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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-02-18 · Heft 8 (18.2.1868) · p. Seite 147

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 8 (18.2.1868)
Date
1868-02-18
Page
Seite 147 (sequence 7)
Language
German
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147 Schwierigste, das rechte Maß zu treffen, um einerseits die wissenschaftliche Begründung nicht fehlen zu lasten, andrerseits die populäre Darstellung nicht so mit Ballast zu beschweren, daß sie aufhört, populär zu sein. Hierzu kommt, daß gerade eine populäre Darstellung allzusehr zur Apologetik neigt, weil eine wisienschaftliche Kritik nicht am Platze ist, so daß die Auffassung immer etwas gefärbt bleibt. Gerade deshalb wollen wir mit dem Vers, über Einzelnes nicht rechten, da im Ganzen seine Arbeit dem Vorgesetzten Zwecke entspricht und ebenso anziehend wie belehrend wirkt. Da in unserer Zeit es in allen Stücken darauf ankommt, thatsächlich unterrichtet zu sein, um aus der bloßen Phrase und Behauptung herauszukommen, so wünschen wir, daß diese Schrift recht viele Leser innerhalb und außerhalb unserer Kreise finde. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, im Febr. Die „Zukunft" macht auf einen Druckfehler im 10. Heft der preußischen Statistik des Geh. R. Dr. Engel (Seite 251) aufmerksam, Da steht, daß im Jahre 1864 von 711 in Berlin geborenen jüdischen Kindern 222 uneheliche sein. Es ist aber eine 2 zu viel, und soll 22 heißen, was 3 Procent ausmacht, also fünf Mal weniger als bei der evangelischen Bevölkerung. Bonn, im Febr. (Privatmitth.) Neben den ausführlichen Mittheilungen, welche wir in Nr. 5 über den Besuch der höheren Lehranstalten in Preußen seitens jüdischer Schüler gegeben haben, ist es wünschenswerth, auch Details über die Elementarschulen zu erhalten. Nun giebt zwar ein Artikel im Januarheft des „Centralbattes für die gesammte Unterrichtsverwaltung in Preußen" einigen Aufschluß hierüber, aber so ungenügend, daß darauf Schlüsse und Berechnungen nicht zu stützen sind. Wir müssen uns daher mit einigen Notizen begnügen, die wir jedoch bald zu ergänzen im Stande sein werden. Es handelt sich um die Jahre 1862—1864. Während auf eine öffentliche Elementarschule im Durchschnitt 765 Seelen der Bevölkerung, auf eine evangelische Schule 705, auf eine katholische 828 kamen, kommen auf eine jüdische Schule 1,007 Juden. Das Centralblatt erklärt dies dadurch, „daß sehr viele jüdische Kinder christliche Schulen besuchen." Dies ist wahr, aber doch nur zum Theil. Denn das Centralblatt vergißt zu bemerken, daß außer den jüdischen Schulen in der Provinz Posen es nur sehr wenige öffentliche jüdische Elementarschulen in den übrigen Provinzen giebt, theils weil die Behörden sich nur ungern dazu verstehen, indem dann auch die jüdische Schule Ansprüche auf die städtischen Mittel gewinnt, theils weil die jüdischen Gemeinden meist nicht darauf antragen, um den gesetzlichen Bestimmungen für die öffentlichen Schulen, z. B. über die feste Anstellung der Lehrer, nicht unterworfen zu werden. Es giebt 260 jüdische Elementarschulen (es ist hier überall von den alten 8 preuß. Prov. die Rede) mit 381 Klassen, 376 Lehrern und 4 Lehrerinnen; die Elementarschulen überhaupt wurden von 37,483 jüdischen Kindern vom 5. bis zum zurückgelegten 14. Lebensjahre besucht. Da die Zahl der schulpflichtigen Kinder nicht nach dem Religionsbekenntnisse angegeben ist, so läßt sich hieraus kein Schluß ziehen. Königsberg i. Pr., im Januar. (Privatmitth.) Wenn Berlin, Wien, Pest und andere Gemeinden bereits dem Bedürfniß, über ihre Gemeindezustände und finanziellen Gebahrungen durch den Druck veröffentlichte Berichte zu erhalten, seitens ihrer Vorstände genügt sehen, so gesellte sich ihnen vor Kurzem auch die hiesige hinzu, indem der Vorstand einen „Bericht über die Verhältnisse der Synagogen-Gemeinde in Königsberg in Pr. seit Einführung derselben" im Druck erscheinen ließ. Wir entheben demselben Folgendes. Nachdem im Jahre 1848 die Verhandlungen über Einführungen des Gesetzes vom 23. Juli 1847 in's Stocken gerathen, 1853 aber wieder ausgenommen worden, währte es doch bis 1859, bis das Statut zwischen Gemeinde und Regierung vereinbart und die Synagogengemeinde als solche gebildet war. An beitragenden Mitgliedern zählte die Gemeinde 1855: 735—1865: 894; an Geburten 1855: 62—1865: 85; Beerdigungen, die der Fremden eingeschlossen, fanden statt 1855: 65—1865: 75. Ueber die Beiträge heißt es: „Die Beiträge werden je nach dem Bedürfnisse der Gemeinde erhoben. Im November jeden Jahres entwirft der Vorstand den Etat für das nächste Jahr - und reicht ihn der Repräsentanten-Versammlung zur

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