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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-12-24 · Heft 52 (24.12.1867) · p. Seite 1034

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 52 (24.12.1867)
Date
1867-12-24
Page
Seite 1034 (sequence 6)
Language
German
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1034 Lehrer, Lehrer-Wittweil und Waisen in Deutschland" herausgiebt, für das Jahr 5628 erschienen, und enthält Beiträge von Stein, Kulte, Rothschild u. 31., von denen mehrere gut abgefaßt und beachtenswerth sind. — Schließen wir nun mit zwei musikalischen Piecen, nämlich : Schire Keilern, Tempelgesänge für Soli und Chöre mit und ohne Orgclbegleitung componirt von I. S. Prager, erstem Cantor und öffentl. Lehrer der israel. Cultusgemeinde zu Tabor. Selbstverlag; so wie Synagogengesänge für Festtage und Einweihungsfeste. Dritte Sammlung für Männerchor mit Bariton oder Tenor-Soli, componirt von A. Berliin. Amsterdam, Joachimsthal. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Memel, 10. Dec. (Privatmitth.) Aus Plymouth wurde in den „Western Morning News“ berichtet, daß vier Israeliten aus Rußland, welche auf dem preußischen Schiffe „Confidentia," Kapitän Maski, in Plymouth-Sund angekommen seien, von den Matrosen, um Geld von ihnen zu erpressen, auf das schändlichste Mißhandelt worden wären. An den Mastbaum gebunden, peitschte man sie, goß Wasser über sie aus, und peinigte sie durch allerlei schändlichen Unfug, bis sie durch Herausgabe von Geld sich den weitern Mißhandlungen entzogen. Das genannte Schiff gehört zur hiesigen Rhederei, ist von hier nach England ausgegangen und vor wenigen Tagen wieder zurückgekommen, um hier zu überwintern. Eine solche schändliche That, an Armen, wehrlosen Menschen auf offener See verübt, darf nicht ungeahndet bleiben. Wir müssen Alles aufbieten, um die Schuldigen zur Strafe zu ziehen. Wem bei der weiten Verbreitung dieses geschätzten Blattes dieses zu Gesichte kömmt und wer irgend etwas aus unmittelbarer Erfahrung von der Sache weiß, das zur Beweisführung gegen die Schuldigen dienen könnte, wird auf das freundlichste ersucht, solches dem Unterzeichneten mittheilen zu wollen. Mittlerweile soll Alles ins Werk gesetzt werden, um ein Verfahren gegen die Schiffsmannschaft einzuleiten. Dr. Rülf, Pred. d. Synag.-Gcm. Kreuznach, 8. Dec. (Privatwitth.) Da in dem Artikel aus der „Rheinprovinz" in Nr. 49, mit dessen Ansichten wir übrigens überall übereinstimmen, unsre Gemeinde namhaft gemacht worden, so gestatten Sie wohl die Bemerkung, daß von den 76 stimmberechtigten Mitgliedern unserer Gemeinde, 48, darunter der gesammte Vorstand, für das Gesuch um Einführung der Gemeindeverfassung nach dem Gesetze vom 23. Juli 1847 gestimmt haben, 6 abwesend waren und nur 22 (worunter 10 Steuerrenitenten) gegen das Gesuch stimmten, jedoch keine Petition gegen die Einführung jener Gemeindeverfassung an den Herrn Oberpräsidenten gerichtet haben. In dem Gesuche sprach der Vorstand aus, daß die Gemeinde bisher von der Annahme jener Verfassung durch die Befürchtung abgehalten worden, ihren politischen Rechten etwas zu vergeben; daß aber die Verhandlungen im Abgeordnetenhause vom 18. Januar 1867 und die von den Ministern abgegebenen Erklärungen diese Befürchtung zerstreut haben. Kirchberg (Hundsrück), im Decbr. (Privatmitth.) So wie in allen Gauen Deutschlands, so zeigt sich auch endlich in unserer abgeschlossenen Gegend ein Fortschritt. So lange Juden hier wohnen, waren dieselben von jedem öffentlichen Ehrenamte ausgeschlossen; bei der gestrigen Stadtrathwahl aber wurde zum ersten Male ein Jude, Kaufmann Heymann, gewählt, und zwar lediglich von Nichtjuden; ebenso haben unsere vorigen Stadträthe uns 250 Thlr. zu unserm Synagogenbau genehmigt. Etwas derartiges kannte man bis dato hier auf dem Hundsrück nicht; ebensowenig wußte man von einer jüdischen Lehrerconferenz etwas; am 20. Novbr. e. war nun die erste hier in Kirchberg; freilich war die Betheiligung eine geringe, denn es erschienen nur acht; wenn man aber bedenkt, daß die Lehrer in hiesiger Nähe nicht so dicht gesäet sind, als in anderen Gegenden, und die Verbindungswege zwischen manchen Orten sehr schlecht sind, so kann man mit diesem Anfang wohl zufrieden sein, denn es giebt uns doch den Beweis, daß auch den Lehrern unserer Gegend der collegialische Sinn nicht fehlt, wie das schon mitunter ausgesprochen wurde, wenn nur die Anregung und Aufforderung eine derartige ist, daß uns die Ausführung möglich ist; daß wir uns nicht an den weftphälischen Conferenzen betheiligen können, hat lediglich darin seinen Grund, daß dieselben uns

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