Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 3 (14.1.1868)
- Date
- 1868-01-14
- Page
- Seite 53 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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53 ausgezeichneten Verdienste auf dem Gebiete des Handels und der Industrie fammt ihren gesetzlichen Nachkommen in den ungar. Adelstand, unter Gestattung des Prädicates „Budai“ < Ofner) erhoben. Bis vor kurzem stand diese wohlthätige Frau an der Spitze der bekannten Fabrikfirma Goldberger. Ferner wurde der ungarische Adel dem mittlerweile zum Sectionsrathe beim Ministerpräsidium ernannten Publicisten Moritz Gans mit dem Prädicate „Ludassy" verliehen, u. z. in Würdigung seiner hervorragenden Verdienste auf dem Gebiete der Publicität. Ebenso wurde der Grundbesitzer Gustav Biedermann sammt Erben, für seine gemeinnützige Thätigkeit, besonders seine hervorragenden Verdienste ans dem Gebiete der Landwirthschaft unter Verleihung des Prädicates Üszöghi 6s Mosgöi (von seinen Gütern) in den ungar. Adelstand erhoben. Dem Wohlthätigkeitsverein „Maszkil el dal“ in Gjyöngyösch gestattete der Kaiser, dessen Namen in die Liste seiner Ehrenmitglieder eintragen zu dürfen, und übersandte dem Vereine zugleich 400 fl. ö. W. — Die Gebrüder Deutsch in Pest, welche ein prachtvolles Krönungsalbum anfertigen ließen, von dessen Ertrag sie mehr als 1000 fl. einem nationalen Zwecke zuwendeten, erhielten für 1 Prachtexemplar desselben vom Kaiser die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft. Der Ueberreitber des Albums, Herr Moritz D eutsch, hatte zugleich das Glück, von der Kaiserin in besonderer Audienz empfangen zu werden. Dieser Tage erhielten die genannten Verleger für je 1 Exmp. dieses Albums auch von der Königin von England und dem Könige von Würtemberg die große goldene Medaille für Kunst und Wissenschaft auf dem Wege der betreffenden Gesandtschaften zugeschickt. — Paul Domahidy, erster Vicegespau des Szathmarer Comitats, ernannte zum Diurnisten der Comitatscanzlei einen Israeliten, Namens Ludwig Klein. — In Battonya wurde — nach dem „K. Ch.“ — der dortige Rabbiner Weil zum Mitglied der Ortsrepräsentanz gewählt. — Zu Directoren der Commercial- und Gewerbebank in Ofen wurden unsere Glaubensgenoffen Moritz Jell i n e k und Hermann N e u w e l t erwählt. Ebenso wählte der vom Minister Eötvös präsidirte Landesindustrieverein unter 8 Referenten über die Wirksamkeit des Vereins in den verschiedenen Zweigen der Industrie zwei Israeliten, nämlich den Fabrikanten Gerson Spitzer und den Großhändler Posner, Ritter des Franz-Josef-Ordens. Unter den drei Abgeordneten, welche die ungarische Akadeinie und die Kischfaludi*)-Gesellschaft zur Petöfi*)- Feier sandten, befand sich auch unser Glaubensgenoffe der renommirte Aesthetiker Adolf Dux. Volkserziehungs-Vereine im Sinne unseres Cultus- und Unterrichtsministers Eötvös constituirten sich wieder seit unserem letzten Berichte in Ofen, im Baranyaer,Tolnaer und Zalaer Comitate. In Fünfkirchen (Baranya) conferirte in dieser Angelegenheit gemeinsam mit dem dortigen Bischöfe, Domherrn u. s. w. auch der dortige Rabbiner Eduard Ehrlich. Im Tolnaer Comitate zählt der neue Verein bereits 800 Mitglieder beiderlei Geschlechts, ebenfalls ohne Unterschied der Confeffion. In Keßthely (Zala) fand am 24. Novbr. eine Conferenz in dieser Angelegenheit statt. An derselben betheiligten sich, wie dem „Klagbar Izraelita“ geschrieben wird, sehr viele Geistliche und sonstige Männer der Intelligenz, darunter die Rabbiner Fasset aus Großkanizsa, Kohn aus Keßthely und Schwarz aus Csakathurn. Im Laufe der Berathung äußerte ein kathol. Geistlicher, daß es in seinem Lager noch Leute gebe, die es schaudert, mit den Juden in derselben Sphäre zu wirken, und schloß mit dem Anträge, daß jede Confeffion einen eigenen Verein bilde. Dagegen legte jedoch der Zalaegerßeger Dechant ein Veto ein, indem er zugleich bemerkte, daß es Pflicht eines jeden Patrioten sei, seine Fürsorge auf seine Mitbürger ohne Unterschied der Religion auszudehnen, welche Bemerkung allgemeine Zustiinmung fand. Aus dem Statutenentwurf des Ofener Vereins heben wir folgende Bestimmungen hervor: „Der Verein will bei der Bevölkerung das Jntereffe für Volkserziehung wecken, die Aeltern von der Nützlichlichkeit und Nothwendigkeit des Schulbesuches ihrer Kinder überzeugen, die bestehenden Lehranstalten unterstützen und bei der Errichtung neuer Mitwirken. Die Unterstützung geschieht durch Schenkung von Lehrmitteln, durch Vertheilung von Schulbüchern, Schreibreguisiten und selbst Kleidern an unbemittelte Kinder; dann durch Vertheilung von Prämien an die fleißigen Schüler; endlich durch Gründung einer Bibliothek für die Lehrer. Die Lehrer an den Volksschulen sind auch ohne Beitragsleistung ordentliche Mitglieder des Vereins. Die Comitö's sind theils Herrentheils Frauen-Comitö's." In der Novembersitzung der zu Kaposchvar abgehaltenen Congregation des Sümeger Comitats kam *1 Zwei berühmte ungarische Dichter.