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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-03-10 · Heft 11 (10.3.1868) · p. Seite 213

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 11 (10.3.1868)
Date
1868-03-10
Page
Seite 213 (sequence 13)
Language
German
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213 Vorstand ein Comitö unter Vorsitz des Dr. Hirschler, um zu berathen, ob und wie diesem beglückenden Erreignisse ein bleibendes Denkmal zu setzen sei. 500 Stadtarme ohne Unterschied der Confession wurden nach der Feier seitens der Gemeinde mit Geldgaben betheilt. Am Abende dieses festlichen Tages fand in den Localitäten des Gleichheitsclubs ein Banket statt, bei Dem, wie „M. Izrael“ mittheilt, auf Antrag des angesehenen nichtisraelitischen Stadtbürgers Thanhoffer beschlossen wurde, zum Andenken an die Emancipation alljährlich an diesem Tage im Club ein Bankett zu veranstalten. Erwähnenswerth ist noch, daß der Vorstand der Pester-Gemeinde am 5. ein Rundschreiben an die Schwestergemeinden des Landes ergehen ließ, worin derselbe mittheilte, daß infolge der Emancipation im Pester Tempel eine Dankfeier abgehalten, zugleich in den Schulen der Gemeinde dieser Tag als Feiertag gefeiert, und die Schuljugend bei diesem Anlasse durch eine eindringliche Rede zum begeisterten Patriotismus angeeifert werden würde, was auch geschah. Der Pester Haus- und Grundbesitzer Phil. Bach ließ — wie die „Fövärosi lapok“* **) mittheilen — aus Freude über die Emancipation, auf seiner Besitzung zu Puszta Bers^ny Forjöd (in der Somogy) ein Schulgebäude errichten und deckte sämmtliche Kosten der Schule durch eine Stiftung. Um die Beaufsichtigung ersuchte er die Comitatsbehörde. Dieser edle Entschluß,, bemerkt das genannte Blatt, ist um so dankenswerther, als in der genannten Ortschaft zahlreiche Colomstenkinder bisher, aus Mangel einer Schule, ohne Unterschied geblieben waren. — In Miskolcz wurde die Feier am 14. veranstaltet. Prediger Dr. Klein hielt eine ungarische Festrede. „Und da" — wie sich der „Hon" ausdrückt — „von einer jüdischen Feier nicht die Rede sein kann, ohne Ausübung von Wohlthätigkeit, so theilen wir mit, daß der dortige Cultusvorstand nach Beendigung des Gottesdienstes 300 fl. an Arme ohne Unterschied der Confession vertheilte und außerdem jeder Kirche 25 fl. zur Austheilung an Arme übersandte, sowie 100 fl. dem. Arwenversorgungshause zuwendete. Am selben AbqD wurden noch bei Gelegenheit eines Bankettes von mehHOen Israeliten 500 fl. für verschiedene WohlthätigkeAWoecke gespendet." — rum Gott, daß er mich diesen Tag erleben ließ, der mich von jenen Vorurtheilen befreit hat. **) (Hauptstädtische Blätter). Ein großartiges Emancipationsfest fand am 16. in Großwardein statt. Zur Abhaltung der ungarisch. Festpredigt wurde der Araber Oberrabbiner Steinhard berufen. Die herbeigeströmte Menge aller Confessionen füllte nicht nur den Tempel und Tempelhof, sondern auch den großen Marktplatz vor demselben, Der Obergespan des Comitats, Ladisl. v. Tißa, die übrigen höhern Comitatsbeamten, die Stadtrepräsentanz, die Geistlichkeit u. s. w. wohnten der gottesdienstlichen Feier bei. An dem Festbanket betheiligten sich die weltlichen und geistlichen Notabilitäten, mit Ausnahme des Obergespans, der plötzlich nach der Landeshauptstadt reisen mußte. Die gegenseitige Verbrüderung war eine vollkommene. Während des Bankets wurde an den genannten Obergespan und dessen Bruder Coloman von Tißa (Führer der Linken im Reichstage) im Namen aller Anwesenden ein Begrüßungs-Telegramm abgesandt, welches der Obergespan des Morgens darauf, wie folgt, beantwortete: „Dankend erhielt ich den Beweis der Erinnerung an uns während dieses Freudenfestes und drücke neuerdings unsere aufrichtige Freude über die Emancipation, sowie meine Hochachtung für den Rabbiner Steinhard aus. Ich bitte dies, nebst dem Ausdruck meiner Werthschätzung, dem israelitischen Publicum mitzutheilen." Die dortigen Israeliten legten unmittelbar nach der Feier eine Summe von 6000 fl. ö. W. zusammen, wovon 1000 fl. an arbeitsunfähige Honveds (Landesvertheidiger v. 1848—49) oder deren Witwen und Waisen vertheilt, die übrigen 5000 fl. aber der Stadt zu einem Waisenhausfonds übergeben wurden. Das „Pesti Naplö“ äußerte anläßlich der Großwardeiner Emancipationsfeier: „Die Haltung unserer israel. Mitbürger ist wahrhaft lobenswerth; denn sie sind mit Wort und That, mit Herz und Seele treue Söhne des Vaterlandes, eifrige Pfleger der Nationalität, der Aufklärung und Bildung." In der mehrere Stunden von hier entfernten königl. Freistadt Szabadka lMaria Theresiopel), wo die Feierlichkeit am 19. vor sich ging, ließ der Bürgermeister Len Hardt das Emaneipationsgesetz zuerst im Stadthause und alsdann von allen Kanzeln verlesen. Nachdem dies in solenner Weise geschehen war, begab er sich, begleitet vom Beamtenkörper, dem Officiercorps, vielen Honoratioren, den Zünften und einer großen Volksmenge in den isr. Tempel. In der Vorhalle angelangt, verkündete er den Israeliten, daß sie nun gleichberechtigte Bürger des Landes seien, und drückte sogleich sein

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