Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 40 (1.10.1867)
- Date
- 1867-10-01
- Page
- Seite 800 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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800 Mülhausen i Frankreich), den 1. September. (Privatmitth.l Vor einigen Tagen erschien der Rechenschaftsbericht deS hies. israel. Krankenhauses, der die Zeit vom 30. Juni 1865 bis dahin 1867 umfaßt. Während dieser Zeit wurden 42 Personen in dem Hospital verpflegt, von denen 32 geheilt entlassen worden; in Behandlung befinden sich gegenwärtig 22 Kranke. Die Einnahmen beliefen sich in dem angegegebenen Zeiträume auf Frs. 30,104, 25 Cts., wohingegen die Ausgaben die Höhe von Frs. 35,320, 10 Cts. erreichten, so daß sich ein Deficit von Frs. 5215, 85 Cts. zeigt, An Geschenken flössen in den letzten beiden Jahren dem Krankenhause Frs. 19,949, 90 Cts. zu, dann Frs. 12,000 allein von den Gebrüdern Lantz, und Frs. 1449 von Herrn Laz. Lantz, dem gegenwärtigen Präsidenten des so wohlthätig wirkenden Hospitals, das sich der geringfügigen Subvention von Frs. 500 von Seiten der Stadt zu erfreuen hat. Wir wünschen der Anstalt fernerhin das beste Gedeihen. Amerika. New Aork, 1. Sept. Ter Hebr. Lead, bringt in seiner jüngsten Nummer die Nachricht von dem Tode des Dr. Moritz Mayer, der einer plötzlichen Krankheit am 28. August erlegen. Di-. M. Mayer wurde zu Dürkheim a. d. Haard in der bayerischen Pfalz am 16. Dec. 1821 geboren. Frühzeitig entwickelte er große Talente und seine gebildeten Eltern pflegten dieselben. Sie schickten ihn früzeitig in die lateinische Schule seiner Vaterstadt, wo er bald alle seine Mitschüler überflügelte. Nachdem er sodann in Speier das Gymnasium und Lyceum besucht hatte, bezog er die Universität München, -woselbst er sich dem Rechtssache widmete und nach Ablauf der Universitätsjahre ein glänzendes Examen bestand. Da die Mittel, die ihm seine damals schon verwitwete Mutter zukommen zu lassen im Stande war, nicht ausreichten, ertheilte er Unterricht und machte literarische Arbeiten für die Professoren der > dortigen Universität. Die Liebe zur Wissenschaft ließ ihm jede Mühe und Arbeit gering erscheinen. Im Jahre 1847 kehrte er nach der Pfalz zurück und praktizirte als Rechts-Candidat am Königl. Gerichtshöfe zu Kaiserslautern. Im Jahre 1848 schloß er sich der Freiheitsbewegung an und die Freiheit hatte an chm einen eifrigen, lhätigen Verehrer. Die damalige provisorische Regierung ernannte ihn zum Friedensrichter. Nachdem 1849 die Revolution unterdrückt war, mußte er nach Amerika fliehen, um der Strafe einer langen Gefangenschaft zu entgehen. In Amerika wurde er zuerst jüdischer Geistlicher in Charleston, machte sich dann die amerikanische Rechtspflege zu eigen und praktizirte als Rechtsanwalt in New-Jork. Aber er folgte nicht dem Beispiele so Vieler, welche früher dem jüdischen Lehrsache angehört, dieses dann verlassen und hiermit auch allen Sinn und Eifer für das Judenthum ausgegeben haben. Vielmehr widmete er diesem fort und fort sein ganzes Herz und wirkte ganz besonders innerhalb der bekannten amerikanisch-jüdischen Loge Bene Berit, deren Präsident er war. In der jüngsten Zeit hatte er Philippson's Broschüre über die Kreuzigung und den erstem Theil von Geiger's Judenthum und seine Geschichte ins Englische übersetzt und zum Druck gefördert. Ihm sei ein ehrenvolles Andenken gewidmet! Corres pondenz, Monatsberichte aus Angarn. 11. (Schluß.) Neu-Ver baß, Ende August 1867. Der in meinem vorigen Berichte signalisirte „Gleichheitsverein" in Pest zählt unter seinen Gründern außer vielen Israeliten auch sehr zahlreiche angesehene Nichtisraeliten, darunter den Oberbürgermeister von Pest, Hrn. Szentkirülyi, wie dies aus dem authentischen Verzeichnisse ersichtlich ist. In der Pariser Ausstellung erregte vor wenigen Tagen — wie der Pester Professor Römer, von dort berichtet — ein Prachtschrank, welcher auf seiner Thür den aus der Schlacht von Chalons zurückkehrenden Merowig zeigt, großes Aufsehen. Den Hauptantheil an der Verfertigung desselben hat unser Glaubensgenosse Sigmund Traub aus Temesvar. Der Preis dieses Stückes beträgt 55,000 Francs, und ist, was Geschmack