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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-11-19 · Heft 47 (19.11.1867) · p. Seite 936

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 47 (19.11.1867)
Date
1867-11-19
Page
Seite 936 (sequence 8)
Language
German
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936 erhält die bisherige Gommissie eine etwas andere Verfassung und einen anderen Namen. Sie soll fortan aus nicht weniger als sieben und nicht mehr als neun Mitgliedern bestehen, deren mindestens drei von den portugiesischen Gemeinden. Sie erhält den Namen: llootlt- Commissie toi de zaken der Israeliten (Hauptcommission für die Sachen der Israeliten). Die Mitglieder dieser Hauptcommission aus dem Haag sollen daselbst die permanente Commission (permanente Gecommiueerden) für die laufenden Geschäfte bilden. Zu bestimmten Zeiten soll die Iloold-Gommissie ihre Generalversammlungen in Amsterdam halten (al— gemeene Vergaderingen). Die bisherigen Mitglieder der „Commission" behalten Sitz in der Hoofd-Commissie. Zu ihnen gehören llr. I. Capadoce, Präsident, und Dr. jur. C. Asfer*). Ein königliches Dekret vom 17. October 1827 **) ermächtigt die Hoofdconimissie, Prämien, bestehend in silbernen und goldenen Medaillen, für gute Predigten und Schulbücher, in holländischer Sprache geschrieben, zuzuerkennen. Zu verschiedenen Zeiten ergingen sehr in's Einzelne ausführliche Dekrete und Verfügungen: über Armenwesen, Stipendien für angehende Theologen und Lehrer und deren Befreiung vom Militärdienst; über die Moh'- lim und die Commissionen für die Examina derselben; über die jüdischen Soldaten, Gefangenen rc. Auf mehrere der angeführten Gesetze und andere hier übergangene, werden wir noch bei verschiedenen Gelegenheiten zurückkommen müssen. Viele haben im Laufe der Zeit, und dies wiederholt, gewisse Auslegungen, Veränderungen, Erweiterungen erfahren (interpretaiien, alteraiien, anipliatien), ein Umstand, der die Kenntniß derselben sehr erschwert. Die bisherigen Mittheilungen halten wir zu einem Ueberblick des Ganzen für genügend. Das Ganze prüfend zu überschauen, wollen wir nun versuchen. — *) Beide bereits genannt, Sk. VI. **) Verordeningeu etc. Th. II Nr. XCI1. Literarischer Wochenbericht. Paris, im Nov. Essai sur l’histoire et la gdographie de Ia Palestine d’apres les Thalmuds et les autres sources rabbiniques par J. Derenbourg. Paris, imprimd par ordre de l’Empereur ik lTmpriinerie Imperiale, 1867; prßmiöre partie: Histoire de la Palestine depuis Cyrus jusqu’ä Adrien. Sie werden mir gestatten, Hr. Redakteur, dieses höchst verdienstvolle Werk, das soeben erschienen, Ihnen mit einigen Worten anzuzeigen, wenn auch mehr vom allgemeinen, als vom specifischen hebräisch-philologischen Standpunkte. Es ist ein kühnes Unternehmen, dem Hr. Derenbourg sich mit diesem seinem ersten Band unterzogen hat: aus den rabbinischen Quellen eine Geschichte Palästinas von Cyrus bis Hadrian zu schreiben. Ja, wir müssen hinzufügen, es ist ein unmögliches Unternehmen, denn von Cyrus bis zur Stiftung des Christenthums lassen uns der Talmud und die übrigen rabbinischen Schriften fast gänzlich im Stich. Nicht allein, daß sie von den äußeren politischen Ereignissen so gut wie völlig schweigen — höchstens die Megillat Taanit giebt uns einige wenige und unsichere Andeutungen — auch die innere Entwickelung ist nur höchst fragmentarisch berührt, und dabei sind die betreffenden Stellen auch so sagenhaft gehalten, daß es des ganzen Scharfsinns und der tiefen Gelehrsamkeit des Hrn. Derenbourg bedarf, um sie historisch zu verwerthen. Erst mit dem Beginne unserer Zeitrechnung beginnen die Quellen reichlicher zu fließen und ein annähernd vollständiges Bild des geistigen Lebens unserer Vorfahren zu gewähren. Nachdem wir diese Beschränkung vorausgeschickt, müssen wir vor allem dem umfassendem Wissen und der umsichtigen Geschicklichkeit des Hrn. Verf. unsere hohe Anerkennung zollen, mit welcher er die in dem weiten Meere des Talmuds zerstreuten Stellen zusammengefunden und in ein Ganzes vereinigt hat. Nur wer ähnliche Arbeiten selbst gemacht, vermag die Schwierigkeiten derselben zu würdigen. Ein großer Vorzug an dem betr. Werke ist auch die bei einem solchen etwas trockenen Stoffe doppelt zu würdigende ansprechende Darstellungsweise und die schöne Diktion, wie man sie leider bei den jüdischen Gelehrten Deutschlands nicht immer findet. — Heben wir nun einige Partien des Buches hervor. Besonders bemerkenswerth ist zuerst (Kap. 3) der Beweis, daß Simon der Gerechte der zweite Hohepriester dieses Namens (um das Jahr 206 v. d. gew.

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