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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-01-28 · Heft 5 (28.1.1868) · p. Seite 85

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 5 (28.1.1868)
Date
1868-01-28
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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Realschulen aber (56 unter 1107) der 20. — In Schlesien ist der Jude der 81. Mensch, auf den Gymnasien (1228 unter 8696) schon der 7., also 11 mal mehr jüdische als christliche Schüler, und auf den Realschulen (258 unter 2830) also der 9. — Am geringfügigsten ist die jüdische Bevölkerung in der Provinz Sachsen, denn daselbst ist erst der 351. Mensch ein Jude (5869 unter 2,043,975); auf den Gymnasien aber (69 unter 6200) der 90; dagegen aus den Realschulen (127 unter 2416) der 19. Schüler ein Jude, also 18 mal mehr jüdische als christliche Schüler. — In Westfalen ist der 99. Mensch ein Jude, auf den Gymnasien (123 unter 3826) der 3!., auf den Realschulen (81 unter 1212) der 15. — In der Rheinprovinz mit Hohenzollern ist der 93. Mensch ein Jude, auf den Gymnasien (146 unter 5922) der 40., auf den Realschulen (176 unter 2439) der 14. Wenn man diese Zahlen in den einzelnen Provinzen vergleicht, darf man nicht übersehen, daß in einigen Provinzen, z. B. in Westfalen die jüdischen Elementarschulen sich in blühendem Zustande befinden, weshalb die geringere Bezifferung der jüdischen Schüler auf Gymnasien und Realschulen gegen andere Provinzen nicht geradezu auf einen geringeren Bildungsgrad der jüdischen Masse schließen läßt; wohingegen dies in der Rheinprovinz der Fall ist, wo die jüdische Elementarschule nur an wenigen Orten von größerem Werthe ist. Nur eine Bemerkung wollen wir nicht unterdrücken. Bei der unverhältnißmäßig großen Betheiligung der jüdischen Schüler an den Gymnasien durch den ganzen preußischen Staat fällt die Ungerechtigkeit doppelt auf, daß von Staats Seite für den Religionsunterricht der jüdischen Schüler garnicht gesorgt, dieser vielmehr gänzlich ignorirt wird, während er für die evangelischen und katholischen Schüler hergestellt und obligatorisch ist. Ist der Religionsunterricht der Gymnasiasten eine pflichtmäßige Fürsorge der Instanz, welche die Organisation der Schule anzuordnen und deren Organe zu bezahlen hat, warum nicht auch für die jüdischen Schüler? Bedürfen diese keiner religiösen Bildung? Oder will man sie religiös verkommen lassen, um sie auf dem Gebiete der Religion bestimmten Zweckes halber ganz indifferent zu machen? So etwas rächt sich nach allen Seiten hin. Denn allerdings ist es unsre Ueberzeugung, daß in der großen Masse die jüdischen Eltern mehr Sorge für die religiöse Bildung ihrer Kinder tragest, als die christlichen. Dies wird durch die großen Opfer bewiesen, die jene dafür bringen. Aber in völlig genügendem Maße findet dies doch nicht statt, und was die Hauptsache ist, dem besten Willen fehlt hier oft die Gelegenheit. Dies ist ein Tropfen Wermuth in den Becher tröstlichen Trankes, welchen obige Berechnung uns reichte. Literarischer Wochenbericht. Berlin, im Januar. •na» R. Asariae de Rossi über Meor Enajim, accedunt: über Mazref la-Kescf et carmina liturgica ejusdem auctoris. Textum curavit, vitam auctoris, notas nee non tres indiccs locupletissimos adjecit Dr. David Cassel. S. XII, S. 508 und S. 176 in 8. Wilna bei Romm, Berlin bei Poppelauer. 1866--1867. Die literarischen Erscheinungen, welche durch die jüdische Presse in Wilna zu Tage gefördert werden, zeugen nicht selten dafür, daß der kritische Geist, den R. Elia gen. Gaon im vorigen Jahrhundert dort begründet hat, sich nicht allein forterhalten, sondern auch fortentwickelt hat, wenn auch zuweilen nach ganz anderen Richtungen hin, als die sind, welche der Lehrer und Meister ursprünglich angestrebt hat. Dieser kritische Geist giebt sich seinereits in manchen selbstständigen neuen Arbeiten, andrerseits auch in der geeigneten Auswahl unter den mit der Zeit selten gewordenen Schriften kund, welche dort von Neuem gedruckt werden, um sie einem großen Kreise wieder zugänglich zu machen. So ist neben der vor etwa 5 Jahren dort hergestellten neuen Ausgabe des Meor Enajim noch die vorliegende Ausgabe, welche sämmtliche hebräische Schriften Assaria de Rossis, dieses berühmten Gründers der Kritik und der historischen Forschung, in sich faßt, veranstaltet worden. Unter dem Text, von dem der des Meor Enajim nach der edilio princeps, der Mantuaer Ausgabe v. I. 1574, der des Mazref la-Kesel nach der in Edinburg 1854 zum ersten Male erschienenen Ausgabe und der des neu hinzugekommenen Gedichtes nach einer aus der Michael'schen Handschrift angefertigten Copie Edelmanns abgedruckt worden ist, laufen zahlreiche kritische Noten fort, welche den Text zuweilen erläutern, zuweilen ergänzen und berichtigen und bei denen der Verfasser, der in der jüdischen Literatur rühmlichst bekannte Gelehrte Dr. David Cassel, nichts unberücksichtigt gelassen hat, um diese Ausgabe zu der brauchbarsten zu machen, wenn auch die Druckerei

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