Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 49 (3.12.1867)
- Date
- 1867-12-03
- Page
- Seite 972 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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972 Text geliefert, ohne sich dabei eines eigenmächtigen Verfahrens schuldig zu machen, da er den Text, wie er sich in unseren Ausgaben findet, genau und zwar in Quadratschrift hat abdrucken lassen, am Fuße desselben aber in einem “i°dt benannten Commentare auf die in den Handschriften vorkommenden Lesearten wie auf die im Laufe der Zeit entstandenen Zusätze und Jrrthümer aufmerksam gemacht hat. Auch zu dem Verständnisse des Raschi-Commentars hat Herr B. wesentlich dadurch beigetragen, daß er einerseits aus Raschi selbst und zwar die in dessen Talmud-Commentare vorkommenden und in der Regel deutlicher sich aussprechenden Erklärungen vieler Schriftstellen und andererseits aus späteren Commentare» einzelne Erläuterungen schwieriger Stellen beigebracht und auch nicht versäumt hat, da, wo es zum Verständnisse nothwendig erschien, die Stellen aus dem Talmud und Midrasch, auf welche Raschi sich bezieht, sie aber nur andeutet, in ihrer ganzen Ausführlichkeit mitzutheilen. Endlich ist unserer Ausgabe noch unter dem Texte ein ausführlicher Nachweis der Quellen beigegeben, aus denen Raschi geschöpft und auf welche er in seinem Commentare Bezug nimmt, und nur diejenigen Stellen, bei denen der Herausgeber diesen Nachweis nicht zu geben vermochte oder wo derselbe eine etwas weitläufige Auseinandersetzung erheischte, sind am Ende des Werkes als v'uip'b zusaminengetragen, in denen auch noch die Schriften und Autoren zusammengestellt sind, die Raschi in seinem Pentateuch- Commentare erwähnt. Mag sich nun auch gegen einzelne von Herrn B. vorgebrachte Behauptungen Einspruch erheben lasten, wie Solches bereits von einigen Kritikern geschehen und auch wir uns an einem anderen Orte zu thun Vorbehalten, mag sich hier und da eine von Herrn B. gemachte Mitheilung schon anderswo finden, wie z. B. der zu Anfänge der o'vip'b versuchte Quellennachweis von Raschi zu 1. Mos. I, I schon von Bloch in seinem Toldolh Raschi Anm. 22 geliefert ist, oder mögen einzelne bereits von Anderen gemachte Bemerkungen, wie z. B. die von Zunz mitgetheilte, daß auch Abravanel zu l. Mos. 33, 15 in Raschi das Wort 17 hinter nniu weglasse, von Herrn B. übergangen sein, und mögen endlich theils die von Herrn B. noch nicht benutzten Raschi-Handschriften, theils einzelne Druckwerke noch manche Ausbeute für die Darstellung eines correcten Textes unseres Commentars liefern, immerhin wird man dem Herausgeber für seine schätzbare Arbeit die gebührende Anerkennung zu zollen sich verbunden und ihm für dieselbe zu aufrichügem Danke sich verpflichtet fühlen. Möge aber auch das Publicum Herrn vr. Berliner die erwünschte Theilnahme und Unterstützung angedeihen lasten, damit es ihm recht bald möglich werde, uns auch den Raschi-Commentar zu den übrigen Büchern der h. Schrift in ähnlicher Bearbeitung vorzufübren, wie auch die in Aussicht gestellten Monographien über die grammatischen Leistungen Raschis im Verhältnisse zu seinen Vorgängern und Nachfolgern und über die bei Raschi so häufig vorkommenden, der altfranzösischen Sprache an gehörigen, leider aber fast überall corrumpirten Fremdwörter, für deren Berichtigung Herr B. allerdings schon in unseres Ausgabe durch Vergleichung der von Diez in seinem Wörterbuche der romanischen Sprache angestellten Forschungen nicht Unerhebliches geleistet hat, zu publiziren. vr. M. Wiener. Zeitungsnachrichten« Deutschland. Berlin, 20. November. (Privatmitth.) Aus der „Krenzzeitung" erfährt man, daß zu denen, welche aus den neu erworbenen Provinzen in das Herrenhaus berufen worden, auch Freiherr Meyer v. Rothschild gehört. Es ist dies das erste Mal, daß ein Jude Mitglied dieses Hauses wird, also wieder ein Schritt, das Princip der Gleichberechtigung auch in Preußen bethätigt zu sehen. Herr v. Rothschild sitzt bekanntlich im Reichstage auf der Rechten. In der ehemaligen preußischen ersten Kammer saß ein Israelit, Wilhelm Beer (Bruder von Meherbeer), dies war aber eine Wahlkammer. — In den hies. Blättern finden sich wieder die widerwärtigsten Inserate gegen die 33er* söhnungtags-Predigt des vr. Aub. Wann werden die Juden in Berlin mehr Gefühl der Scham und dessen, was sie der Oeffentlichkeit und ihrer Glaubensgenossenschaft schuldig sind, haben, als Zank und Rachsucht? Diese Elemente einer großen Gemeinde sind in der That eine Schmach für dieselbe. Es fiel uns dabei ein, daß jüngst bei Gelegenheit der letzten Wahlen zum preußischen Abgeordnetenhause, wo Berlin nach einer ganz anderen Richtung hin gewählt hat, als die Mehrheit des Landes, geltend gemacht wurde, daß in Preußen und Deutschland die Hauptstadt durchaus iasiäiäihä&Hi