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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-03-17 · Heft 12 (17.3.1868) · p. Seite 230

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 12 (17.3.1868)
Date
1868-03-17
Page
Seite 230 (sequence 8)
Language
German
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230 mäß gehandelt, daher er auch den Dank nur als einen verstärkten Ausdruck des Vertrauens betrachte. Auch bezüglich des gegen die Gesetzgebung des Landes ausgesprochenen Dankes könne er nicht umhin zu bemerken, daß dieselbe nur der Gerechtigkeit Genüge geleistet habe, als sie einer ehrenwerthen, patriotischen und treu anhänglichen Glaubensgenossenschaft den ihr gebührenden Platz eingeräumt, und dadurch dem Vaterlande eine halbe Million guter Bürger gewonnen hat. Rücksichtlich der Art, wie dieser legislatorische Act vollzogen .wurde, sei er der Ansicht, daß derselbe gerade zur rechten Zeit erfolgte; es wäre nicht so gut gewesen, wenn er früher, und noch viel schlechter wäre es gewesen, wenn er später eingetreten wäre. Jedes Ding brauche seine Zeit, auch der liebe Gott habe die Welt in 6 Tagen erschaffen, gewiß bedurfte er so vieler Zeit, sonst hätte er sie eben schneller erschaffen. Bezüglich der gegenwärtigen Arbeiten der Conferenz sehe er eine Gewähr des Gelingens in der Umsicht und Wärme, mit welcher, der Cultusminister dieselbe in Anspruch genommen. Meinungsverschiedenheiten gebe es überall, man möge sich durch solche nicht abschrecken lassen. Es steht zu hoffen, daß die Institutionen, welche die Conferenz zu schaffen bestrebt ist, auch für die Glaubensbrüder in andern Ländern mustergiltig sein werden, und er sei überzeugt, daß dieselben dazu beitragen werden , dem Lande patriotische und treu anhängliche Bürger zu geben. Hierauf erfolgte die Vorstellung der einzelnen Conferenzmitglieder, wobei sich zwischen Sr. Excellenz und mehreren Conferenzmitgliedern eine mehrere Minuten währende Conversation entspann. Wieder einen Tag später, am 27. Vormittags, wurde den Notablen das Glück zu Theil, von unserem eben in Pestofen weilenden Könige in Audienz empfangen zu werden. Herr Leo Holländer aus Eperies richtete an Se. Majestät folgende Ansprache: „Indem wir heute zum ersten Male des Glückes theilhaft werden, vor dem erhabenen Angesicht Eurer Majestät nicht nur als bisherige treue Unterthanen, sondern als freie Staatsbürger unseres geliebten Vaterlandes Ungarn unsere tiefste Huldigkeit darzubringen, tragen wir vor Allem an den Stufen des Thrones Ew. Majestät den aus der Tiefe unseres Herzens entsprungenen innigsten, tiefsten Dank ab, dafür, daß Euer Majestät unsere Gleichberechtigung mit väterlicher Huld zu sanktioniren und uns allergnädigst zu freien Staatsbürgern zu machen geruht haben. Auf die Einladung des Cultus- und Unterrichtsministers Eurer Majestät haben wir uns aus dem ganzen Lande hier versammelt, zu dem Behufs, um unsere confessionellen und Schulangelegenheiten zu ordnen. In tiefster Ehrfurcht wagen wir es nun darum zu flehen, daß Euer Majestät geruhen möge, uns in dieser unserer schweren Aufgabe durch allerhöchst Ihre väterliche Huld und Ihren Schutz zu unterstützen. Gott erhalte Eure Majestät und die ganze königliche Familie im besten und glücklichsten Wohlsein. Es lebe der König! Se. Majestät geruhten in der Antwort auf diese Ansprüche zu äußern, Er sei sehr befriedigt von den Bestrebungen, welche der Conferenz zu Grunde liegen, und hoffe, daß dieselben dem erwünschten Ziele entgegen führen werden. Se. Majestät bemerkten huldreichst, Er habe gehört, die Mitglieder der Conferenz seien aus allen Theilen des Landes hierher gekommen, erkundigten sich voll Interesse um den Fortgang der Arbeiten und hoben ganz besonders die große Bedeutnng und Wichtigkeit der Schulangelegenheit hervor. Erwähnenswerth sind auch nachbenannte Auszeichnungen, deren Gegenstand die Conferenzmitglieder waren. Zu dem am 24. stattgefundenen Elitenballe der Pester Bürger, welchen der Kaiser mit Seiner hohen Gegenwart beehrte, erhielten sämmtliche Notablen durch den Präses des Pester Bürgerausschuffes, Herrn Dr. Jgn. Havas, Einladungen zugesandt. Von dem Pester Gleichheitsverein wurden die Notablen als Gäste ausgenommen, wobei ihnen gleichzeitig für die ganze Dauer ihres Pester Aufenthaltes die sämmtlichen Vereinslocalitäten zur Verfügung gestellt wurden.*) Da nach ihrer Begrüßung eine Ausschußsitzung des Vereins abgehalten wurde, in welcher die Frage der Magharisirung der deutschen Namen der Israeliten besprochen wurde, sahen sich sechs der Gäste veranlaßt, an der Debatte lebhaften Antheil zu nehmen. Es gewann dabei die richtige Ansicht das Uebergewicht, daß der ungarische Name nur Nebensache, und das Hauptgewicht darauf zu legen sei, daß die Gesinnung als eine ungarische sich manifestire. Zum Schluffe der Berathung machte der Trentschiner Grnnd- *) Der Gleichheitsclub hat nebenbei auch die gesellige Unterhaltung zum Zwecke.

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