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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-10-22 · Heft 43 (22.10.1867) · p. Seite 853

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 43 (22.10.1867)
Date
1867-10-22
Page
Seite 853 (sequence 5)
Language
German
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853 aller modernen Sprachen versucht, und namentli-ch in jüngster Zeit von den größten Schwierigkeiten, aber auch von den, der hebräischen Muse entferntesten Gegenständen nicht abschrecken lassen. Hier haben wir Uebersetzungen klassischer, lateinischer Gedichte, als da sind der Anfang der Metamorphosen Ovid's, Stücke von Lukrez ,,de rerum natura“ mit einer poetischen Antwort an denselben, Stücke aus den Oden, Satyren und der „ar8 poeiica“ von Horaz, sowie Einiges aus den „Georgicte" von Virgil und den Satyren von Juvenal. Daß zum Theil so spröde Gegenstände auch nur zum Theil in der Uebertragung völlig gelungen sein können, hier und da aber nur gezwungen wieder gegeben werden konnten, läßt sich voraussetzen. Wir erkennen die Gewandtheit des Uebersetzers mit vollem Lobe an, meinen aber, daß er in der Form ziemlich monoton ist und hier nach etwas mehr Abwechslung getrachtet haben müßte. — Calechismo Jsraelitico di religione e di morale ad uso deir adolescenza del Cav. Prov. Giuseppe Levi, Torino, Fod. 1867. — L’instruction morale et religieuse des israelites, enseign^e par les faits ou premieres lectures francaises ä l’usage des ecoles israelites de France par Benoit Levy. Nouvelle Edition, revisee par M. le grand-rabbin Wogue. Paris, L. Blum. 1867. Daß die in jüngster Zeit von gewisser Seite her verschrieenen Katechismen oder kurzgefaßten Religionslehren doch ein unentbehrliches Bedürfniß sind, erweist sich dadurch, daß solche auch in anderen Sprachen als der deutschen erscheinen, und zwar nicht als buchhändlerische Speculation, sondern aus dem unmittelbaren Bedarf heraus. So haben wir in dem ersteren einen Katechismus für die italienische Jugend, und zwar auf die Aufforderung der Commission des Congresses zu Ferrara von dem rühmlichst bekannten Professor Giuseppe Levi verfaßt und auf Kosten der ersteren gedruckt. Möge das trefflich gearbeitete Merkchen eine recht ausgedehnte Benutzung erlangen. Die Ausstattung ist so vorzüglich, daß sie für unsere deutsche Jugend Neid erwecken könnte. — Die zweite Schrift, für die französische Jugend bestimmt, hat ihre Brauchbarkeit bereits erwiesen. Neligions- und Sittlichkeitslehre, biblische und andere Geschichten, einige Gedichte und Gebete bilden den Inhalt. Bei den Gedichten fiel es uns als charakteristisch auf, daß kein einziges außer einer kleinen Uebertragung aus der heil. Schrift von einem jüdischen Verfasser herrührt, so arm ist das französische Judenthum hierin noch. Bemerken wollen wir, daß dieses Merkchen für jüdische Kinder in Deutschland, die französisch erlernen, recht brauchbar wäre. — Wir führen gleich den bei demselben Buchhändler erschienenen Calendrier ä l’usage des israelites pour l’annde 5628 de la crealion du momle an, der nett und klar ausgestattet, auch die Mitglieder aller französischen Consistorien, die Cultus-, Lehr- und Wohlthätigkeitsanstalten und Vereine aufzählt und noch eine kleine Geschichte bringt. — Elsö r£sz. A Szemleleti, Heber Olvasäs. Eine hebräisch-ungarische Fibel von Joachim^ und Salomon Blum (Pest, Karolv 1867), nach der besten Methode und in genügendem Umfang, so wie in vortrefflichem Druck ausgeführt. — Abriß der hebräischen Laut- und Formenlehre im Anschluß an Gesenius- Rödiger's Grammatik für den Elementaruntericht auf Gymnasien von Hermann Scholz, Oberlehrer am Gymnasium zu Gütersloh. Leipzig, Vogel. 1867. Der Verf. geht von der Ansicht aus, daß die Benutzung der größeren Grammatik für den Anfänger darum verwirrend ist, weil dieser das vorläufig Entbehrliche vom Unentbehrlichen nicht zu sondern vermag, und darum leicht den Faden und die Lust verliert. Bei den wenigen Unterrichtstunden, die auf Gymnasien dem Hebräischen gewidmet werden, ist dies von um so größerem Belang. Der Verf. scheint uns fast immer das Richtige getroffen zu haben, und können wir daher die kleine Schrift bestens empfehlen. Angehängt ist noch eine Auswahl von Vokabeln zum Auswendiglernen. — b«T£r mmtrs, mnn Denkmäler der jüdischen Literatur in St. Petersburg. Drittes Heft. Collectaneen, oder Auszüge aus den Schriften: 1. Mardechai Cumaliano,3 — Rabbiner zu Constantinopel, blühte in der 2. Hälfte des XV. Jahrhunderts; 2. Caleb Efendipolo’3 und 3» Abraham Balis — 2 Karäische Religionslehrer, Zeitgenossen Eumatiano's. Nach Handschriften der Firkowitsch'- schen Sammlung auf der Kaiserlichen Bibliothek zu St. Petersburg zum ersten Ma;e herausgegeben von Jonas Gurland, Magister der kaiserlichen Universität zu St. Petersburg. St. Petersburg, Ettinger 1866. Wir haben diesen Titel ausführlich hier gegeben, um jedem Sachkundigen sogleich anzuzeigen, was er hier zu suchen habe, und können die Ausdauer nur rühmen, mit welcher Herr Gurland seinem Ziele nachstrebt. Mögen ihm die Mittel zu Gebote stehen, die jüdische Literatur auch fernerhin mit solchen Veröffentlichungen zu bereichern.

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