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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-01-14 · Heft 3 (14.1.1868) · p. Seite 48

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 3 (14.1.1868)
Date
1868-01-14
Page
Seite 48 (sequence 8)
Language
German
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48 schlage in Betreff der mit der Eröffnung der neuen Synagoge hier einzuführenden Liturgie zu machen. Dem Herrn Obercommerzrath Simon hierselbst ist vor einigen Tagen ein von dem gesummten Magistrate und Bürgervorsteher-Collegium unterzeichnetes Schreiben zugegangen, in welchem dessen Verdiensten um die hies. Stadt die größte Anerkennung gezollt, das Bedauern über seine Abreise von Hannover ausgedrückt und die Hoffnung ausgesprochen wird, daß er doch noch vielleicht einmal hierher wieder zurückkehren werde. Herr Obercommerzrath Simon hat vor seiner Abreise bei Gelegenheit eines frohen Familienereignisses sämmtliche hies. Wohlthätigkeitsanstalten noch mit reichen Spenden bedacht und auch bei dem letzten Gottesdienste, dem er in seiner Privatshnagoge beiwohnte, den Armen, auch Auswärtigen, ansehnliche Geschenke gemacht und selbst für den Bau von Wohnungen in Jerusalem 100 Thlr. gespendet. Bei den jüngsten, in unserer Provinz stattgehabten Bürgervorsteherwahlen wurden mehrere Juden zu Bürgervorstehern ernannt, wie z. B. hier, wo der Wahlkampf ein sehr heißer war, der erste Gemeindevorsteher Herr D. Heinemann, so daß wir jetzt zwei Juden im Bürgermeister-Collegium haben; in Eldagsen der Kaufmann Marcus Mosheim und in Gifhorn der Kommerziell Commissair Jonas Menke. Dein Synagogendiener Herrn Theodor Jüdell hierselbst, welcher unlängst seine goldene Hochzeit feierte, wurde bei dieser Gelegenheit außer vielen anderen Geschenken von Seiten einzelner Gemeindemitglieder von dein Gemeindevorstande als Zeichen der Anerkennung ein silberner Pokal verehrt. Ein Candidat des höheren Schulamts, ein Hannoveraner von Geburt und Israelit von Confession, welcher die vorgeschriebenen Prüfungen gut bestanden, hatte sich zum Eintritt in das praktische Lehramt bei der Regierung in Wiesbaden vorschriftsmäßig gemeldet, wurde aber nach einer in Nassau noch bestehenden Verordnung, nach welcher Israeliten der Zutritt zu dem Gymnasiallehramt verschlossen ist, abgewiesen. In Salzhemmendorf feiert ber Lehrer Holländer am 1. Januar k. I. sein goldenes Dicnstjubiläum. Bayreuth, 2. Januar. tPrivatmitth.) Der Wehrausschuß hat nachträglich noch die Befreiung der Rabbinatskandidaten beantragt, welche ein Zeugniß von einem inländischen Rabbiner und der betr. Cultusgemeinde vorlegen. Die Kammer nahm diesen Antrag (rit einem Zusatzantrag des Abg. Münch von Hof n, wornach auch ein Gymnasialabsolutorium erfordert wird. Abg. Dr. Ruland, obgleich, wie er sagte, den Juden nicht besonders günstig, wollte den Rabbinern nicht auch noch die Last des Lateinischen und Griechischen aufladen, erregte damit aber nur die Heiterkeit der Kammer. Die Regierung erhob keinen Einwand gegen die Vorschläge des Ausschusses. Ohne Zweifel wird die Reichsrathskammer diesen Beschlüssen beitreten. Oesterreichischer Kaiserstaat. Wien, 28. Dec. Gestern hat die Neuwahl des Vorstandes der hiesigen jüdischen Gemeinde auf Grund ihres unlängst sanctiouirten definitiven Statuts stattgefunden. Es betheiligten sich an derselben 581 Wähler, etwa ein Drittel (??) der stimmberechtigten Anzahl. Zwei Mitglieder des früheren Vorstandes, die Herren Joseph Wertheimer und vr. Jaques, hatten erklärt eine Wiederwahl nicht annehmen zu können; von den noch erübrigenden wurden siebzehn mit großer Majorität wiedergewählt; es sind dies die Herren Biach, Bing, Brandeis, Cohn, Di'. Engel, Ritter v. Epstein, W. Frankl, M. Ritter v. Goldschmid, Guttmann, S. Hirschler, R. v. Königswarter, Dr. Kompert, Dr. Kuranda, Dr. Matzl, M. Pollak, R. v. Schey, P. Schiff. Neu gewählt erscheinen die Herren Dr. Ph. Mautner und Adolph Neustadt. Für das zwanzigste Vorstandsmitglied konnte keine absolute Stimmenmehrheit Erzielt werden; es werden die Herren Dr. I. v. Hofmannsthal und C. Schlesinger, auf welche die uächstmeisten Stimmen entfielen, am nächsten Sonntag in den gewöhnlichen Localitäen während der Vormittagsstunden zur engeren Wahl gelangen. Pest, im Dec. (Privatmitth.) Die Suppenanstalt, seinerzeit von dem nun in Gott ruhenden Oberrabbiner Dr. A. Weisel ins Leben gerufen, konnte in diesem Jahre ihre Thätigkeit wegen Mangel an Theilnahme nicht entfalten und doch thut Hilfe am meisten Noth, nachdem hier vorzugsweise Lehramtskandidaten berührt sind. — Die Vorlesungen im ungarischisraelitischen Verein sind im vollsten Zuge und von Theilnehmern stark besucht. 'Der „jüdische Schulbote"

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