Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 11 (10.3.1868)
- Date
- 1868-03-10
- Page
- Seite 211 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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211 in überzeugender Weise die Wichtigkeit eines solchen Curses und stellt dafür in sehr einleuchtender Art ein Programm auf. Möge es ihm gelingen, diesen Gedanken zur Ausführung zu bringen. — Der confessionelle Ausschuß des Abgeordnetenhauses hat dieser Tage beschlossen: Kein Seelsorger kann von Angehörigen einer ihm fremden Confession Taxen, Stolgebühren u. dgl. fordern. Bekanntlich hat das Concil der Bischöfe in Wien im Jahre 1267 statuirt, daß Juden den christlichen Pfarrern Stolgebühren bezahlen müssen, weil an der Stelle der Juden Christen wohnen könnten. Ein Hofdecrct vom 28. Juli 1763 — also unter der Kaiserin Maria Theresia — verordnete jedoch, daß Juden zu keiner Abgabe an die christlichen Seelsorger litulo einer Stolgebühr verhalten werden sollen. Trotz dieses Hofdecrets cassirte alljährlich das fürsterzbischöfliche Consistorium in Wien bei der israelitischen Cultusgemeinde in Wien die Stolgebühren ein und der Borstand war so gemüthlich, sie zu bezahlen. Im Jahre 1865 gab der Vorstand die „Gemüthlichkeit" auf und fragte nach dem Rechtstitel dieser Forderung. Das fürsterzbischöfliche Consistorium stellte hierauf die Eincassirung ein. Donaufürsten thümer. Bukarest, im Feb. (Privatmitth.) In diesen Tagen kamen hier israelitische Deputationen von Verlad und Bacau an und übergaben Petitionen dem Fürsten, so wie dem Minister des Innern. Sie wurden mit großer Freundlichkeit empfangen und erhielten das Bersprechen, daß Alle, welche an den Mißhandlungen und Beraubungen der Juden mit Theil genommen, bestraft, und die beschädigt worden, durch Entschädigung befriedigt werden sollten. Aber, sagt das Echo Danubien mit Recht: Dieses Versprechen, welches die Gerechtfertigkeit fordert, ist sehr billig, aber wird es erfüllt werden? Werden die Hauptanstifter, Herr Theodore Pascu, Polizeichef, der Subsistut Fulgeru, Ritza Lorbe und der Professor Matteesco abgesetzt werden? Bis jetzt sind die Versprechungen die ganze Befriedigung, welche Menschen, die bis zum Martyrium verfolgt worden, gewährt wurde." — Die Leiche des Mönchs Varnav, dessen Tod man der Vergiftung durch einen jüdischen Diener zugeschrieben, worauf der Pöbel über die Juden hcrfiel, ist von den ärztlichen Beamten der Regierung der genauesten Untersuchung unterworfen worden, es hat sich nicht die geringste Spur von Gift in derselben vorgefnnden. Dänemark. Kopenhagen, 24. Jan. (Privatmitth.). Obgleich in den heißen Gegenden des classischen Erdreiches geboren, bewährt unsere heilige Religion doch ihre Göttlichkeit auch in diesen kalten Ebenen der ultima Thule. Unsere Gemeinde ist mit wohlthätigen Stiftungen aller Gattungen reichlich ausgestattet. Aber nicht allein Diejenigen, welche der Roth und der Bedürftigkeit der Ncbemnenschen abzuhelfen suchen, erfreuen sich der lebhaftesten Theilnahme; auch Solche, die rein ceremonielle Zwecke beabsichtigen, zählen Biele — darunter die Reichsten und Angesehensten der Gemeinde unter ihren Mitgliedern. Eine solche Gesellschaft, die nrM n-nb n n'bn p"ri beging in der verflossenen Chanukawoche ihre hundertjährige Feier. Die i-nan zählt 70 Mitglieder; die Gesellschaft war aber mit den Eingeladenen, worunter der Oberrabbiner, Dr. Wolfs, Mitglieder des Gemeindevorstandes und der übrigen Vereine, bis auf nahe an 110 gewachsen. Nach einem auf das Fest von Hrn. I. Rosenfeld gedichteten, hebräischen Gesänge, hielt Dr. Wolfs eine geistreiche Rede, in welcher er den hochheiligen Zweck des Vereins den Anwesenden mit beredten Worten an's Herz legte, und sie dazu aufforderte für denselben zu wirken. „Aus dem Munde der Zarten und der Säuglinge hast Du deinen Ruhm begründet", sagt der heilige Psalmist, und auch auf diesem Gebiete haben wir in den letzten Tagen eine Feier gehabt, indem der am 16. Tebeth stattgefundene, 70jährige Geburtstag des Lehrers der hies. Religionsschule, Hrn B. A. Bauer, von den Zöglingen in einer den Verdiensten des Jubilars entsprechenden Weise begangen worden ist. Am Tage selbst, Sabbat Vajehi, fand sich eine Deputation der Schüler bei dem von Alt und Jung gleich hochgeschätzten Lehrer ein, um ihn zu einer festlichen Zusammenkunft am darauf folgenden Tage einzuladen Dieselbe hatte einen überaus herzlichen Character. Rach Absingen eines Gesanges überreichte ein Schüler im Namen der Versammelten, mit einer wohlgesetzten Anrede, dem greisen Lehrer eine aus Silber schön gearbeitete Sammlung der zur Habdalah gebräuchlichen Geräthe. Ein anderer Gesang, noch ein 11*