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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-03-24 · Heft 13 (24.3.1868) · p. Seite 245

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 13 (24.3.1868)
Date
1868-03-24
Page
Seite 245 (sequence 3)
Language
German
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245 in den verschiedenen Richtungen selbst die Nothwendigkeit von Conflikten liegt, sondern daß diese nur durch den Geist der Zwietracht und durch den Mangel an Selbstachtung und an Begeisterung für die heilige Sache der Religion selbst herbeigeführt werden. Erkennt sich in diesem Spiegelbild, das wir so ungern aufrichten, Mancher und geht in sich, so wird die Sache bald eine Wendung zum Besseren nehmen. Diese liegt in den Händen unserer Glaubensgenossen selbst. Ungarisch-jüdische Uotablenversammlung. VI. Neu-Verb aß, Anfang März. An demselben Tage, wo die Notablen beim Kaiser Audienz hatten, wurde eine zahlreiche Deputation der „altgläubigen" Israeliten vom Herrn Cultusminister Baron Eötvös empfangen. Sprecher derselben war der junge „altgläubige" Advokat 0i . Kralovsky aus (Kroßwardein. Derselbe überreichte zugleich eine — nach dem „Hon“ — von 150 orthodoxen Gemeinden (?j ausgehende Bittchrift, aus der wir die nachstehenden Stellen hieher übersetzen: .... Durch das große Mißtrauen, welches unsere Herzen erfaßt einer solchen Conferenz gegenüber, in der unfern constitutionellen Begriffen zuwider, der Wille unserer Majorität,*) infolge unserer unverhältnißmäßigen Vertretung, dem Willen der Minorität untergeordnet ist — wird die edle Absicht Ew. Excellenz und zugleich der von uns allen heiß ersehnte Erfolg zweifelhaften Zufällen ausgesetzt. .... Im Interesse der eigensten Intentionen Ew. Exc. halten wir es für unsere Pflicht feierlich Protest einzulegen gegen einen jeden Vorschlag jener Conferenz, welcher sich auf die Majorität beruft und unfern Ansichten im Allgemeinen nicht Ausdruck geben kann. Ein solcher ist aber in erster Reihe das über die Wahlmodalitäten angefertigte Elaborat, welches unfern Erwartungen in mehreren wesentlichen Punkten nicht entspricht, weil es auf zwei entgegengesetzten Grundlagen, nämlich *) „Magyar Zsidü" behauptet nämlich, daß die Orthodoxen in Ungarn 300,000 Seelen ausmachen. Corr. Und was hätten diese dann bei dem allgemeinen Stimmrecht zu befürchten? Doch nur zu gewinnen. Redakt. theils auf der 1857ger Volkszählung, theils auf schwankenden neuern Daten, basirt ist, und auch in demselben weder auf das gegensätzliche Verhältniß der Parteien, noch auf die practische Ausführbarkeit der Bestimmungen die gehörige Sorgfalt verwendet ist. Es ergeht demnach an Ew. Exc. unsere unterthänige Bitte, daß es uns Unterzeichneten gewährt werden möge, auch unsrerseits die Intelligenz unserer Parteirichtung aus den verschiedenen Theilen des Landes hieher zuberufen, um im Verein mit unfern, an der Conferenz v 17. Febr. betheiligt gewesenen Principiengenossen, Ela-, borate über die von Ew. Exc. bezeichneten Gegenstände auszuarbeiten und Ew. Exc. zu unterbreiten. Nachdem uns aber bei der Lösung dieser unserer großen Aufgabe brüderliche Liebe, Billigkeit und Mäßigung leitet, so hoffen wir zuversichtlich, daß die friedliche Lösung der zwischen den beiden Parteien obwaltenden Schwierigkeiten um so wahrscheinlicher wird, wenn Ew. Exc. über die Auffassung und die abweichenden Ansichten beider Parteien auf diesem Wege sichere Kenntniß und die entsprechende Orientirung sich verschafft haben werden. Der Herr Minister erwiederte — dem „P. L." zufolge — ungefähr Nachstehendes: Es sei bis jetzt schon darum kein Grund zur Beunruhigung, weil die Beschlüsse der von ihm einberufenen Vertrauens-Commission keine verbindliche Kraft besitzen, sondern nur Vorschläge und Entwürfe enthalten. Auch gestehe er aufrichtig, daß, nachdem er dieselben durchgelesen, er in ihnen nichts wahr genommen habe, woran man Anstoß nehmen könnte. Gleichwohl sei er als constitutioneller Minister bereit, die angekündigte Vorlage (ein Wahlstatut, Corresp.) entgegenzunehmen und in Erwägung zu ziehen. Zur Ergänzung, respektive Berichtigung unserer frühern Mittheilung bemerken wir, daß derjenige Vertrauensmann, welcher in der am 25. v. M. unter dem Präsidium des Hr. Cultusminister stattgefundenen Berathung ein Volum scparatnm bezüglich des Wahlstatutes anmeldete, nicht Herr Krauß, sondern Herr Grün (aus SzamoS Ujvär in Siebenbürgen) gewesen; der Verfasser der erwähnten Broschüre ist aber wirklich Herr Krauß. Sal. Blum. 13*

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