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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-12-24 · Heft 52 (24.12.1867) · p. Seite 1046

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 52 (24.12.1867)
Date
1867-12-24
Page
Seite 1046 (sequence 18)
Language
German
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M 1046 Himmel hinauf und tröstend wieder hinabsteigen. — Zum Schluß drückte der Redner mit Anwendung des Satzes: „Ziehe hin in Frieden" die Theilnahme aller Anwesenden, der Wiener Gemeinde und seiner selbst aus. Nach dieser Rede, von welcher wir nur eine schwache Skizze geben konnten, wurde der Schlußchor abgesungen, worauf der Sarg in den sechsspännigen Todtenwagen gehoben wurde. Der Zug setzte sich sodann in der vorgeschriebenen Ordnung in Bewegung. Das Geleite bildete einen unabsehbaren imposanten Zug, welcher vom Trauerhause bis in die Waitznerstraße reichte, und ungefähr von der Mitte derselben aus durch eine große Anzahl von Wagen nach dem Friedhofe befördert wurde. Im Friedhof hielt zuerst der Rabbiner der Nachbargemeinde Altofen, Dr. Hirsch, eine Trauerrede, in welcher er die erschütternden Nebenumstände des Trauerfaües und die Verdienste des Verstorbenen beredt schilderte. — Dr. Jakob Steinhardt, Oberrabbiner der Araber israelitischen Gemeinde, würdigte in markigen Worten die Wohlthätigkeit des Verewigten, sowie dessen Verdienste als Kanzelredner,' als Förderer der heiligen Interessen des Judenthums, der jüdischen Wissenschaft, des Gottesdienstes, und indem der Redner sodann die Theilnahme seiner, sowie zahlreicher anderer Gemeinden für die Pester Gemeinde ausdrückte, nannte er diese „das Herz des ungarischen Israel", dessen Weh alle Glieder durchzuckt. Der Redner nahm die Gelegenheit wahr, in diesem Moment und bei dem gegenwärtigen traurigen Anlaß es zum Ausdruck zu bringen, daß die große Mehrzahl der Gemeinden Ungarns mit den Bestrebungen der Pester Gemeinde sympathisire und an den Unternehmungen derselben zur Förderung der Interessen der Israeliten als solche und als Staatsbürger innigen Antheil nehme. — Dr. Treuenfels, Rabbiner aus Stettin, der im Namen seiner Gemeinde Worte der Trauer sprach, sagte unter Anderem, daß in einigen Wochen 25 Jahre zu Ende gegangen wären, seit Dr. Meisel Rabbiner in Stettin wurde. Die dortige Gemeinde hätte demnach binnen kurzer Zeit eine Gratulationsdeputation hergesendet, und anstatt dieser mußte er nun zum Grabe des Jubilars kommen. — Cantor Friedmann giebt seinem Schmerz in einigen Worten Ausdruck, in welchen er betonte, daß er in dem Verstorbenen einen Freund und Berather verloren habe. Dann wurde der Sarg zum Grabe hingetragen, worauf Herr Kovä cs, einer der nicht israelitischen Leidtragenden, eine Trauerrede hielt, in welcher er von dem Verstorbenen sagte, daß er, gleich Moses, die Freiheit seines Volkes nur im Geiste sehen, nicht selbst erleben konnte. — Als sodann der Sarg in das Grab gesenkt wurde, ergriff Dr. Jell nek noch einmal das Wort, und erklärte, daß er die B egräbnißfeierlichkeiten des Predigers vr. Mannheimer in Wien, des Rabbiners Dr. Rappoport in Prag gesehen habe, daß ihm aber nirgends der Anblick Tausender von Trauernden so bewältigend entgegengetreten sei, wie hier. Im Hinblick auf seinen Vorredner wendete er den Satz eines jüdischen Autors an, daß ein bedeutender Mann, selbst wenn er gestorben, noch wie lebend fortwirke. Ein solches Fortwirken finde er hier, indem über dem Grabe des Verstorbenen durch die theilnehmenden Worte des Vorredners verschiedene Confessionen in brüderliche Berührung gekommen. Wie traurig auch der Anlaß sei, so freudig sei die Botschaft, die er hierüber in seine Heimath bringen könne. An die Worte des Herrn Vorredners anknüpfend, in welchen derselbe das Bild Mosts anwendete, trat Dr. Jellinek dem Vorurtheil hinsichtlich der Todesart des Verstorbenen entgegen, und wies gerade auf die Bevorzugung dessen hin, der eines plötzlichen Todes stirbt. — Bei den Schlußworten des Redners wurde das Grab, das den Sarg aufuahm, geschlossen, und hiermit war gegen 2 Uhr Nachmittags die Trauerfeierlichkeit zu Ende, die sowohl den Verewigten, als auch die verwaiste Gemeinde desselben ehrte. „Tristan und Isolde" und das Maasetuch. Es dürfte den Lesern dieser Blätter und namentlich den Kennern der ebenso hochgepriesenen, als vielgeschmähten „Zukunftsmusik" nicht ohne Interesse sein, zu erfahren, daß die der Wagnerischen vor mehreren Jahren mit Schmerzen geborenen Oper „Tristan und Isolde" zu Grunde liegende Sage auf eine gewissermaßen jüdische Quelle zurückzuführen ist oder wenigstens mit einem, in einem jüdisch-deutschen Volksbuch, dem sogen. Maasebuch enthaltenen Märchen in innigster Verbindung steht. Wir werden hierauf von der Germania (XI. Jahrg. 4. Heft) aufmerksam gemacht, die in einer längeren Abhandlung die verschiedenen Bearbeitungen der Tristansage mit ihren mannigfachen Versionen zusammenstellt und die Wahlverwandtschaft derselben mit dem Märchen von der goldhaarigen Jungfrau und den Wassern des Lebens und des Todes nachweist. Nach letzterem wird nämlich ein Jüngling von einem alten Könige ausgesandt, die Jungfrau mit dem goldenen Haare zu suchen und für ihn um sie zu werben. Der Jüngling findet sie, wirbt für den König und nachdem er erst mehrere ihm gestellte Aufgaben gelöst hat, folgt ihm die Jungfrau zu seinem Herrn. Dort angelangt wird der Jüngling getödtet, von der Schönen aber durch ein Lebenswasser neu belebt. Der König will dies auch versuchen und läßt sich ebenfalls tobten; die Königin belebt ihn aber nicht wieder, sondern vermählt sich mit dem Jüngling. Die älteste und ausführlichste Erzählung dieses Märli

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