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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-02-04 · Heft 6 (4.2.1868) · p. Seite 105

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 6 (4.2.1868)
Date
1868-02-04
Page
Seite 105 (sequence 5)
Language
German
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lüö diesen selbst immer nur eine geringe Betheiligung gefunden? Kann man voraussetzen, daß sie selbst die Noch- Wendigkeit, das dringende Bedürfniß nicht gefühlt und eingesehen haben? Nein! die hauptsächliche Ursache war stets, daß die große Mehrzahl von ihrem kärglichen Gehalte eine jährliche Ausgabe von 3—4 Thlr. nicht entbehren konnte. Wir werden anderweitige Besprechungen dieses wichtigen Gegenstandes — sobald sie bündig und klar gefaßt sind — gern aufnehmen. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 24. Januar. Es wurde in diesem Blatt bereits über die Säkularfeier der von Friedrich dem Großen gegründeten Synagoge zu Potsdam berichtet. Jetzt ist die „Predigt der hundertjährigen Jubelfeier der Synagoge zu Potsdam am 29. December 1867, gehalten von Rabbiner Di-. Tobias Cohn (Potsdam, Gropius'sche Buchhandlung, 1868.)" im Druck erschienen. Die Predigt ist ein Stück glänzender Beredtsamkeit, würdig der interessanten Momente, die der Gegenstand einschließt. Das verflossene Jahrhundert, die Eigenthümlichkeit, daß ein Friedrich der II. einer jüdischen Gemeinde das Gotteshaus, gebaut und die Bedeutung der Synagoge selbst werden zu einem schönen religiösen Gemälde vereinigt, um erhebend und erfrischend zu wirken. Eine Fülle guter Gedanken und des schönen Ausdrucks zeichnet diese Predigt aus. Auch vom allgemeinen Gesichtspunkte ist der dritte Theil sehr interessant, der die Frage aufstellt und beantwortet: „Welchen Werth, welche Bedeutung in Gegenwart und in Zukunft das Gotteshaus überhaupt noch hat?" Der Text ist 5. Mos. 32, 7., dessen erstes Glied auf die Vergangenheit, zweites auf die Zukunft gedeutet wird. — Von der in d. Bl. angezeigten Schrift: „Die Jacobson-Schule in Seesen am Harz. Von 0r. Arnheim, Direktor der Anstalt," ist eine 2. Aufl., korrekter gedruckt und mit dem Porträt des Gründers der Anstalt (Präsident Israel Jacobson), einer schönen Photographie geschmückt, erschienen. — Es sind neuerdings mehrere treffliche Erzeugnisse der Literatur bei uns eingelaufen, die wir nächstens besprechen werden. Aus Dänemark, im Januar. Von Herrn Oberrabbiner Dr. A. A. Wolfs in Kopenhagen sind vorigen Monat erschienen: 1) Bibelhistorie for Skole og Hjem, bearbeidet efter Grundtexten (Biblische Geschichte für Schule und Haus, bearbeitet nach dem Grundtexte) 258 Seiten. 2) Bibelhistorie for Smaabörn (Biblische Geschichte für kleine Kinder) 69 Seiten. Nachdem die vom Verfasser bereits im Jahre 1813 herausgegebene Biblische Geschichte für die israel. Jugend, in dänischer Sprache, längst vergriffen ist, hat er nunmehr eine völlige Umarbeitung derselben unter dem oben unter Nr. 1 gegebenen Titel veröffentlicht, welche auf Kosten der Wittfrau Birgitte Hartvig, geb. Israel, zum Andenken an ihren Mann Joseph Philip Hartvig und zum Vortheile für die im Jahre 1853 in Kopenhagen errichtete Religionsschule gedruckt worden. Wie es sich von einem solchen Verfasser nicht anders erwarten läßt, ist diese Bearbeitung der biblischen Geschichte eine vorzügliche und entspricht als Schulbuch den Forderungen der fortgeschrittenen Didaktik. Sie schließt sich noch mehr als die ältere, so viel als möglich, dem Schriftworte an und enthält aus der Bibel alles, was von historischer und dogmatischer Wichtigkeit ist, so daß das Buch nicht nur als Grundlage für den Religionsunterricht der Jugend ganz geeignet und zweckensprechend ist, sondern auch für viele Erwachsene in Ermangelung einer dänischen Bibelübersetzung für Israeliten vorläufig eine solche ersetzen wird. Der biblischen Geschichte ist als Anhang noch ein Abriß der Geschichte des restaurirten jüdischen Staates bis zum Untergang des zweiten Tempels hinzugefügt. Das Ganze schließt mit einer biblischen Zeittabelle. Als Auszug dieses Buches hat der Verfasser außerdem eine kurzgefaßte biblische Geschichte für kleine Kinder unter dem oben unter dir. 2 bezeichneten Titel gleichzeitig veröffentlicht, worin in 49 kurzen Abschnitten das Wesentlichste aus der biblischen Geschichte in kindlicher Sprache erzählt wird. Durch beide Schriften hat der hochgeehrte Verfasser einem längst gefühlten Bedürfniß der dänischen Glaubensbrüder abgeholfen. Möge es ihm auch bald gelingen, eine vollständige Uebersetzung der ganzen Bibel oder doch wenigstens der Thora zu liefern. 8. Al.

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