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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-01-07 · Heft 2 (7.1.1868) · p. Seite 25

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 2 (7.1.1868)
Date
1868-01-07
Page
Seite 25 (sequence 5)
Language
German
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25 Frage, wenn nicht jetzt, jedenfalls unter dem uns folgenden Ministerium große Schwierigkeiten Hervorrufen. Ich ermächtige Sie, dieses Schreiben auf vertraulichem Wege auch den Vorstehern der Munizipalitäten mitzutheilen. Empfangen re. Stephan Golesco m. p." Wir würden dem gesunden Sinn und der Einsicht unserer Leser wenig Rechnung tragen, wenn wir uns über den in diesem Rundschreiben sich aussprechenden jesuitischen Geist des Näheren verbreiten wollten. Daher nur einige Bemerkungen. Nichts geht deutlicher aus diesem Rundschreiben hervor, als daß die Furcht vor der Meinung Europas die rumänischen Machthaber von den grausamsten und-vollständigsten Verfolgungen der Juden abgehalten hat und noch abhält, und daß also diese Meinung Europa's das einzige Schilv und die einzige Schutzwehr für die rumänischen Juden ist. Wie sehr daher alle diejenigen an der Sache der Verfolgten gefehlt haben, welche durch die Vorspiegelungen der rumänischen Negierung sich so schnell haben befriedigen lassen, ist offenbar. Diese Einschläferung der öffentlichen Meinung soll der rumänischen Regierung mit ihrem ganzen Anhang die Gelegenheit bieten, ihre Pläne gegen die Juden auszuführen, aber mit aller möglichen Vorsicht, um jene nicht abermals zu wecken. Unsere Leser erinnern sich, daß wir dieser Ansicht immer gewesen, und das vorliegende Rundschreiben erhärtet unsere Meinung vollständig. Wie immer, verstrickt sich derjenige, welcher Hinterlist und Tücke treibt, in seinen Ansichten selbst. Der Minister sagt zuerst, die große Zahl der in dem Fürstenthume befindlichen Juden sei ein Unglück für das Land und könne eine Gefahr werden, weil viele derselben ohne ehrliche Subsistenz seien; alsdann aber giebt er die stattgefundenen Verfolgungen für eine rein hygienische Maßregel aus, d. h. aus Gesundheitsrücksichten verfügte. Nun kennt Jeder, der die Grenzen der Donaufürstenthümer einmal betreten hat, den grenzenlosen Schmutz, die Indolenz gegen alle Forderungen der Reinlichkeit in Wohnung, Kleidung und Nahrung, in welche die gesammte Bolksmasse versunken ist, und wie selbst die dortigen Vornehmen nichts als einen französischen Firniß darüber gebreitet haben, und so wird auch Jedermann über dieses ministerielle Kunststückchen lachen müssen, durch welches Vorgänge, wie sie in Galacz und an vielen anderen Orten Rumäniens stattgefunden, für Gesundheitsmaßregeln zum Heile des rumänischen Volkes ausgegeben werden sollen. Nach diesem Lächeln wird aber für den Menschenfreund der schmerzliche Ernst kommen, die brutale Humanität von einer Regierung in solcher Weise nicht blos geschützt und entschuldigt, sondern hervorgerufen und gewissermaßen befohlen zu sehen; schließlich aber auch für den Politiker die Frage: welches Vertrauen Staatsmännern zu schenken sei, die dergleichen Künste treiben. Jndeß alles dies erregt nur unser sekundäres Interesse. Der Schwerpunkt liegt vielmehr in den Aussichten, welche der Minister für die rumänischen Juden eröffnet. Er spricht offen aus, daß sein Ziel die Erdrückung der Juden in Rumänien ist, und mahnt nur von unklugen Maßregeln ab, welche den Unwillen Europas von Neuem erregen können; er verspricht, daß die Regierung ihr Werk vollenden werde. Man will also Europa dupiren. Dies wird aber dem Herrn Minister nicht gelingen. Sein Schreiben, durch welches e* für die unglücklichen Juden die Fallstricke auslegen will, wird am ehesten dazu beitragen, Europa aufmerksam zu machen, und alle Wohlgesinnten werden ihn hierin unterstützen. Die Gleichberechtigungs-Frage im ungarischen Landtage. Pest, 24. December. Das Unterhaus hat in seiner Sitzung vom 20. December den Gesetzentwurf über die Gleichberechtigung der Landesbewohner aller Confessionen in Ungarn angenommen. Vorerst wurde das Gesetz über die Gleichberechtigung der Israeliten und das Referat der Central-Commission verlesen. Die Cominission beantragt, den ersten Paragraph folgendermaßen abzuändern. „Die israelitischen Landesbewohner werden zur Ausübung aller bürgerlichen und politischen Rechte für gleichmäßig berechtigt mit den christlichen Bewohnern erklärt." Hierauf betritt Kol. Tis za als Referent der siebenten Abtheilung die Tribüne, um folgenden Bericht zu verlesen: Gutachten der siebenten Sektion über den von der Gleichberechtigung der israelitischen Einwohner lautenden Gesetzvorschlag. Die siebente Section begrüßt mit Freuden den Augenblick, in welchem eine Scharte unserer freisinnigen Verfassung dadurch ausgewetzt wird, daß unsere Landsleute

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