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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-03-10 · Heft 11 (10.3.1868) · p. Seite 207

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 11 (10.3.1868)
Date
1868-03-10
Page
Seite 207 (sequence 7)
Language
German
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lei Eröffnung der Notablen-Conferenz an den Herrn Kultusminister richtete. Wir geben in Nachfolgendem Die interessantesten Stellen derselben wieder: . . . Ew. Excellenz begnügten sich nicht mit der Förderung der politischen Gleichberechtigung der vaterländischen Israeliten. Ew. Ezcellenz thaten noch mehr. Sie .boten auch huldreichst Ihre Hand, damit wir endlich aus den ungeordneten cultuellen Zuständen uns befreien, und indem Ew. Excellenz dies thaten, traten Sie mit einer Handlung ohne Gleichen auf den historischen Schauplatz. Diesem erhabenen Bestreben Ew. Ezcellenz kam zwar vor ungefähr 60 Jahren der größte Held unseres Jahrhunderts, Napoleon der I. zuvor, indem er ebenfalls darauf sein Augenmerk richtete, daß die innern Angelegenheiten der israel. Bewohner seines damals riesenhaften Reiches geordnet werden sollen. Doch welch ein mächtiger Unterschied in der Ausführung dieser beiden scheinbar gleichartigen Beschlüsse. Dort bescheidet ein mächtiger Despot seine Unterthanen vor sich, jedes seiner Worte ist Befehl. Indem ich auf die Verhandlungen des französischen Sanhedriu zurückblicke und bedenke, welche Schamröthe das Antlitz meiner französischen Glaubensgenossen überflog', als sie vorerst beweisen mußten, daß die reinen Lehren unserer uralten heiligen Religion mit der Sicherheit des Staates, mit dem Wöhle der Staatsbürger nicht im Widerspruche seien — indem ich dies in diesem bedeutsamen Momente empfinde, und mit dem Vorgehen Ew. Excellenz vergleiche, womit Sie der ganzen Welt beweisen, wie man auf correct constitutionellem Wege die Initiative zur Regelung confessioneller Angelegenheiten ergreifen müsse;*) ist es unmöglich, daß wir Ew. Excellenz unfern heißesten, innigsten Dank nicht ausdrücken, mit dem Wunsche, daß der Allmächtige Ew. Excellenz zürn Wohle des Vaterlandes und der ganzen Menschheit noch lange erhalten möge. (Stürmische Eljenrufe.) Uebergehend auf die Reihe von Berathungsgegenständen, welche Ew. Excellenz uns soeben vorlegten, nehmen wir dieselbe mit größter Bereitwilligkeit und voller Beruhigung als Grundlage unserer Conferenzen an. ^Allgemeine Zustimmung.) Groß ist die Aufgabe, schwer die Arbeit, die unser wartet; doch wir nähren die Hoffnung, daß wir das vorgesteckte Ziel erreichen werden. Ich *) Hierbei dürfen wir doch nicht vergessen, daß eben 60 Jahre dazwischen liegen, und daß wir die vorhandenen Verschiedenheiten nicht blos den Persönlichkeiten, sondern dem allgemeinen Fortschritt der Zeit zuschrewen müssen. Redaktion. kann es zwar nicht verschweigen, daß ich schwere Besorgniß hegte, als ich auf die ehrenvolle Berufung Ew. Excellenz hierher eilte; aber ich bekenne aufrichtig, meine Zweifel sind zum großen Theile geschwunden infolge der soeben vernommenen Erklärung Ew. Excellenz, daß die auf unsere confessionellen Angelegenheiten bezügliche Autonomie, ebenso wie für die übrigen Confessionen des Landes, auch für uns als gesichert zu betrachten sei. Der andere Theil meiner Besorgnisse, welcher aus der Voraussetzung entsprang, daß die Meinungsverschiedenheit unter meinen berufenen Bertrauensgenossen den Fels bilden werde, woran unser eifriges Bestreben Schiffbruch leiden könnte, ist ebenfalls in bedeutendem Masse geschwunden, indem ich durch zweitägiges Beisammensein Gelegenheit hatte, mich von jener Begeisterung zu überzeugen, wovon wir alle durchdrungen sind, um Ew. Excellenz großmüthige Intentionen zu unserer eigenen Beglückung und zur Verherrlichung unseres theuern Vaterlandes in Ausführung zu bringen. Gestatten mir Ew. Excellenz zu glauben und zu hoffen, daß wenn, wovor uns Gott bewahre, die Ordnung unserer confessionellen Angelegenheiten auf dem gegenwärtig so weise gewählten Wege nicht gelingen sollte, die hohe Regierung die Regelung dieser Angelegenheit, welche auch mit der Wohlfahrt des Staates in engem Zusammenhänge steht, auf andere Weise ins Werk zu setzen geruhen werde, indem ich überzeugt bin, daß die jetzige nationale und liberale Regierung nie andere Principien befolgen werde, als solche, welche den Gesetzen unseres theuern Vaterlandes nicht widersprechend, gleichzeitig die Glaubenslehren unserer heiligen Religion in ihrer vollen Integrität aufrecht erhalten. (Stürmische Eljen-Rufe.) Ueber die Audienz der ungarischen Vertrauensmänner wird im Pester Lloyd berichtet: Se. Majestät der König hat heute Vormittags die hier versammelten israelitischen Vertrauensmänner in besonderer Audienz empfangen. Herr Leo Holländer aus Eperies richtete an Se. Majestät folgende Ansprache: „Indem wir heute zum erstenmale des Glückes theilhaft werden, vor dem erhabenen Angesicht Eurer Majestät nicht nur als bisherige treue Unterthanen, sondern als freie Staatsbürger unseres geliebten Vaterlandes Ungarn unsere tiefste Huldigung darzubringen, tragen wir vor Allem an den Stufen des Thrones Eurer Majestät den aus der Tiefe unseres Herzens entsprungenen, innigsten, tiefsten Dank ab, dafür, daß Eure Majestät unsere Gleichberechtigung mit väterlicher Huld

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