Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 52 (24.12.1867)
- Date
- 1867-12-24
- Page
- Seite 1035 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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1035 zu entfernt abgehalten werden. So gering dieser Anfang, und so schwach unsre Kräfte, so hoffen wir doch, daß unsere nächste Conferenz, den 9. März in Hottenbach, stärker besucht werden wird. Also ihr Collegen der Bezirke Trier und Coblenz! Laßt uns nicht allein! reicht uns brüderlich die Hand! Laßt den 9. März uns zu einem Tage der Freude werden. So wie die Erde in dieser Zeit zu neuem Leben erwacht, so erwachet auch ihr Herrn von Mosel und Saar, von Nahe und Glan', aus dem laugen Schlafe! M. Eppstein. Von dem Vorstande des hiesigen Talmud-Thorax Vereins ist beschlossen worden, im Laufe dieses Winters wiederum außer den schon seit mehereu Jahren üblichen Mischnahvorträgen alle 14 Tage einen populärwissenschaftlichen Vortrag über den Zwecken des Vereins entsprechende Gegenstände vor einem größeren Publikum zu halten. Diesem Beschlüsse zufolge hielt Herr Landrabbiner Dr. Meyer als Einleitung eine Vorlesung über die jüdische Wissenschaft im Allgemeinen, alsdann sprach Herr Dr. Frensdorfs über die Entstehung des Königthums in Israel und demnächst wird Dr. Wiener einen Vortrag über die wissenschaftlichen Leistungen Rapoports halten. Da fortan die direkten Steuern zum geeigneten Maßstabe für Abgaben und Beiträge dienen, so sind auch die Shnagogengemeinden in unserer Provinz im Begriffe, die Beiträge zur Landrabbinats- und jüdischen Armenkasse nach diesem Maßstabe zu veranlagen. In Celle wurde der Obergerichtsanwalt Jüdell vor Kurzem von der Anwaltskammer des dortigen Obergerichts zum Stellvertreter des Vorsitzenden gewählt. Mit Vergnügen nehmen wir wahr, daß Forschungen jüdischer Gelehrten immer mehr in außerjüdischen Kreisen zur Anerkennung gelangen und daß selbst in christlichen, zu wissenschaftlichen Zwecken stattfindenden Versammlungen zuweilen Vorträge über die jüdische Wissenschaft betreffende Gegenstände sogar von christlichen Literaten 'gehalten werden. Dies ist beispielsweise in den wissenschaftlichen Abendversammlungen der Fall, welche während des Winters zu Görlitz abgehalten werden und in denen zufolge der über dieselben publicirten Berichte nicht allein der dortige Rabbiner Dr. Freund Vorträge über die Chazaren unter jüdischer Herrschaft wie über den 1790 zu Breslau verstorbenen Dichter Ephraim Kuh gehalten, sondern auch De. von Sollet aus Berlin über Zenobia, Königin von Palmyra, und Archidiakonus Haupt, welcher bereits 1847 eine Uebersetzung des Buches Hiob herausgegeben, über dieses Buch ausführlich gesprochen hat. Einen sehr interessanten Vortrag hielt auch Dr. Paur, Vicepräsident jenes wissenschaftlichen Vereins, über den Versuch einer göttlichen Komödie von dem römischen Juden Immanuel ben Salomo, in welchem der Vortragende unter Zugrundlegung der von Immanuels Tofes Weeden von Stern herausgegebenen Uebersetzung und unter Benutzung der von Geiger, Insterburg, 6. Decbr. Am 5. d. M. fand auf Grund der zwischen Preußen und Rußland bestehenden Kartellkonvention in Folge Requisition des k. Grenzcommissarius die Verhaftung mehrerer hier beschäftigten in Polen gebürtiger militärpflichtiger Juden statt. Nachdem dieselben aber ihren mehrjährigen Aufenthalt in Preußen nachgewiesen hatten, erfolgte deren sofortige Freilassung. Hannover, 5. Decbr. (Privatmitth.) Die zur Förderung des israelitischen Schul- und Synagogenwesens für unsere Provinz zur Verfügung stehenden Mittel für das zweite Halbjahr 1867 gelangen jetzt zur Auszahlung an die Synagogenvorsteher, die für deren bestimmungsmäßige Verwendung Sorge zu tragen haben. Die Beträge sollen jedoch nicht überall in der früheren Höhe haben bewilligt werden können. Der Bau unserer neuen Synagoge schreitet immer weiter fort und ist bereits so weit gediehen, daß die nur noch mit Kupfer zu verschlagende Kuppel, über welcher eine vergoldete Kugel und ein sogenannter Magen Davids hoch in die Luft hervorragt, ebenfalls bereits vollendet ist, so daß wir, nachdem es gelungen ist, den äußeren Bau schon jetzt fast zu Ende zu führen, die Aussicht haben, mit dem inneren Ausbau bis Ende des nächsten Summers fertig zu werden, um dann zu Neujahr das neue Gotteshaus seiner Bestimmung übergeben zu können. Schon jetzt erregt der Riesenbau die Bewunderung aller Sachverständigen und wird die neue Synagoge allgemein als das schönste Bauwerk bezeichnet, das unsere Stadt aufzuweisen hat. Dem Baumeister derselben, Herrn Baurath Oppler, gereicht dieses Gebäude zum größten Ruhm und hat er durch dasselbe seinen ohnehin längst begründeten Ruf als tüchttger und genialer Architekt auf's glänzendste bewährt. ■