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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-01-07 · Heft 2 (7.1.1868) · p. Seite 24

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 2 (7.1.1868)
Date
1868-01-07
Page
Seite 24 (sequence 4)
Language
German
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24 zichten, und darauf Hinweisen, daß sie bereits auch von christlicher Seite ausgesprochen worden. Wir wollen uns hier auf ein Citat aus einem viel verbreiteten Buche beschränken, nämlich auf Gustav Freytag's „Bilder aus der deutschen Vergangenheit; Band II. Aus dem Jahrhundert der Reformation; 5. Aufl. Leipzig 1887," in dem trefflichen Bilde, das er von Luther entwirft. lS. 35. 47. Worte des Mycvnius aus dem Jahre 1510. S. 73. 74.) Ein Rundschreiben des rumänischen Ministers des Innern. Der rumänische Minister des Innern Stephan Golesco hat an sämmtliche Präfecten ein vertrauliches Circular gesendet, welches bisher noch nicht veröffentlicht wurde und ein characteristisches Schlaglicht auf die Bestrebungen der dortigen Regierung in der Judenfrage wirst. Wir geben das interessante Aktenstück in der uns durch die „Pester Corresp." zugemittelten Uebersetzung: „Herr Präfect! Es ist jedem Rumänen bekannt, daß die große Zahl der in den Fürstenthümern befindlichen Juden, von denen viele ohne ehrliche Mittel der Subsistenz, ein Unglück für das Land ist, und daß die Regierung verpflichtet ist, alle jene Mittel zu ergreifen, welche geeignet, diesem Uebel zu steuern, das, wenn es geduldet, zu einer Gefahr sich gestalten könnte. Bis vor einigen Tagen haben auswärtige Blätter unserem Volk und unserer Regierung die beleidigendsten Bezeichnungen, wie Glaubensverfolgung, Barbarei, Nichtachtung der Menschen, beigelegt. Dank der würdigen Haltung, welche die rumänische Nation und die Regierung Seiner Hoheit den ihnen feindlichen Richtungen entgegeustellt, ist die Wahrheit an das Tageslicht getreten, sie ist in Europa anerkannt worden und die freie Presse hat begonnen einzugestehen, daß nicht die Rumänen, das toleranteste Volk der Erde, selbst zur Zeit, als Glaubensverfolgungen in anderen Ländern an der Tagesordnung waren, sondern Diejenigen Vorwürfe verdienen, welche eine rein lokale, eine im Interesse der rumänischen Nation verfügte hygienische Maßregel ausbeuteten. Unglücklicher Weise waren unter diesen Uebelwollenden auch einzelne, die aus Achtung für meine Stammgenossen ich mich enthalte, Rumänen zu benennen. Die Regierung und die Rumänen sind jedoch dem Schlage ausgewichen und die Frage hat eine andere Wendung genommen. Nicht durch Schweigen und nicht durch unwürdige Mittel haben die Regierung uud die Rumänen die öffentliche Meinung Europas zu ihren Gunsten umgestimmt, sondern durch ihre den Traditionen entsprechende Haltung. Wollen wir daher, Herr Präfekt, Zusammenwirken, um Rumänien von der ihm drohenden Gefahr zu befreien, wirken wir jedoch mit Geschick und Klugheit, daß wir nicht neue Gefahren heraufbeschworen, nachdem es uns gelungen ist, in den ersehnten Hafen einzulaufen. Geben wir nicht Veranlassung, uns der Intoleranz zu beschuldigen, welche, wie ich bereits erwähnt, die Rumänen nicht nur nicht kennen, sondern sie auch nicht kennen wollen. Sie, Herr Präfekt, wissen, daß zu Unrechter Zeit vorgebrachte apatriotische Strebungen in ihren Wirkungen dem Verrathe gleich kommen. Nicht nur ich und meine Kollegen, sondern alle Freunde Rumäniens haben mit Betrübniß die von den Distriktsbehörden verfügten Maßregeln wahrgenommen, Maßregeln, die nicht geeignet, die Gemüther zu beruhigen, z. B.: die Maßregel, daß Christen nicht mehr bei Juden in Dienst treten dürfen, und andere dergleichen. Wie werden wir Angesichts derartiger Verfügungen Denjenigen entgegentreten, welche uns von Neuem der Intoleranz beschuldigen werden? Was werden wir denjenigen antworten, welche uns befragen: „Wo ist die durch die Landesgesetze proklamirte Bürgschaft der individuellen Freiheit?" Wollen Sie, Herr Präfekt, ich beschwöre Sie im Namen Rumäniens, allen Ihnen unterstehenden Administrativorganen begreiflich machen, daß die-Regierung das Uebel kennt, und daß sie bestrebt ist, es zu beseitigen, man möge jedoch ihr Vertrauen schenken und ihr Zeit lassen zu arbeiten, wie eine geregelte Regierung arbeiten soll, und ihr nicht durch übertriebenen patriotischen Eifer neue Hindernisse schaffen. Ueberzeugt, daß Sie den Geist dieses ganz vertraulichen Schreibens aufgefaßt, sehe ich mit Zuversicht dem Erfolge entgegen, wenn Sie uns Ihre Mitwirkung nicht versagen, und Diejenigen aufklären, welche uns hinderlich in den Weg treten. Wenn das gegenwärtige Schreiben nicht das gehoffte Ergebniß haben sollte, würde unfehlbar die Lösung der

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