Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 51 (17.12.1867)
- Date
- 1867-12-17
- Page
- Seite 1025 (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Allgemeine Zeitung des Zu-enthums. Femlleton-Seilage M Ar. 51. Leipzig, den >7. Dccember 1867. Gallerie von Abgeordneten jüdischen Glaubens. Amerikanische Veputirte. Genauere Nachforschungen führen darauf hin, daß, wie die Vereinigten Staaten der erste Staat waren, in welchem die Gleichberechtigung für alle Confessionen ausgesprochen wurde, so auch in ihnen zuerst Juden zu Abgeordneten gewählt wurden. Ich habe gefunden, daß dies bereits im Jahre 1796 geschehen und theile Ihnen hierüber einige Notizen mit. (15.) 1796 (16.) 1807 (17.) 1810 (18.) 1810 (19.) 1827 (20.) 1832 (21.) 1832 Cet>j) Myers, Mitglied der Staats-Legislatur von Süd-Carolina. Ezekiel Hart wurde zum Mitglieds des Unterhauses in Canada (Kouse of AssemWy) gewählt, die französische Partei daselbst aber, die durch seine Entfernung einen Parteigenossen gewinnen wollte, stellte den Antrag, ihn wegen seines religiösen Bekenntnisses auszuschließen, welcher Antrag auch die Stimmenmehrheit für sich gewann. Als aber das Parlament vom Gouverneur aufgelöst wurde, wurde Hart von Neuem gewählt. Moses Myers, Mitglied der Staats-Legislatur von Süd-Carolina. Henry Jacobs, Mitglied der Staats-Legislatur von Nord-Carolina. Es wurde im Hause der Antrag gestellt, ihm seiner Religion halber den Zutritt zu verweigern, dieser Antrag aber einstimmig verworfen. Mordecai Myers, Mitglied der Staats- Legislatur von Georgia. Samuel Iudah, Mitglied der Staats-Legislatur von Indiana. Lhavman Levy, Mitglied des Senats von Süd-Carolina. Ich werde mich bemühen, dieses Verzeichniß womöglich fortzusetzen. Vielleicht gelingt eS mir, von den obigen weitere Nachrichten zu erhalten, dieselben sind meistens in Localblättern enthalten, theils schwer zugänglich, theils gänzlich verloren. Man findet bei einigem Nachforschen, daß eine große Anzahl Juden, besonders in dem in religiöser Beziehung weit toleranteren Süden, hervorragende Stellungen einnahmen. Wir dürfen jedoch nicht verschweigen, daß gerade die gebildetsten portugiesischen Familien sich schon frühzeitig in den südlichen Staaten niederließen. In meinem vorigen Schreiben an Sie habe ich'bei Aufzählung der jüdischen Congreß-Mitglieder E m a n u e l Hart von Rew-Aork (und wahrscheinlich auch noch Andere) zu erwähnen vergessen. Im Staatenhause von Misiouri saßen vor einigen Jahren die Herren Isidor Busch, Ihnen gewiß als der erste Herausgeber des Wiener Jahrbuches bekannt, und Meier Friede aus Curhesseri. Daß in Jamaica einmal unter 47 Abgeordneten 8 Juden ins Parlament geschickt wurden, habe ich schon vor 18 Jahren in Ihrem Blatte bemerkt. H. Hochheimer. 22. Mendes I. Lohen. (Amerika.) Im Jahre 1785 wanderte Israel Cohen aus Oberndorf, einem kleinen Platze in Würtemberg, dem Geburtsorte des kürzlich verstorbenen Rabbiners Frankfurter in Hamburg und des Rabbiners Schwabacher in Odessa, nach Amerika aus und wählte Richmond im Staate Virginien zu seinem Wohnplatze. Nach zwei Jahren kehrte er nach Europa zurück, vermählte sich in London mit einer Engländerin (natürlich Jüdin', die er in seine neue Heimath brachte. Sie beschenkte ihn mit sechs Söhnen, von denen drei, sämmtlich Familien zurücklassend, schon seit längerer Zeit todt sind, drei, sämmtlich Junggesellen, noch am Leben. Mendes wurde als der dritte Sohn im Jahre 1797 zu Richmond geboren, woselbst er, sowie überhaupt die Brüder alle, eine sorgfältige Erziehung erhielt. Da sich damals blos eine portugiesische Gemeinde in Richmond befand, ^so nahm die Familie diesen Ritus an, den sie «*■