Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 41 (8.10.1867)
- Date
- 1867-10-08
- Page
- Seite 820 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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826 Ben; denn ein Samaritaner mußte sie doch verfaßt haben, und ein Solcher hatte sich schwerlich der assyrischen Schrift bedient. Dennoch bot sie nichts Auffälliges dem R. Gamliel dar, weil auch die Juden noch häufig samaritanisch schrieben, wie die alten Münzen aus jener Zeit zur Genüge beweisen. — Wahrscheinlich ist selbst die Septuaginta nach einem hebräischen in samaritanischen Charakteren geschriebenen Exemplare angefertigt, weshalb die Aehnlichkeit zwischen der griechischen und samaritanischen llebersetzung, welche Aehnlichkeit jedoch auch dadurch erklärt wird, daß die samaritanische Uebersetzung aus der griechischen entstanden. Vid. Hasencamp: De Penlateucho LXX interpretuni Graeco non ex HeLraeo sed Samaritano textu converso. Vergleiche auch das Schlußwort dieser Abhandlung. — Wir ersehen hieraus, daß außer dem Pentateuch noch andere Bücher der heil. Schrift in samaritanischer Uebersetzung bestanden, wonach alle Vermuthungen, die Jost (a. a. O. Anmerk. 4) mit einer gewiffen Selbstbefriedigung aufstellt, mehr oder weniger in Nichts zerfallen. Zugleich würde der im Tosefot daselbst gemachte Einwand gegen die gewöhnliche Annahme, daß der weit später lebende Josef der Blinde das Targum der Ketubim verfaßt, gehoben sei. Denn die hier erwähnte Uebersetzung zu Jjob war eine samaritanische und nicht die chaldäische, die trotzdem immer noch von Josef herstammen kann. Auch die im Toftfot angeführte Stelle aus Megila 2 t'’ „ib’B« nbanm bbrrn yaanna ppp niivs doch das Loblied und das Buch Esther können selbst zehn lesen und zehn übersetzen," deren letzte Worte yaairra mian Raschi unnöthiger Weise streichen will, weil es kein Targum zu Ketubim gebe, weisen auf keine bestimmte, bereits abgefaßte Uebersetzung hin; sondern auf eine solche, die der dafür gewählte Gelehrte, sobald der Vorleser einen hebräischen VerS gelesen, ganz» aus dem Stegreif macht, und vor der Versammlung vorträgt. Megila 23^ in« pivB» “irr pavirnb «ip «bi man lese dem Uebersetzer nicht mehr als Einen Vers vor. Was yan betrifft, ist Folgendes zu bemerken. Im Aruch wird ya>i oder ya'i gelesen, und ersteres mit nvL Schmerz, indem ysn für eine Umkehrung der Buchstaben angenommen wird, letzteres, nämlich yan, mit 'wip Härte wiedergegeben. Für ysn gleich nr'L mit Umkehrung der Buchstaben spricht allerdings gar sehr die in beiden Talmuden gewählt Ausdrucksweise: „ysnb pb ‘yana verwandelte sich ihnen ie Schrift zu Raaz." Allein im Jeruschalmi da selbst findet sich auch: „rpiiu« pb "sBna verwandelte sich ihnen die Lehre assyrisch", wo „sich verwandeln, umkehren" in diesem Sinne nicht anwendbar ist. Auch war in jenen Zeiten, sowohl in denen , in welchen die Umwandlung sollte stattgefunden haben, als selbst in denen, in welchen die. in den Talmuden befindlichen Behauptungen aufgestellt wurden, eine solche Umkehrung von und Spielerei mit Buchstaben und Worten noch nicht in Brauch. — Raschi liest yp und leitet es von „yp zerschmettern" ab, dem auch fast alle späteren Erklärer folgen. Wir pflichten gleichfalls dieser Deutung bei, nur fügen wir hinzu, daß der Name yy"i, also „yan ans zerschmetterte, krumme Schrift" aus Abneigung gegen die Samaritaner und als Gegensatz zu nämlich „■nna« ans gerade oder gepriesene Schrift" gewählt wurde. Deshalb ist auch die im Talmud Babli befindliche Schreibart yy-n mit eingeschaltenem i besser und richtiger. In obigem Citate aus Jeruschalmi stellt R. Levy zum Theil richtig auf, daß das Ajin durch ein Wunder auf den durchgehauenen Gesetzestafeln sich hielt, wenn die Schrift samaritanisch, daß hingegen das Samech wunderbar sich dort befand, wenn die Schrift assyrisch gewesen. Denn das Ajin im Samaritanischen A wie das Samech im Assyrischen 2 erfordern ein in der Luft hängendes und schwebendes Mittelstück, wenn sie als Buchstaben von beiden Seiten sichtbar sein und nicht herausfallen sollen. Allein im Samaritanischen können auch die Buchstaben Bet, Dalet, Sain, Chet, Samech, Kuph, Resch P H *3 5 nicht hohl ausgehauen werden, weil sie gleichfalls dadurch, daß einzelne Stücke herausfallen, unkenntlich gemacht würden. R. Chisda hingegen behauptet in Schabbat 10f, Mem und Samech hätten wunderbar in den steinen neu Tafeln sich befunden. Da nun das Mem im Samaritanischen sehr gut hohl ausgehauen werde» kann, so muß er jener Ansicht beipflichten, daß die Buchstaben auf den Gesetzestafeln assyrische Charaktere gewesen, weil nur bei diesen das Schluß-Mem 2 ein solches Wunder erheischte. Deshalb kann er seine, auf die Frage: „was heißt hebräische Schrift?" in obigem Citate (Sanh. 21b) gegebene Antwort: „die Schrift Lebonai" — nur im Geiste der Gegenpartei geäußert haben, weil er sonst mit sich selbst im Widerspruch sie-