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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-03-24 · Heft 13 (24.3.1868) · p. Seite 246

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 13 (24.3.1868)
Date
1868-03-24
Page
Seite 246 (sequence 4)
Language
German
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246 VII. Neu-Verbaß, 4. März. Am 1. fand die Schlußberathung der Notablen unter dem Vorsitze des Herrn Cultusministers statt. Es wurden die Entwürfe des Gemeinde- und Schulstatuts vorgelegt und die Motivenberichte zu diesen Elaboraten verlesen, worauf Se. Exc. bemerkte, daß er die beiden Entwürfe in eingehender Weise prüfen werde. Herr Länyi drückte den Dank der Conserenz aus für das hohe Interesse, welches der Herr Minister rücksichtlich der Ordnung der in Rede stehenden Angelegenheiten der vaterländischen Israeliten bekundet, und wies auch darauf hin, wie diese erhebende Wahrnehmung den Eifer der Notablen gesteigert und vervielfacht habe. Die Schlußansprache Sr. Excel!., welche die besten Resultate in Aussicht stellt und zur Einigkeit ermahnt, verspricht NapI6“ vollständig mitzutheilen; wir werden dieselbe daher nachtragen. Ein hervorragendes Mitglied der orthodoxen Fraction gab hierauf die wichtige Erklärung ab, er habe sich in seiner Hoffnung, daß diese Conferenz zur Einigung führen werde, nicht getäuscht, und, von Gottes Segen begleitet, werde der einzuberufende Congreß seine wichtige Mission zum Heile des Judenthums und des theuern Vaterlandes erfüllen. Die Wichtigkeit dieser Erklärung wird dadurch erhöht, daß dieselbe, wie der „P. L." erfährt, im Namen sämmtlicher orthodoxen Vert.auensmänner abgegeben wurde. Mögen jene Worte zur Wahrheit werden! Bei dieser Gelegenheit wurden auch zwei an die Versammlung gerichtete Vertrauensadressen aus Balassa-Gyarmat und Päpa lletztere mit 500 Unterschriften) dem Herrn Minister übergeben. Diese Ovation ist insofern sehr erfreulich, als die genannten Gemeinden großentheils aus orthodoxen Mitgliedern bestehen. Wie wir vernehmen, werden gegenwärtig Dankadressen an den Herrn Cultusminister vorbereitet. Zu Ende der Sitzung wurde noch der Grund zu einer überaus wichtigen Stiftung gelegt. Der „Ungar. Lloyd" bringt darüber folgenden interessanten Bericht, der hier vollständig mitgetheilt zu werden verdient. Nach Schluß der gestern unter dem Vorsitz Sr. Excellenz des Herrn Cultusministers abgehaltenen Sitzung der israelitischen Vertrauensmänner machte Se. Exc. die Mitteilung, daß zwei der anwesenden Mitglieder, nämlich Herr Leopold Popper aus Hlinik, und Herr Dr. Hirschler, ihm die Absicht, unter ihren Glaubensgenossen für die Gründung eines Stipendiumfonds wirken zu wollen, mit der Bitte vorgetragen, er möge das Protektorat des zu gründenden Fonds übernehmen. Se. Excellenz äußerten sich nun dahin, daß diese Absicht eine sehr löbliche, weil die Israeliten, die ein so großes Contingent zur studierenden Jugend abgeben, bisher mit geringen Ausnahmen noch keine Stipendien besitzen, mittelst deren Ertheilung Fleiß und Talent angeeifert, mittelbar Kunst und Wissenschaft gefördert werden. Se. Exc. ist überzeugt, daß die Israeliten kein schöneres Denkmal zur Verewigung dieser Aera der Gleichberechtigung errichten können, als es die Gründung eines solchen Landesstipendiumfonds wäre, mit dessen Erträgniß die Wissenschaft unter den Israeliten noch in höherem Maße gepflegt würde, wodurch zugleich den: Vaterlande eine größere Anzahl von Fachmännern als bisher herangebildet würde. Er fühle sich durch den Antrag sehr geehrt und nehme ihn mit der Zusage an, der Förderung dieses patriotischen Unternehmens jede mögliche Sorgfalt angedeihen zu lassen. Diese Worte des Herrn Ministers riefen einen wahren Beifallssturm hervor, und gab sich die Begeisterung für den erwähnten Zweck sofort auch durch Anmeldung namhafter Beiträge kund. Bereits früher hatte Herr Leopold Popper 1000 fl. zu diesem Zwecke deponirt; jetzt erklärte er überdies, während 10 Jahren alljährlich 200 fl. zu dem Fonds beizusteuern. Ihm schloß sich zunächst Mor. Wahrmann gleichfalls mit 1000 fl. an, Herr Sigmund Kraus aus K.-Ladimy mit 500 fl. Außerdem zeichneten theilweise bereits früher Philipp Baumgarten 300 fl.; die Herren Dr. Anton Baumgarten, Dr. Hirschler, Jakob Länyi, Philipp Holitscher, Schapringer aus Fünfkirchen, Brüder Deutsch je 200 fl.; die Herren Dr. Armin Adler, Dr. Heinrich Polläk, Dr. Joseph R0zsay, Martin Schweiger, Moritz Zsengeri, Dr. Joseph Reinitz, Dr. Johann Weiß in Leipzig je 100 fl. Letzterer machte überdies die Zusage eines jährlichen namhaften Beitrages. Dies sind die bescheidenen, aber doch vielversprechenden Anfänge einer Unternehmung, welche gewiß nicht verfehlen wird, für den Fortschritt der Bildung im Vaterlande neue Hebel in Bewegung zu setzen. Wir zweifeln nicht, daß die Gesammtheit unserer israelitischen

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