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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-04-07 · Heft 15 (7.4.1868) · p. Seite 287

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 15 (7.4.1868)
Date
1868-04-07
Page
Seite 287 (sequence 5)
Language
German
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mälig sich entwickelnd, wie ich glaube, die von geordneten und gesetzlichen Zuständen mit Recht zu erwartenden heilsamen Resultate nach sich ziehen; denn ich bin überzeugt, daß Berathungen, in deren Verlauf auch die von einander abweichenden Richtungen aufgehellt wurden, dazu dienen werden jene Meinungsverschiedenheiten, welche unter Ihnen in Bezug auf Cultus-Angelegenheiten bestehen, auszugleichen, oder daß unsere Berathungen wenigstens den ersten Schritt, den Impuls dazu bilden werden. Ich glaube auch schon darum an die heilsame Wirkung Ihrer Berathungen über die berührten Angelegenheiten, weil meine feste Ueberzeugung dahin geht, daß wenn auch zwischen Männern, bezüglich ihrer Auffassung in der einen oder andern öffentlichen Angelegenheit — wie dies auch nicht anders möglich ist — eine Abweichung besteht, sie doch in diesem Falle ein, ihnen allen gemeinsames Ziel, gemeinsamesJnteresse vor sich sehen. Das lebhafte Selbstbewußtsein dieses gemeinsamen Zieles, dieses für sie allesammt gemeinschaftlichen Interesses bildet zwischen ihnen das stärkste Band, und dies bewirkt, daß sie, in Bezug auf die obwaltenden Verschiedenheiten und Abweichungen, die von der Entwickelung gebotene'gegenseitige Toleranz und Billigkeit als Basis annehmend, bei der heilsamen Ordnung und Regelung der öffentlichen Angelegenheiten gegen einander nachsichtig sind. Das Ziel, meine Herren, welches vor einem Jeden von Ihnen steht, ist groß und wichtig, es besteht nämlich darin, daß Ihre Glaubensgenossen, nach der, den Gesetzen, der Verfassung des Landes entsprechenden autonomen Regelung ihrer ungarisch-siebenbürgischen öffentlich en Angelegenheiten, in ihrem ungarischen Vaterlande eine würdige menschliche, eine schöne und würdige bürgerliche Stellung einnehmen sollen. Zur Erreichung dieses großen Zieles ist warme Theilnahme, Begeisterung für die öffentliche Angelegenheit und vor allem Eintracht nöthig. Und wenn Sie gestatten, daß ich Ihnen — sowohl im Interesse der Entwickelung des Gemeinwesens Ihrer Glaubensgenossen, als auch im Jntereffe des Vaterlandes, — bei Gelegenheit dieses unseres Abschiedes einen Rath gebe, so ist dies die Bitte, daß Sie allesammt in Ihrem Kreise dahinwirken mögen, — so weit dies nur möglich ist — daß diese Begeisterung, diese Eintracht in je höherem Grade zu Stande komme, da dies die Grundbedingung der erfolgreichen Entwickelung, und heilsamen Lösung dieser hochwichtigen öffentlichen Angelegenheit bildet. Die öffentliche Angelegenheit läßt sich' — wie jeve andere — nur auf zwei Wegen schlichten; entweder durch vollständige Unterdrückung der einen Partei, was keine Regelung, keine Lösung, sondern eine gefährliche Unterjochung wäre; oder aber durch einen auf Freiheit, Duldsamkeit und gegenseitige Billigkeit basirten gegenseitigen Ausgleich. Wir können nur auf diesem Wege vorwärts gehen — und daß wir auf diesem und keinem andern Wege vorwärts schreiten werden, das, glaube ich, brauche ich Ihnen nicht erst besonders zu erklären. Bestreben Sie sich also, unter Ihren Glaubensgenossen den Geist der Nachgiebigkeit und gegenseitigen Toleranz zu Stande zu bringen, und wenn der Ausgleich auch nicht in allem und jedem gelingen sollte, so wird derselbe, bei gegenseitigem guten Willen auf der Basis der gemeinsamen Begegnung des Friedens und der Nächstenliebe doch gelingen zum Wohle Ihrer Glaubensgenoffen, des Vaterlandes und des Fortschrittes, und so zum Wohle von uns Allen. — Gott mit Ihnen! Die Notablen verließen hierauf unter begeisterten Lhen-Rufen auf Se. Excellenz den Berathungssaal. In unserem Nächsten schildern wir den Empfang der orthodoxen Fraction der Notablenversammlung durch den Herrn Cultus-Minister. X. Wir entnehmen dem „P. L." die Schilderung der Abschiedsaudienz, welche die altgläubige Conferenz-Minorität bei dem Herrn Cultusminister hatte, und welche Audienz zu wichtigen Aeußerungen sowohl seitens Se. Excellenz, als auch der betreffenden Notablen-Veranlassung gab. Jene Mittheilung lautet also: Die altgläubige Minorität der israelitischen Conferenz hat am 3. l. M. Sr. Excellenz dem Herrn Cultusminister ihre auf mehrere Punkte des Wahlstatutes bezüglichen Modifikationen überreicht. Das Operat war von nachstehenden Herren Vertrauensmännern unterzeichnet: K. Pappen he im aus Preßburg, Jsr. Grün aus Maros-Ujvar, Sigm. Krauß aus Körös-Ladäny, Albert Friedlieber aus S. A. Ujhely, Leo Fischer

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