Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 11 (10.3.1868)
- Date
- 1868-03-10
- Page
- Seite 206 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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206 Nebenländer vorläufig nicht reflectiren möge; die statistischen Daten, welche die Regierung besitze, seien wohl mangelhaft, stehen aber der Conferenz zu Gebote. Bezüglich des Organisationsftatutes Leantwortetete der Minister die Frage, ob er der Conferenz keine Mittheilung über die bisherige Verwaltung und den Stand des Schulfonds machen wolle, dahin, daß er einen summarischen Ausweis zum Gebrauche der Conferenzmitglieder lithographiren lasse, und daß sie auch in die bezüglichen ausführlicheren Ausweise Einsicht nehmen können. Bezüglich des Schulstatutes endlich wurde gefragt, ob nicht irgendwelche staatliche Gesetze bezüglich der UnterrichtsgegenstLnde und des Lehrplanes zu erwarten seien? Se. Excellenz sagte, der Schulgesetzentwurf sei wohl fertig, doch könne er selben nicht mittheilen, weil er in der Ministerconferenz noch nicht verhandelt wurde; dem betreffenden Comitö aber sei er bereit die erforderlichen Auskünfte zu ertheilen. Dies das Wesentliche aus der Vormiltagssitzung. In der Nachmittagssitzung constituirte sich die Conferenz, in welcher Dr. Wilh. Singer aus Szegedin als Alterspräsident den Vorsitz führte. Gewählt wurden zum Präsidenten Jacob LLnyi, zu Vicepräsidenten Leo Holländer und C. W. Pappenheim. Ueber Antrag des Dr. Hirschler beschloß sodann die Conferenz, daß 3 Comitös aus je 3 Mitgliedern bestehend, gewählt werden; heute vorerst das Comitö für das Wahlstatut, welches sein Elaborat binnen 2 Tagen einzubringen hat; morgen erfolgt die Wahl der beiden anderen Commissionen, sowie die Besprechung jener Prinzipien, welche dem Wahlstatute zu Grunde gelegt werden sollen. Das Comitö für das Wahlstatnt besteht aus den Herren Dr. Hirschler, H olländer, Pappenheim, denen Advokat Mezei als Schriftführer zugetheilt ist. Am 18. berieth die Conferenz über die Principien bei Abfassung des Wahlgesetzes. Es wurde darin übereiugekommen, daß die Wahl zur Landesversammlung nach den liberalsten Grundsätzen, auf möglichst breiter Basis stattzufinden habe, und von säwmtlichen selbständigen großjährigen Israeliten ausgeübt werde. Am 19. Nachmittags wird das Elaborat des Wahlstatuts von der hiezu delegirten Commission der Conferenz vorgelegt und von derselben sofort in Berathung gezogen werden. — Möge das Endresultat dieser Berathungen ebenso günstig sich gestalten, wie deren Beginn erhebend und vielversprechend sich darstellt. Sal. Blum. IV. Neu-Verbaß, 23. Februar. In der am 19. abgehaltenen Sitzung machte der Vorsitzende die Mittheilung, daß der Herr Cultusminister den verdienstvollen Secretär der Pester Gemeinde, Herrn Barnav, eingeladen habe, an den Berathungen der Vertrauensmänner ebenfalls sich zu betheiligelH Diese Mittheilung erregte besondere Befriedigung, uno Herr Barnah wurde sogleich zum Schriftführer der Plenarconferenz erwählt. Gegenstände des Tagesordnung dieser Sitzung waren: 1. Die Wahl zweier Comitö's für die Ausarbeitung eines Gemeinde- und eines Schulstatuts. Zu Mitgliedern des ersten Comitö's wurden gewählt: die Herren Friedlieber aus Ujhely, Kohen aus Pest und Dr. Popper aus Miskolcz, sowie zum Schriftführer: Dr. Kain aus Kaschau (nicht aus Eperies, wie es in der Liste Nr. 8. d. Bl. heißt); in das andere Comit6: die Herren Adler aus Eperies, Leo Fischer aus Herend, Holitscher in Pest und als Schriftführer Dr. Fischer aus Klausenburg in Siebenbürgen. 2. Die Generaldebatte über den von der betreffenden Commission vorgelegten Entwurf des Wahlstatuts. Bei Ausarbeitung desselben nahm die Commission das Gesetz über die Wahl der Reichstagsdeputirten zum Muster, und enthält das Elaborat, wie dem „Pester Lloyd" berichtet wird, sowohl betreffs der Wählerqualificationen, als auch hinsichtlich des Wahlmodus, durchgehende liberale Bestimmungen. Als Grundlage wurde das Ergebniß der 1857er Volkszählung angenommen, da neuere zuverlässige Daten nicht vorhanden sind. Bei der Generaldebatte wurde das Elaborat einstimmig als Grundlage für die Spezialdebatte, welche auf den nächsten Tag verschoben ward, angenommen. — In der Sitzung vom 2l. wurde die Spezialdebatte über das Wahlstatut bis auf einen Punkt beendigt. Dieser bezieht sich nämlich auf die Deckung der Kosten des Wahlgeschäftes, worüber die betreffende Commission der nächsten Conferenzsitzung einen Vorschlag zu unterbreiten hat. Binnen wenigen Tagen wird der „P. 8." in der Lage sein, den Text des Wahlstatuts zu veröffentlichen. — Der „Don" theilt in seinem Abendblatte vom 20. den Wortlaut der Ansprache mit, welche Herr Dr. Popper (Primararzt am städtischen Spitale in Miskolcz)