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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-11-19 · Heft 47 (19.11.1867) · p. Seite 937

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 47 (19.11.1867)
Date
1867-11-19
Page
Seite 937 (sequence 9)
Language
German
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937 Zeitr.) war. Ganz neu ist die Art, wie die Entstehung der Pharisäer und Sadducäer unter der Herrschaft des Jochanan Hyrkan geschildert wird (Kap. 5). Die weitere Entwickelung dieser Religionsparteien ist vorzüglich geschildert. Das ganze 21. Kap.: „Die Christen Palästinas und die Juden" enthält vieles Neue und Gute. Das Christenthum wird darin als zum größten Theil aus dem Agadismus, den populären etwas phantastischen Predigten über Prophetenstellen, entstanden und durch denselben genährt, geschildert. Der Vers, verficht — wie es scheint mit Recht — gegen Grätz die Ansicht iKap. 24), daß die palästinischen Juden unter Trajan keinen Aufstand erregt, und auch keinen Sieg über den damaligen römischen Statthalter Quintus davon getragen haben. Sehr zu billigen ist hier die Meinung des Vers, über den gänzlich unhistorischen Character des Buches Judith. Bei solchen sagenhaften Erzählungen ist das Sprichwort: „Kein Rauch ohne Feuer" nicht anzuwenden, vielmehr müssen wir in denselben so lange alles für unbeglaubigt halten, bis wir Beweise vom Gegentheil haben. Diese Abschnitte sind mir vorzüglich bei dem Durchlesen des Werkes des Herrn Derenbourg ausgefallen; dasselbe enthält aber noch viel des Neuen und Wichtigen, das für jeden Freund der jüdischen Geschichte von großem Werth und Interesse ist. In zahlreichen Noten sind dann noch einzelne Fragen ausführlich besprochen.*) Wir wünschen nun dem Hrn. Verf. für seine mühsame und geistreiche Arbeit vollen Erfolg und freuen uns bereits auf das Erscheinen des zweiten Bandes, der die Geographie des h. Landes nach denselben Quellen enthalten wird. vr. M. P. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 6. November (Privatmitth.) Unter dem I. November ist das Freizügigkeitsgesetz, wie es aus den Berathungen des Reichstages hervorgegangen, publizirt worden. — Es verdient bemerkt zu werden, daß, während in den Provinzialstände-, Kreisu. s. w. Ordnungen die das active und passive Wahlrecht der *) Bei dem Abschnitte und der Note über den Tod Jesu vermißten wir mit Bedauern die Berücksichtigung der bekannten Brochüre der geehrten Red. d. Zeitg. über den betreffenden Gegenstand. Corresp. Juden beschränkenden Bestimmungen ausdrücklich als erloschen erklärt worden sind, der in Stettin domicilirende Landrath des randow'schen Kreises bei einer, unterm 31. v. M. ausgeschriebenen Wahl eines Kreistags-Abgeordneten der Landgemeinden in seine deßhalb erlassene amtliche Bekanntmachung eine Bestimmung ausgenommen hat, wonach die Gewählten Gemeinschaft mit einer christlichen Kirche Nachweisen sollen. Auf eine etwa zu erhebende Beschwerde würde sicherlich Remedur eintreten. Bon Interesse ist es auch, daß derselbe Landrath es für wünschenswerth erklärt, daß die Gewählten des Schreibens kundig sind, obgleich dies kein gesetzliches Erforderniß ist. Jndeß ist es doch sonderbar, daß es erst einer Beschwerde bedürfen soll, um den widergesetzlichen Erlaß eines Landraths zu beseitigen, da dies vielmehr Sache der Regierung ist, sobald der fragliche Vorgang zu ihrer Kenntniß gekommen, und zu dieser gelangt er auf dieselbe Weise wie zur Kunde des ganzen Publikums. Die Regierung ist selbstverständlich zur Controlirung ihrer Unterbeamten ebenso wie zu der aller Unterthanen verpflichtet, und die Ungesetzlichkeiten jener müssen ebenso wie die dieser zur Verantwortlichkeit gezogen werden. Berlin, 10. Nov. (Privatmitth.) Bei der eben stattgefundenen Neuwahl des Abgeordnetenhauses sind alle Juden aus der Wahlurne wiedergekehrt, die früher in jenem saßen: Dr. Johann Jacobh in Berlin gewählt, vr. Kosch in Königsberg, beide Fortschrittspartei, vr. Lasker, in Berlin nicht wieder gewählt, dafür in Magdeburg und Stettin, und Commerzienrath Reichenheim, in seinem bisherigen Wahlbezirke, beide liberal-national. Aachen, im October (Privatmitth.) Ans der hiesigen Gemeinde haben wir abermals einen Act des religiösen Gemeinsinns zu verzeichnen. Dem vortrefflichen Orgelwerke, welches die hiesige Synagoge seit zwei Jahren besitzt und das bei dem Gottesdienste so ausgezeichnete Dienste leistet, fehlten noch fünf Register, namentlich das Pianissimo. Um diese herzustcllen, bedurfte es eines Kostenaufwandes von 400 Thlrn. und da die Gemeinde als solche in diesen! Augenblicke über diese Summe nicht disponiren konnte, zahlte Herr Elias Meyer diese Summe, und an den verflossenen Feiertagen konnte bereits die Orgel ihre 47

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