Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-01-28 · Heft 5 (28.1.1868) · p. Seite 86

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 5 (28.1.1868)
Date
1868-01-28
Page
Seite 86 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3226635-3226641--25742-3261251
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

86 durch die häufig sinnstörenden Fehler und falsche Pagination nicht immer hierzu beigetragen hat. Die Einleitung sucht das, vom Altmeister der jüdischen Wissenschaft, Dr. Zunz im Kerem Chemed, Bd. 5 und 7, gegebene Material benutzend und häufig auch ergänzend, das Leben und die schriftstellerische Thätigkeit des berühmten Kritikers zu beleuchten, wobei vielleicht auch die Behauptung L. Modenas (S. VH des Examen traditionis von Reggio) anzuführen gewesen wäre. Nach derselben soll nämlich de Rossi einen großen Theil des Meor Enajim den Materialien des Abtalion, eines Onkels von L. Modena, zu verdanken haben. Aus dem Reichthum der den Text erläuternden Noten heben wir vorzüglich die ausführlichen Anmerkungen zu dem zweiten, die Entstehung der Septuaginta enthaltenden Capitel hervor, indem Dr. Cassel viel Lehrreiches herbeibringt, um seinen angeregten Zweifel an der Wahrheit der von Aristeas gegebenen Darstellung näher zu begründen. Die Zusätze und Verbesserungen, welche de Rossi selbst zum größten Theile bald nach Vollendung der ersten Ausgabe unter dem Titel m*vnn7a derselben beigefügt, sind in der vorliegenden Ausgabe, als nachträglicher Zusatz bezeichnet, jedesmal zur gehörigen Stelle eingeschaltet. Erhöht wird der Werth dieser Ausgabe auch noch durch den unter die Noten eingestreuten Nachweis der im Werke citirten Stellen aus der Schrift, dem Talmud und Midrasch, den griechischen und römischen Schriftstellern re., wie auch durch ein dreifaches Register am Schlüsse über die im Werke angeführten jüdischen und nichtjüdischen Autoren und Schriften. Die Schwierigkeit, welche die Herstellung des Index über die Letzteren hat, da Viele derselben im Laufe der Zeit zum Theil ganz vergessen worden sind oder in den bibliographischen Registern unter einem andern Namen siguriren, entschuldigt die Unvollständigkeit, welche gerade dieses Verzeichniß, in welchem wir manche Namen vermißten, an sich trägt. Bei der großen Verehrung, welche den Schriften des Assaria de Rossi in unserer Zeit allgemein gezollt wird, müssen wir es am Schlüsse dankbar anerkennen, daß die Verleger in Wilna durch die Uebertragnng des Debits an die hiesige Buchhandlung von M. Poppelauer die Anschaffung bequemer gemacht haben. Möchten sich die Editoren und Verleger in Wilna überhaupt entschließen, alle ihre Preßerzeugnisse bei einem hiesigen Buchhändler niederzulegen, um in dieser Weise den dortigen Büchermarkt uns näher zu bringen. A- B. Laupheiw, im Januar. (Druckfehlerberichtiguug.) Ein eigener Unstern waltet über das Gedicht Hagba von Haarbleicher. Jahrelang wurde ein Anderer für den Verfasser des Gedichtes gehalten, bis der Redakteur der Zeitung des Judenthums, Herr Dr. Philippson, die wahre Autorschaft herstellte. In dem, von der kön. württembergischen israel. Oberkirchenbehörde herausgegebenen Lesebuch für israel. Schulen ist dieses Gedicht, Nr. 91 S. 177, unter der Aufschrift „die Fahne Israels" ausgenommen, als Verfasser wird genannt „Bleichröder." Um suum cuique herzustellen, machen wir auf den Druckfehler aufmerksam, daß dieses Gedicht von Haarbleicher und nicht von Bleichröder ist. An dem Lesebuch vermissen wir überhaupt, daß manche, ja die meisten Autoren der neuen, deutschen Literatur auf jüdischem Gebiete übergangen sind. Vergebens suchen wir Namen wie: Jost, Grätz, Philippson, Rießer, Salomon rc.; die Namen solcher Männer und ihre literarischen Erzeugnisse hätten nicht ignorirt werden sollen, es ist das eine Versündigung an der Cultur- und Literaturgeschichte der deutschen Judenheit. Alexander Elsäßer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 15. Jan. In der heutigen Sitzung des Herrenhauses wurde das neue Mitglied, Baron von Rothschild vereidigt. Bonn, 16. Jan. «Privatmitth). Wie wir bereits bemerkt, haben wir bei einigen hervorragenden Abgeordneten angefragt, ob nicht über die Anstellung von Richtern jüdischen Glaubens eine Anfrage an den neuen Justizminister zu richten sei, damit dieser sich hierüber äußere, da bekanntlich das Abgeordnetenhaus sich in bestimmtester Weise darüber ausgesprochen hat. Die Antwort sprach sich abrathend aus, da alle desfalsigen Schritte: Interpellationen, Petitionen, Anträge und dgl. völlig erfolglos sein würden, und man das erste liberale Ministerium abwarten müsse, weil bis dahin diesem Unrechte doch keine Abhülfe geschehen werde. Aus weiteren Informationen hat sich uns dieselbe Ansicht ergeben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.