des sel. Jacob Löbel in Bukarest gehalten wurden, sind jetzt in rumänischer, französischer und deutscher Sprache erschienen, ein ehrendes Andenken an einen Mann, der sich durch seine Wirksamkeit und seine wohlthätigen Werke auch sonstiges Gedächtniß gestiftet hat. — Confirmant’s Guide to Ihe mosaic religion. By E. Eppstein, minister of the congregation Belh El, Detroit. Detroit, F. A. Schober & Bro. 1868. Der vorliegende Leitfaden für Confirmanden zeichnet sich -durch seine einfache Anordnung, klare Definitionen und gut gewählte Bibelverse aus, sowie er in seinem gedrängten Umfang Alles heran - bringt, was zum Religionsunterrichte unserer Jugend nöthig ist — selbstverständlich dem Lehrer dasweite Feld der Erklärung und Ergänzung überlassend. Dem englisch verfaßten Lehrbuche sind einige deutsche Gebete angehängt, was gewiß dem dortigen Bedürfniß noch entspricht. — Bonn, 12. März. A hislorical and critical commenlary on the old testament, with a new translation by M. M. Kalisch, phil. doc., M. A. Leviticus. Part I. Containing Cliapters I to X, wilh trealises on sacrifices and the Hebrew priesthood. London, Longmans, Greens, Reader and Dyer, 1867. Der Verfasser setzt seine gelehrte und umfassende exegetische Arbeit über den Pentateuch mit größter Ausdauer fort. Früher erschienen schon zuerst Exodus, dann Genesis, und erwarben sich, insbesondere in England, verdiente Anerkennung. Der vorliegende Band, 708 S., erstreckt sich über die ersten 10 Kap. des 3. Buches Mos., und erkennt man schon hieraus, wie gewissenhaft und reichhaltig der Verf. seine Arbeit durchführt. Der größere Theil des Werkes ist einer ausführlichen Arbeit über die Opfer nach ihrer Geschichte, ihren Formen und Bedeutungen gewidmet, auf welche die Uebersetzung und der Commentar von Kap. I—7 folgt. Hierauf folgt eine Abhandlung über die mosaische Priesterschaft, und die Uebersetzung und Commentar von Kap. 8—10. Dem Verf. steht hierbei der ganze Umfang der exegetischen Forschung und ihrer vielfachen Hülfsmittel von deren Beginn bis jetzt zu Gebote, und er benutzt sie in reichem Maße. Er sammelt Notizen aus den entferntesten Gebieten der Gelehrsamkeit und ordnet sie. Allerdings berücksichtigt er hierbei die Arbeiten der neueren Zeit mehr als die des jüdischen Alterthums. Das Werk des Verf. ist gewiß auf exegetischem Felde von großer Bedeutung, und dem Verf. von Herzen zu wünschen, daß er das Ziel seines mühseligen Weges glücklich erreiche. Daß er bei den oberwähnten Gegenständen des vorliegenden Bandes auf viele Punkte der Controverse trifft, versteht sich von selbst; wir erkennen sein redliches Streben, sowie seine Umsicht gern an, wenn wir auch mit seinen Schlüffen und Folgerungen oft nicht übereinstimmen, nnd nicht alle seine Resultate unterschreiben möchten. — Bon demselben Verf. ist vor Kurzem eine