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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1868-01-01 · Heft 1 (1.1.1868) · p. Seite 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
32 (1868)
Issue
Heft 1 (1.1.1868)
Date
1868-01-01
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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Gouverneure gerichtet ist, in diesem Augenblick in den Büreaux der Provinzialgouverueure geprüft wird und daß man in Wilna bis jetzt noch keine Antwort erhalten hat. Die Commission für die Angelegenheiten der Israeliten zu Wilna hat entschieden, daß alle in den Schulen gebrauchten Lehrbücher ins Russische übersetzt werden. Es ist neben dem Beaufsichtigungsrath der Bezirksschule eine Speeialcowmission gebildet, um die: zu übersetzenden Bücher auszuwählen. Die Schuleommission beschäftigt sich unter Anderen mit dem Projekt, die israelitischen Schulen mit den übrigen Schulen zu vereinigen. Coreesp ond enz. Monatsberichte aus Ungarn. IV?) Neu-Verbaß, Anfang Novbr. 1867. Die 2. Generalversammlung des ungarischisrael. Landeslehrervereins. Seit der Constituirung des ungarisch-israel. Landeslehrervereius — worüber Schreiber dieses in diesen Blättern seinerzeit ausführlich berichtete — ist nun ein Jahr verflossen, während dessen nicht nur das Vertrauen in die Lebensfähigkeit dieses Vereines selbst bei jenen wuchs, die das Zustandekommen desselben früher bezweifelt hatten, sondern auch die thatsächlichste Theilnahme für denselben in nicht unbedeutendem Maße sich manistirte. Dabei läßt sich jedoch nicht leugnen, daß von den am Gedeihen dieses Vereines am unmittelbarsten interessirten Faktoren, den Lehrern und Gemeinden nämlich, von den ersteren noch eine nach vielen Hunderten zahlende Anzahl, von den letzteren noch die meisten demselben beizutreten haben. Der Verein befindet sich also — trotzdem derselbe bis zur diesjährigen Generalversammlung bereits gegen 220 einzahlende Mitglieder, darunter 10 gründende, 14 unterstützende und 4 Wohlthäter, zählte — noch in den ersten Anfängen seiner vorgestreckten Wirksamkeit, indem derselbe Unterstützungen an hilfs¬ *) Es war uns des Raumes wegen unmöglich diesen Bericht in seinem ganzen Umfang und insbesondere die namentliche Aufführung aller Wohlthäter und der in die Commissionen gewählten Mitglieder des Vereins zu geben. Redaktion. bedürftige Lehrer oder deren Wittwen und Waisen, in Anbetracht der Nothwendigkeit einen ansehnlichen Barfonds zu sammeln, in den ersten drei Jahren statutengemäß nicht ertheilen und die Aussetzung von festen Jahresgehältern gar erst für jene Zeit in Aussicht nehmen kann, wo der Verein über genügende Capitalien für diesen Zweck zu verfügen haben wird. Mögen daher die dem Vereine noch nicht beigetretenen öffentlichen Lehrer*) ihren Beitritt beschleunigen, mögen aber auch die Gemeinden in ihren eigenen wohlverstandenen Interesse allesammt dem Vereine einen bestimmten Jahresbeitrag zufließen lassen, damit derselbe je eher in die Möglichkeit versetzt sei, die Obsorge für die im Dienste der Gemeinde ergrauten oder dienstunfähig gewordenen Lehrer oder deren Hinterbliebenen zu übernehmen; ja mögen nicht minder recht viele wohlthätige Reiche den heiligen Zwecken des Vereins ihre hier sicherlich wohlangewandten Gaben zuwenden, und der ungarischisrael. Landeslehrerverein und mit demselben zugleich die ungar. israel. Schule wird einem immer größern Flore entgegengehen zum Heile aller daran Betheiligten. — Und nun seien in Nachfolgenden die wichtigsten Momente der diesjährigen Generalversammlung skizzirt. Am 16. October Vormittags wurde in Anwesenheit zahlreicher Pestofener und Provinzlehrer unter dem Vorsitze des wackern Lehrerveterans Strummer aus Szegedin eine Voreonferenz abgehalten. In dieser Norberathung stellte ein Mitglied den gegenwärtig jedenfalls noch verfrühten und darum auch von keiner Seite unterstützten Antrag, daß die ungarische Sprache bei der Generalversammlung als alleinige Verhandlungssprache dienen solle. Es ist überhaupt die Zeit vorläufig noch nicht abzusehen, wann auch sämmtliche Lehrer der nichtuugarischen Comitate sowie der Nebenländer (mit Aufnahme des ungarischen Theiles von Siebenbürgen) der ungarischen Sprache insoweit mächtig sein werden, um an Lehrereonferenzen mit ungarischer Verhandlungssprache actio sich betheiligen zu können. Unter so bewandten Umständen brauchen die israelitischen Lehrer Ungarns — wie ein Mitglied treffend bemerkte — nicht ungarischer zu sein, als die ungarischen Municipien, bei deren Berathungen es jedermann gestattet ist, sich derjenigen Sprache des Landes zu bedienen, die ihm am geläufigsten ist. Die Insinuation: bei der Lehrerversammlung den Sprachenterrorismus in Anwendung zu brin- *) Privatlehrern ist die Aufnahme bisher versagt.

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