Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 3 (14.1.1868)
- Date
- 1868-01-14
- Page
- Seite 49 (sequence 9)
- Language
- German
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49 wird fortan in Pest erscheinen, und ist das Blatt das Vereinsorgan des nngar.-israel. Lehrervereins. R. Pest, im Dec. (Privatmitth.) Der auch in weiten Kreisen rühmlichst bekannte Primararzt Dr. Jos. RozsSy wurde mit Acclamation zum Honorär-Comitatsoberarzt des Pest-Pilis-Solter Comitates erwählt. Aus Oberungorn, im Dec. (Privatmitth.) Wie keine Freude vollkommen, so haben wir heute, wie das Emancipationsgesetz auf dem Tische des Hauses niedergelegt ist, die traurige Journalistenpflicht, einen Vorfall zur öffentlichen Kenntniß zu bringen, der von Jedermann mit Entrüstung ausgenommen werden wird. Einige Sebeser Juden fuhren Geschäfte halber nach Eperies. Wie gewöhnlich wurden diese unterwegs von Studirenden der juridischen Akademie in Eperies insultirt, und nachdem sich dieser Landjuden ein eperieser israelttischer Kaufmann annahm, wurde letzterer so unmenschlich von den Akademikern geprügelt, daß er sterbekrank zu Hause anlangte und einige Tage später seinen Geist aufgab. Wenn wir gut unterrichtet sind, steht dieser nicht vereinzelte Fall mit einer Prügelscene vom vorigen Jahre in Verbindung, die einem mell. Dr. in Eperies galt. Wäre damals energisch eingeschritten worden, es wäre diesesmal gewiß so weit nicht gekommen; jedoch wie immer ziehen Saumseligkeiten der Behörden die traurigsten Folgen nach sich. Unsere Orthodoxen in Kaschau, die seit einem Jahre einen Gottesdienst unter freiem Himmel unterhalten, haben es trotz königlichem Commissär, der in der That in der Person des Ofener Oberrabbi, Dr. Hirsch, um die Parteien zu versöhnen, vom hohen Cultusministerium geschickt war, noch nicht so weit gebracht, in den unbedeutendsten Dingen nachzugeben, da es sich bei ihnen um nichts geringeres handelt, als ein mittelalteriges Judenthum in Ungarn zu behaupten. Wenn Finsterlinge solche Tendenzen verfechten, so ist es nicht zu verwundern, da es eben im Interesse gewisser Leute liegt, um allen Preis Opposition zu machen; wenn aber Männer mit vorzüglicher Feder und noch dazu gelehrte Magyaren sich dazu hergeben, dem kaschauer Hader einen religiösen Anstrich zu geben, so ist das unverzeihlich. Wir, die wir die Kaschauer Zustände aus eigner Anschauung kennen, können der Gemeinde zu dem energischen Wirken ihres Cultusvorstehers nur Glück wünschen und leben in der festen Ueberzeugung, daß es dem Herrn Vorsteher Dr. Kain bald gelingen wird, Frieden in eine Gemeinde zu bringen, die vermöge ihrer Intelligenz und Seelenzahl berufen ist, eine hervorragende Rolle in Oberungarn zu spielen. In S. a. Ujhely ist es seit der bekannten Eingabe unserer Orthodoxen etwas ruhig geworden, die Vorsteher der Nachbargemeinden haben eben ihre Schuldigkeit gethan und können gehen — und doch läßt sich der Fortschritt der Zeit nicht hemmen und soll eine Versammlung von Vertrauensmännern trotz Protest der Orthodoxen gleich nach Ausspruch der Emancipation, in Pest tagen. Im Schulwesen ist bei uns wenig Neues. Wie wir hören, geht das jüdische Schulwesen Ungarns einer bedeutenden Reform entgegen. So wurde vorläufig die Pester Musterschule und Präparaichie. umgestaltet und an diese Anstalt der wackere Musterlehrer Nathan Fischer, Redakteur des jüdischen Schulboten, berufen. Auch wird fortan die Präparandie ihren Direktor haben und ist zu diesem Behufe der Concurs bereits ausgeschrieben. Aber auch auf pädagogischem Gebiete haben wir eine Reihe vorzüglicher Schulschriften zu verzeichnen, die den Autoren zur größten Ehre gereichen und von denen manche auch in Deutschland mit Erfolg benutzt werden dürften: Joachim Blum, das anschauliche Lesen des Hebräischen, dasselbe für ungarische Schulen, der hebräische Sprachunterricht von W. Singer, das A. B. C. für ungarische Schulen von Kohänhi und Bauer, eine vorzügliche Schrift, die sich in ungarisch-israelitischen Schulen Bahn brechen wird. Besonders hervorheben müssen wir das: viaibrr; nrr'Npn -irab zweiter Theil von Joachim Blum, welches in meisterhafter Kürze die Grammatik behandelt, und da dieses Büchlein die Bibel im Auszug gibt, vorzüglich deutschen Volksschulen empfohlen werden kann. Oberlehrer I. I. Rosenmeher. Belgien. Brüssel, 29. Dec. (Privatmitth.) In einem hier und in Paris viel gelesenen Blatte „In Finance“ scheint der Katholicismus mit vielem Behagen nicht allein Alles, was sein Interesse erheischt, zu verthcsdigen, sondern auch über alles was sich Jude nennt,