Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 15 (7.4.1868)
- Date
- 1868-04-07
- Page
- Seite 289 (sequence 7)
- Language
- German
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dische Literatur giebt, und warum wiffen Sie es nicht? Weil es die NÄbinen nicht von der Kanzel herab predigen. Es ist wahrlich rühmlich, Spitäler, Waisenhäuser und andere wohlthätige Anstalten zu gründen, aber wäre es auch nicht an der Zeit, daß große Gemeinden sich auch umsähen, wie es mit den Gelehrten aussieht; ist der nicht krank, der hungert, und verdient er keine Zufluchtsstätte, weil er sich mit Handschriftenstaub sättigt? Ist das Werk eines Gelehrten, wenn es nicht erscheinen kann, nicht auch eine Waise, und verdient es nicht gefördert zu werden? Ja die alten Zeiten sind einmal nicht mehr. Ehemals gab es überall ombua m®» vbzwar man deren nicht bedurfte, denn alle Welt beschäftigte sich mit der jüdischen Literatur, jeder nach seinen Ansichten und Kräften; heute glaubt eine Gemeinde abgethan zu haben, wenn sie Einen zbws gut besoldet — manche haben deren mehrere, in Oberbatlan und Unterbatlan getheilt. Und doch leider müssen wir sagen, giebt es Gelehrte, die trotz alles Mangels und aller Zurücksetzung, sich ihren Studien hingeben. — Sprechen wir etwas deutlicher. In Paris erscheint seit Jahren ein hebräisches Blatt unter dem Namen yiasb, welches immer ein literarisches Feuilleton hat; fragen Sie, wie viel französische Rabbinen darauf abonnirt sind? Wir wollen uns nicht darüber aussprechen, denn man würde es nicht glauben, wie minime die Zahl ist. Wir sagen hier aus Ueberzeugung, daß, wenn der Großrabbiuer nur wollte, könnte er mit Leichtigkeit eine -omm: man min gründen; die Gemeinde hat einen guten Willen, auch der Rabbiner ist von Gutmüthigkeit beseelt, nun woran fehlt es? an Energie! Wäre eine solche Gesellschaft vorhanden, so würde nicht ein Rodrigues und Consorten als Autoritäten von Christen citirt werden. Es ist eine Schande, daß in einer Stadt, wo mehrere Rabbiner leben, wo ein Derenburg wohnt (ich will von den fremden wie Sachs und anderen nicht sprechen),„wo Albert Cohn seit Jahrzehnten seinen Eifer für das Judenthum an den Tag legt, unwissende Leute als Repräsentanten des Judenthums genannt werden und sich anmaßen eine Synode berufen zu wollen.*) Eine Synode: wozu? Kann Rodrigues nicht eher msna essen, als bis es auf einen Stempelbogen geschrieben ist? Die Beschneidung will « abgeschafst haben; er hat leicht reden, da er nur drei *) Herr Rodrigues hat nämlich soeben eine Broschüre, wie wie hören, über die Synode erscheinen lassen, l’Idde isra6liie. Wir haben sie noch nicht gesehen. l Redaktion. Töchter**) hat! Und das alles geht unter den Augen der Rabbinen vor sqitöitTa-» ns nariv ins yw Genug mit dieser Großrederei. Rodrigues kann mit seinem persönlichen Judenthum machen, was er will, aber wo es sich um Synoden handelt, sagt man dem guten Mann anai *,r-iNn D3> t»bi irnvn ymsn ö» «b. Doch sind wir von unserem Gegenstand abgekommen; wir wollten hier ein interessantes Werk, welches in Paris erschienen, anzeigen. Herr Brill, der Redacteur des Libanon, hat den Commentar des R. Hananel zum Traktat Pesachim herausgegeben; obzwar das Werk ganz halachischer Natur ist, so hat es für die Literatur einen sehr großen Werth, denn es enthält Talmudvarianten, die zu den neuesten Forschungen, welche diese Encyclopädie hervorgerufen, von bedeutendem Nutzen sind. Die Copie wie auch einen gemäßigten Commentar hat Herr Hern, ein reicher Mann benign nnn:D iarrn zm ma angefertigt; dieses Werk bildet den ersten Band, den H. Brill seinen Subscribenten für die min rnwiw min giebt. Es folgt dann ein anderes interessantes Werk von R. Meier Halevi aus Toledo über die Streitigkeiten zwischen den Anhängern des Maimoniden und den französischen Rabbinen.— Herr Brill hat das ganze Verdienst, mit vieler Abnegation seinen Zweck zu verfolgen, und wir hoffen, daß er endlich so viel Subscribenten finden wird um seine Kosten zu decken; wir danken ihm, daß er Werke, die in den Bibliotheken vergraben sind, zu Tage fördert, und wir bitten alle diejenigen, die sich für die jüdische Literatur interessiren, dieses gute Unternehmen zu unterstützen, denn ian:« •ps ns ->72 mb. Je mehr literarisch gearbeitet wird, desto schneller werden die Charlatane verschwinden. Auer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Rhoden, 12. März. (Privatmitth.) In dem Flecken Höringshausen, wo eine jüdische Gemeinde von 25 Familien besteht, ist dem jüdischen Lehrer Herrn Haas , bereits zum zweiten Male bei dem Falle der Beisetzung des christlichen Lehrers die christliche Schule von ca. 180 Kindern provisorisch anvertraut worden. In dem benachbarten Bückeburg hat die Gemeinde *) los trois fillcs dela Bible. Der Setzer.