Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 32 (1868)
- Issue
- Heft 2 (7.1.1868)
- Date
- 1868-01-07
- Page
- Seite 29 (sequence 9)
- Language
- German
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29 tt der Zchü-- Jm varen christoirken fehlen vgen. itani- N vr. vlung 857, rfsätze n zu oition angehriftssara- , daß , die ALntniß des Sas oft narik die und l zur und ttter« den jetzt te es itifter reim als bürg späterer Ministerwechsel nichts mehr daran ändern. Mag man daher von dem gegenwärtigen Inhaber des Justizportefeuilles mehr oder minder gute Meinung haben, so ist es doch unsere Pflicht, die Absichten jenes Herrn zu Tage zu bringen, und wir haben uns entschlossen, hierfür in der nächsten Zeit Sorge zu tragen. Potsdam, 26. Dec. iPrivatmitth.j Am nächsten Sonntag wird die hiesige Gemeinde ein seltenes Fest feiern, nämlich die hundertjährige Jubelfeier ihrer Synagoge. Im Jahre 1767 kaufte Friedrich der Große das am Wilhelmsplatz Nr. 1 belegene Haus, und ließ für die damals aus circa zwanzig Familien bestehende jüdische Gemeinde eine Synagoge erbauen, welche am 29. Dec. 1767 cingeweiht wurde. Wie die damals erschienene „Spenersche Ztg." berichtete, wohnten der Einweihung bei der Kronprinz, spätere König Friedrich Wilhelm H. und sämtljche Prinzen und Prinzessinnen. Die hiesige jüdische Gemeinde, welche jetzt aus fast 100 Familien besteht, wird am 29. d. die 100jährige Jubelfeier durch einen Festgottesdienst begehen, und lebt der Hoffnung, daß Mitglieder des Königshauses sich wiederum daran betheiligen werden, zu welchem Zwecke sie dahin, zielende Einladungen hat ergehen lassen. In sinniger Weise wird der Gottesdienst mit demselben hebräischen Weihegesang anheben, welcher vor hundert Jahren die Einweihung einleitete, und hat der gegenwärtige Rabbiner vr. Tobias Cohn drei recht schöne hebr. Verse hinzugefügt, welche auf die Gegenwart Bezug haben. Nach Ausheben der Thora, Umzug mit derselben, und ihrem Zurückstellen wird Predigt stattfinden und die Feier mit dem deutschen Adon olam endigen.! Sternberg, ll. Dec. (Privatmitth.) Es ist eine Jrönie des Schicksals, die aber nicht zu den Seltenhesten ihrer Art gehört, daß die Verhandlungen der mecklenburgischen Landstände mit denen der beiden ungarischen Tafeln und des österreichischen Reichsrathes zusammengefallen sind, und während in diesen die volle Gleichberechtigung ohne Debatte und fast einstimmig angenommen wurde, die mecklenburgischen Landstände über das Maß des Rechts und Unrechts mäkelten, und reichlich mit ihren veralteten Motiven angezogen kamen. Als Kuriosum ist es daher wohl angezeigt, etwas Näheres über diese Debatten hier wiederzugeben und als ein Nachhall früherer, jetzt vergessener Kammerverhandlungen für die Nachwelt aufzubewahren. Wir geben den Bericht nach der „Mecklenburgischen Zeitung" Nr. 291. In der Sitzung vom 11. Dec. wurde der Hauptbericht über die rechtlichen Verhältnisse der Juden angenommen. Derselbe geht dahin, die jüdischen Rechte noch über die Regierungsvorschläge hinaus auszudehnen, indem ihnen auch die Rechte der Polizei und als Orts-Obrigkeiten nicht gewehrt werden sollen. Die Bürgermeister Karrig, Hermes, Zegelin und Wegner proponircn Gleichstellung der Juden und Christen bis auf Schul- und Kirchen-Patronat. Die Ritterschaft will namentlich dies Recht der Landstandschaft bei der Debatte abzuwehren suchen, da der christliche Staat dadurch leide. Landrath v. Rieben meint, daß man versuchen müsse, die Propositionen des Hauptberichts durchzubringen. Pogge-Blankenhos führt aus, daß die Bundesgewalt dies nicht dulden werde. Wir theilen nachstehend aus den Verhandlungen darüber Folgendes mit: Die Majorität der Comits (Landrath v. Oertzen-Woltow, v. Liebeherr, v. Plessen, v. Oertz e n-Kotelow und v. O e r tz e n-Brunn, Hofrath Schultetus-Malchin, Rath Bahr-Fürstenberg) bemerkt, daß unter dem Einfluß des Rationalismus und seines Gefolges Theorien Eingang gefunden hätten, nach welchen die Religion nicht als innere Glaubenssache, sondern als eine bloße Lehre aufgefaßt wird, mit welcher die Anhänger, so wie die Staatseinrichtungen nur in äußerl. und zufälliger Verbindung stehen (!). Unter dem Titel der Aufklärung und Toleranz werde die Aufgabe gestellt, die Juden nicht bloß in privatrechtl., sondern auch in öffentl. Beziehung den Christen gleichznstellen und sie mit ihnen zu verschmelzen. Den Anforderungen der Humanität werde jedoch völlig genügt durch Gleichstellung der Juden in privatrechtl. und gewerbl. Beziehungen; die Ausdehnung der Gleichstellung auf das öffentl. Gebiet führe dahin, daß die wesentliche Bedeutung unserer Religion für den Staat und die in ihm bestehenden Institutionen thatsächlich aufgehoben und damit auch zugleich die Juden mit ihren eigenen Religionsvorschriften und namentlich dem Glaubenssatz ihrer besonderen Nationalität in Widerspruch gesetzt würden. Unerläßlich für das Wesen des christlichen Staates sei, daß derselbe seinen Angehörigen ein christliches Regiment bewahre durch Ausschließung aller Nichtchristen von 2