Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 4 (21.1.1868)
- Date
- 1868-01-21
- Page
- Seite 68 (sequence 8)
- Language
- German
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MUWMMWBKW5KMNMKWKRUUMWWWWWKMNWW8AMK'' 68 So viel jedoch steht fest, daß Tausend bei der Bezeichnung der Aera auf unserm Stein fortgelaffen worden, daß demnach 1029 nach seleucidischer Aera als die Zeit des Todes der Maschta gemeint sei, d. i. also 717 (718) n. Chr.*-. Mit diesem Datum stimmt auch ganz gut Sprache und Schrift des Steines. Jene ist ganz reines Hebräisch, und wenn man von den Eulogien absieht, die indessen schon früh bei den Juden in Gebrauch gewesen sein müssen,**- frei von allen rabbinischen Ausdrücken, bis auf das d’qw tn- „Gottes fürchtig," welches 0'viv ----- Gott aber auch schon in der Mischnah sich findet. — Die Schrift bietet nichts Auffallendes, nachdem wir in der neuesten Zeit durch so viele andere Monumente in hebräischer Quadratschrift mit dieser mehr vertraut geworden sind. Eine ziemliche Aehnlichkeit zeigt die Schrift unsers Grabsteins mit der des Bibel-Mscr. aus Odessa vom I. 916, aus dem wir in der deutschen-morgenländischen Zeitschrift (IX, 478) ein Alphabet gegeben haben. Am nächsten läge freilich die Vergleichung mit einem hebr. Grabstein aus der Krim vom I. 719 (s. Chwolson a. a. O. Taf. VI, Nr. 3); wenn diese jedoch keine sehr treffende ist, so ist zu bedenken, daß es bei 'paläographischen Untersuchungen immer mißlich ist Monumente ganz verschiedener Herkunft miteinander zu vergleichen. — Uebrigens glauben wir, daß der Stein, dessen photographischen Abdruck wir hier mitgetheilt haben, unter diejenigen gehört, welche das britische Museum besitzt. Wir finden nämlich bei Madden: liislorv of ihe Jewish coinage (London 1864) p. 318 bei der Untersuchung über die althebräische Schrift auch aufgeführt: The inscriptions on Ihe sepulchral sloncs from Aden, now in tlic British Museum“. Es heißt dann weiter: „these are four in number, of which Ivvo are dated, one A. D. 717—718, and the other A. D. 916—917. It is remarkable tliat the forms of | (Waw), T> (Sain) and J (Nun) correspond closely with Ihose 011 llie earth- *) Daß die Ansicht Playfair's (a. a. O.) „it is doubtful whether the year is 49 or 29, if the latter it would correspond with B. C. 302 as Alexander threatened Jerusalem about A. G. 311“ abzuweisen sei, bedarf keiner weiteren Auseinandersetzung. Wir finden auch noch sonst in Manuscripten der Juden diese Art der Abkürzung nach seleucidischer Aera, z. B. in dem Catalog der hebr. und samaritan. Mscr. (Paris 1866) ytx, io3. **) S. Chwolson: Achtzehn hebräische Grabschriften aus der Krim, S. 88. en bowls found at Babylon*). The peculiar letter 1*1 on llie later of these monuments, for Alepli, seetns lo he of Hirayaritic or Ethiopic origin.“ Das Alphabet, das Herr Madden auf seiner Schrifttafel aus der Inschrift des Grabsteins vom I. 717 — 718 gegeben hat, stimmt ganz zu den Formen unseres Steines, und scheint also wohl dieser später der Sammlung des britischen Museum's übergeben worden zu sein**). Es sei uns noch gestattet auf noch andere in Aden gefundene hebr. Grabsteine die Aufmerksamkeit der Heser dieser Zeitschrift zu lenken. Der mehrmals genannte Reisende Sapir hat in dem vorjährigen Jahrgang der hebr. Zeitschrift „Libanon" (Nr. 4) die Umschrift von zehn Grabinschriften, welche er auf Steinen zu Aden gesehen, veröffentlicht. Die meisten (sechs an der Zahl) datiren vom I. 28 der Contrakte, sind also aus demselben Jahre mit unserm Steine, die andern datiren vom I. I, 20, 29 und 69; bei allen fehlt die Bezeichnung der Tausend. Die meisten beginnen: tpe« nabw rrsb oder mit der entsprechenden Femininalform bei einem Weibe; bei zweien steht noch voran: 7,-13 nKNrt Y'~ „gepriesen sei der wahrhafte Richter." Außer den zwei vorher erwähnten Eulogien finden sich noch: s'y: d. i. py im: oder;.i py „seine Ruhe oder seine Seele im Paradiese," ribr d. i. v-ot rprnb „sein Andenken zur Auferstehung"***) und 3br d. i. N3i3b n=>t (oder lai-or) „sein Andenken sei zum Segen." Die Ephitheta der Verstorbenen und deren Väter halten sich ungefähr in der Sphäre der unsers Steines, übertriebene Lobeserhebungen sind nicht wahrzunehmen. Die Namen der Männer sind meistens die unter den übrigen Juden gebräuchlichen biblischen, wenn auch hin und wieder arabisirt. Der Name rtb°>m findet sich auf *) Es sind dies dieselben, über welche wir ausführlich in der deutschen-morgenl. Zeitschrift (IX, 465) gehandelt haben. Vgl. auch diedort gegebene Schrifttafel. **) Auch Dr. Löwe berichtet über die Aden-Steine des brit. Mus. in der bereits angeführten Zeitschr. Libanon Nr. 6, p. 80. Außer der Eigenthümlichkeit einzelner Formen, wird bemerkt, daß einer der Steine das Datum hätte m-iaiDb na-inst. Wie das mit der Nachricht von Madden, „two are dated“ stimmt, weiß ich nicht zu sagen, denn die gegebenen Daten vom I. 719 und 916 stimmen nicht mit ro-ins, das doch wohl >628 (---1316 n. Ehr.) bedeuten soll. ***) Vielleicht stand auf dem Steine nbi"b- „sein Andenken zum Segen und zur Auferstehung."