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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-10-01 · Heft 40 (1.10.1867) · p. Seite 801

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 40 (1.10.1867)
Date
1867-10-01
Page
Seite 801 (sequence 13)
Language
German
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801 und Ausführung betrifft, ein Urncum in seiner Art. — Unser Pester Landsmann, Moritz Hatschek, der erste jüdische Maschinenfabrikant in Ungarn, erhielt — wie „B. Ch.“ mittheilt — bei der Weltausstellung eine Medaille wegen seines Gasapparales für Spiritusfabriken. Bei der zweiten großen Versammlung der Naturforscher und Aerzte, welche vor kurzem in der reformirten Kirche zu Rimaßombat abgehalten wurde, saß am Präsidialtische auch ein Israelit, Akademiker Dr. Rözsay, als Cassirer des Vereins. Von den daselbst gehaltenen Borträgen bekundete der unseres Glaubensgenossen i>t\ t{. Groß, Gerichtsphysikus des Biharer Comitats, seltenen Geist und überaus reiche Erfahrung. Derselbe behandelte den Einfluß der Sanitätseinrichtungen auf die allgemeine Wohlfahrt. Unser berühmter Landsmann Dr. Adolf Fisch Hof in Wien, dessen Biographie Nr. 31 und 32 d. Bl., in der Gallerte jüdischer Abgeordneten brachten, woselbst als Ziel seiner publicistischen Arbeiten die Anbahnung einer Verständigung und Versöhnung der Parteien in Oesterreich hervorgehoben war, hat nun wieder, aus Anlaß des Zusammentrittes der dies- und jenseitigen Deputationen, einen gediegenen Artikel gegen den Staatsbankerott veröffentlicht. Ihre Majestät die Kaiserin spendete dem Gyöngyöser ,,Maszkil ei Üal-Vereine" 100 fl. ö. W. — Der Abiturient Ignatz Grün Hut aus Fünfkirchen erhielt von dem dortigen Bischöfe für seine Leistungen als Dilletanten - Capellmeister der dortigen Gymnafialjugend ein Ehrengeschenk.— Die Sparkasse zu Nagy Kiiroly vertheilt alljährlich Preise an Volksschullehrer. Heuer erhielt, wie „ß. Ch.“ berichtet, eine solche zum ersten Male auch ein jüdischer Lehrer. — Die Freiherren Franz und Farkas v. Wesselsnyi schenkten der armen jüdischen Gemeinde zu Hadad im Mittel-Szolnvker Eomitat den schönsten Platz im Orte zur Erbauung eines Tempels und spendeten dazu auch das Bauholz und die Dachziegel. Am 16. und 17. d. war in Semlin eine Feuersbrunst, und am 18., dem Geburtstage des Kaisers, spendeten die dortigen Israeliten für ihre bei dieser Feuersbrunft verunglückten christlichen Mitbrüder 287 fl. ö. W., die sie dem Bürgermeister sofort übergaben. — Der mit dem goldenen Verdienstkreuze ausgezeichnete Herr veop. Popper widmete, nach der „Nzl.," den drei Gemeinden Waag-Bistritz, Bitse und Hlinik je 600 fl. ö. W. für die Talmud-Thora, und zeigte zugleich seinen Entschluß an, je 3 arme Kinder der Gemeinden Bitse, Hlinik und Kottschow zweimal jährlich kleiden und wahrend der Dauer ihres Schulbesuches für sie die Schultaxen erlegen zu wollen. — Der Pester israel. Cultusvorstand vertheilte bei der am 19. d. M. ftattgefundenen Lehrerprüfung an der dortigen israel. Präparandei zwei Ehreustipendien von je 30 fl. — Den, zu der Anfangs October abzuhaltenden zweiten Generalversammlung der ungar.-isr. Lehrer, reisenden Schulmännern, bewilligten die Directionen der Eisenbahn- und Dampfschiffahrtsgesellschaft einen Rabbat von 50 oo an den Fahrpreisen. Ad vocem Lehrerverein habe ich zu referiren, daß Baron Jos. Eötvös — nicht in seiner Eigenschaft als Cultus- und Unterrichtsminister, sondern als Privatmann — im ungarischen amtlichen Blatte einen Aufruf zur Bildung von Vereinen für Bolkserziehung veröffentlicht hat, worin er die gewiß richtige Ansicht ausspricht, daß die Volksbildung nicht durch ausschließliche Beeinflussung seitens der Regierung, sondern durch die Mitwirkung des Volkes selbst am erfolgreichsten gefördert werden könne; besonders in Ungarn, wo die Bolkserziehung gegenwärtig fast ausschließlich in der Hand der Confessionen ist, und ihnen ohne Verletzung der öffentlichen Meinung nicht genommen werden kann. Der beigegebene Statuteuentwurf spricht in seinem l. Punkte den Wunsch aus, daß in jedem Comitate die Gründung eines solchen Vereines aus Mitgliedern aller Nationalitäten und Confessionen (wo dies aber nicht angeht, nach Confessionen. geschehen, und derselbe seine Thätigkeit auf die Kiuderbewahraustalten, die Volks- oder Elementarschulen nnd auf die Bürgerschulen ausdehnen möge. Mehrere Comitate begannen bereits ihre Berathung über diesen hochwichtigen Gegenstand. Sehr auffallend ist ein am l. d. zur Kenntu iß gebrachter Erlaß des Cultus- und Unterrichtsministeriums, demzufolge bei den, die katholischen Mittelschulen besuchenden nichtkatholischen Studirenden die Classification bloß nach den aus den weltlichen Lehrgegenständen gewonnenen Censuren vorgenounneu, die Censur aus der Religionslehre aber extra beigefügt werde, also bei nichtkatholischen Studirenden die 9tote aus der Religionslehre keinen Einfluß auf das Censiren haben soll, was natürlich nur einen noch laxeren Besuch der betreffenden Religionsstunden zur Folge haben kann.

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