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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-10-22 · Heft 43 (22.10.1867) · p. Seite 855

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 43 (22.10.1867)
Date
1867-10-22
Page
Seite 855 (sequence 7)
Language
German
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855 Jerusalems, dann der Trost Oesterreicks über seine jüngsten Unfälle, ziemlich unvermittelt, wenn auch mit manchem sinnreichen Worte. Eigenthümlich, aber auch einseitig werden die Unglücksfälle des Kaiserstaates als Strafen für die eonfessionelle Unduldsamkeit erklärt, die sich in Glück und Segen verwandeln werden, wenn die Gleichstellung ausgesprochen wird. — Zwei Predigten gehalten am Friedensfeste I I. Nov. 1866 und am Sabbath Teruma 1867 von Dr. M. S. Zuckermandel, Rabbiner der Synagogengemeinde zu Gnesen (Gnesen 1867). Die beiden Predigten gehören nicht zu den gewöhnlichen, namentlich die zweite deutet recht sinnig die Stiftshütte auf Leib und Seele des Menschen. — Gottesdienstlicher Vortrag bei Gelegenheit der in der Synagoge zu Altofen stattgefundenen Dankfeier für die Wiederherstellung der Verfassung in unsrem theuren Vaterlande, am 2. März 1867, gehalten von M. Hirsch, Ober-Rabbiner in Altofen (Pest, Gebr. Deutsch l867). — Fest-Predigt zum siebenzigsten Geburtstage des Königs Wilhelm, von Dr. M. Joel, Rabbiner (Breslau, Schletter 1867). Die Namen der Verfasser sprechen für die Gediegenheit dieser beiden Gelegenheitsreden. — Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 11. Oktober. Das Freizügigkeitsgesetz wird gegenwärtig in der Commission des Reichstages bcrathen. Um alle Mängel und Illusionen hinwegzuräumen hat Abg. Di'. Braun für den 1. 8 folgende Fassung beantragt und Aussicht aus Annahme in der Commission: „Jeder Bundesangehörige hat das Recht, an jedem Orte des Bundesgebietes Grundeigenthum zu erwerben. Das den Zünften oder sonstigen Corporationen zustehende Recht, Andere vom Betriebe eines Gewerbes auszuschließen, wird aufgehoben; deßgleichen das Verbot, Gewerbe und Handel in den Dörfern zu betreiben. Jeder Gewerbtreibende darf Gesellen, Gchülfen, Lehrlinge und Arbeiter jeder Art und in beliebiger Zahl halten. Gesellen sind in der Wahl ihrer Meister unbeschränkt. Die Prüfungen bilden nichtmehr ein Erforderniß zur Ausübung des Handwerks. Das Recht der Niederlassung, des Geschäftsbetriebes und Erwerbes von Grundeigenthum darf Niemandem um seines Glaubensbekenntnisses willen oder wegen Mangel der Gemeinde-Angehörigkeit verweigert werden." Cöln, 7. Oktober. Für die wissenschaftliche Katalogisirung der unlängst wieder in den Besitz des hiesigen Metropolitan-Domcapitals gelangten alten Dombibliothek hat, wie wir hören, der Herr Cultus- Minister einen der namhaftesten deutschen Paläographen, den Herrn Professor Dr. Jaffs in Berlin, ausersehen und dem Domcapitel bereit gestellt. Herr Professor De. Jasfö, unser vielgerühmter Glaubensgenosse, hat sich besonders große Verdienste um die Geschichte der Päbste und um die Herausgabe von Quellenschriften und Urkunden des deutschen Mittelalters erworben. Hamburg, Oktober. (Privatmitth.» Heute haben wir wieder einen sehr verdienstvollen Mann begraben, „die alte Garde stirbt und . . . ." Es war der seit 1840 emeritirte Prediger am hiesigen neuen Tempel, Dr. Eduard Kley, '.einer der ersten — in beiden Bedeutungen des Wortes — welche von einer deutschen jüdischen Kanzel zu jüdischen Deutschen redeten. Sein Verdienst ist groß, denn das erste Bedürfniß zur geistigen Hebung der Juden war Hebung ihres Selbstgefühls und das hat Kley mit sehr wenigen seiner Zeitgenossen, u. a. mit Mannheimer, unternommen und durchgeführt. Ueber den Werth seines Vortrags sind die Meinungen von Anfang an getheilt gewesen, über den Werth des Inhalts und selbst der Form nie. Der hiesige Tempel, der so vielen anderen zum Vorbilde gedient hat, ist ihm viel schuldig, und selbst nach seinem Rücktritt vom Amte blieb er ein treues Mitglied desselben, und hielt sich innerhalb der von diesem zum Ausdruck gebrachten, nach beiden Seiten hin scharf abgegrenzten, jetzt freilich von den „Ganzen" Übel beleumdeten Aufklärung. Er genoß allseitige persönliche Achtung als Prediger und Lehrer. Sein Hauptverdienst ist jedoch die — man kann es so nennen, obgleich sie schon 1 Jahr vor ihm existirt hatte — Begründung und langjährige Führung unserer „israelitischen Freischule," welche freilich jetzt nach diametral entgegengesetzten Grundsätzen geleitet wird. Seine ehemaligen Schüler haben in dankbarer Anerkennung vor fast 9 Jahren zu seinem 70. Geburtstage die „Eduard Kley- Stiftung" ins Leben gerufen, welche mit einem Capital

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