Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 7 (11.2.1868)
- Date
- 1868-02-11
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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mmmm 130 des Vorstandes, Herr L. Zielenziger, Worte der Anerkennung. In der Erwiderung deutete Dr. Cohn mit lebhafter Rührung auf den Umstand hin, daß ihm dieses Zeichen der Zuneigung und Achtung von der Gemeinde gerade am Rüsttag des Sabbaths übergeben werde, an welchem er vor eilf Jahren seine Probepredigt gehalten, also als ein Erweis, daß das Band zwischen der Gemeinde und ihn: ein immer engeres und stärkeres geworden. Wohl wissend, daß Sie in Ihrem Blatte gern jedem Verdienste seine Anerkennung zuerthcilcn lassen, bitte ich noch um die ergänzende Bemerkung, daß bei der Säcularseier unserer Synagoge auch der Cantor Moses mit Würde und Wohlklang die Solis vorgetragen und seinen Theil zur Verherrlichung des Festes beigetragen hat. Breslau, im Januar. (Privatmitth.) Der soeben erschienene Jahresbericht des jüdisch-theologischen Seminars enthält nichts Besonderes. Das Seminar zählt jetzt 50 Hörer, worunter 21 Preußen, 21 Oesterreicher, die Ucbrigen Deutsche mit Ausnahme eines Russen. Das Lehrerseminar erscheint in diesem Berichte nicht wieder, da diese Abtheilung bekanntlich aufgegeben worden. Dem Berichte ist eine' werthvolle Abhandlung des Dr. G r ä tz beigegeben: Frank und die Frankisten. (Wir werden aus ihr einen Auszug in einer der nächsten Nummern unseres Feuilletons bringen. Redakt.) Königsberg i. Pr., 26. Jan. «Privatmitth.) In Berücksichtigung der hier herrschenden Theuerung, hat der hiesige Synagogen-Gemeinde-Borstand mit bereitwilliger Genehmigung des Repräsentanten-Collegiums, dem Beispiele der städtischen Verwaltung folgend, den minder gut besoldeten jüdischen Lehrern und Beamten eine entsprechende Thcuerungszulage bewilligt. F. . . K. Gollub, 28. Jan. «Privatmitth.) Der Kammerbe- -richt d. d. Berlin 9. Januar 1868 in Nr. 4 der Allg. Ztg. d. Judcnth. ist nicht vollständig gegeben, indem nach dem Bericht der Nationalzeitung der Abgeordnete (Kreisrichtcr) Lesse (aus Thorn) außerdem gesagt hat, er erwarte von dem Justizminister welcher bereits in Frankfurt a. M. einen Hilfsrichter jüd. Glaubens angestcllt hat und hierdurch das Princip seines Amts Vorgängers aufgegeben zu haben scheint, er werde bei ferneren Anstellungen keine Rücksicht auf das Glaubekenntniß nehmen; so wenigstens war der fernere Inhalt seiner Rede und hierauf wurde am Ministertisch geschwiegen. Bei dieser Gelegenheit ist es mir angenehm, Ihnen mittheilen zu können, daß bei der am Schlüsse des verflossenen Jahres stattgefundenen Aufbesserung der Lehrergehälter unsere jüdischen Lehrer in demselben Verhältnisse wie die christlichen Lehrer bedacht worden sind. Die köngl. Regierung in Marienwerder hat nämlich aus Staatsfond, weil die Stadtcommune nicht hierzu im Stande ist, unseren beiden jüdischen Lehrern, welche 292 resp. 237 Thlr. Diensteinkommen beziehen, zunächst für fünf Jahre je 20 Thlr. Gehaltszulage gewährt. Hannover, 30. Jan. (Privatmitth., nicht von unserm gew. Corresp.) Wie in d. Bl. bereits mitgetheilt worden, richtete der hies. Vorstand im Namen vieler Gemeinden eine Petition an das preuß. Staatsministerium. Wir stellen hier die Petita zusammen: „die besonderen Armenverbände der Juden aufheben zu wollen; daß die innnere Organisation des jüdischen Synagogen- und Schulwesens, als berechtigte Eigenthümlichkeit der hannoverschen Juden, uns unter staatlicher Leitung und Anerkennung in ihren wesentlichsten Bestandtheilen erhalten werden möge; daß auch fernerweit die Beihülfe aus Staatsmitteln, je nach dem Bedürfniß, mindestens aber zu dem von der früheren Regierung bewilligten Betrage von 5000 Thlr. jährlich uns hochgcneigtest bewilligt werden möge; uns unsere jetzige Eidesform hochgeneigtest zu erhalten;*) daß, insolange nicht für alle Staatsbürger die obligatorische Civilehe eingeführt wird, die religiöse Schließung der jüdischen Ehen im ehemaligen Königreiche Hannover wie bisher volle staatliche und bürgerliche Gültigkeit behalte; daß die Führung unserer Civilstands-Register, bis dahin, daß solche für alle Religionen besonderen Beamten übertragen wird, auch fernerweit den damit *) Daß also der preußische Eid more judaico nicht eingeführt werde. Redakt.