Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-10-01 · Heft 40 (1.10.1867) · p. Seite 796

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 40 (1.10.1867)
Date
1867-10-01
Page
Seite 796 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3224737-3226581-3226622--25379-3260879
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

796 Maßgabe geschenkt, daß alljährlich die Zinsen besonders verdienten und würdigen jüdischen Studirenden der Philosophie, in erster Reihe solchen, die sich dem Studium der jüdischen Theologie widmen, zur Erlangung der Doctorwürde zufließen sollen. 10. Der Kaufmann Moritz Kall Hl an n in Berlin hat der Baruch-Auerbach'schen Waisen-Erziehungs-Anstalt für jüdische Mädchen daselbst zur Begründung einer Stiftung unter dem Namen „Emma Kallm an n'sche Stiftung" ein Kapital von 2500 Thlrn. geschenkt, dessen Zinsen zur Aussteuer von Mädchen, welche Zöglinge der Anstalt gewesen sind, verwendet werden sollen. 13. Bon einem Kapital, welches zur Unterstützung der Familie des vor 24 Jahren verstorbenen Dr. mell. Jacobson in Königsberg zusammengebracht worden war, ist jetzt durch Verzichtleistung der Hinterbliebenen die Summe von 2500 Thlrn. behufs Errichtung von Stipendien für Studirende jüdischen Glaubens zugefallen. 30. Die Rentieren Philippine und Henriette Natorff zu Berlin haben der Baruch-Auerbach'schen Waisen-Erziehungs-Anstalt für jüdische Mädchen daselbst zur Begründung einer Stiftung unter dem Namen „Bertha Arndt-Natorff'sche Stiftung" ein Kapital von 2000 Thlrn. geschenkt, dessen Zinsen zur Aussteuer von Mädchen, welche Zöglinge dieser Anstalt gewesen sind, verwendet werden sollen. Oesterreichischer Kaiserstaat. Krakau, 13. Sept. (Privatmitth.) Sie werden Sich aus meinen früheren Correspondenzen erinnern, daß ich stets über die traurige Wirksamkeit des hiesigen jüdischen Schuldirektors Marcus Winter geklagt habe, der in Verbindung mit dem hiesigen Rabbiner alles Mögliche thut, um die Schule ihrem Zwecke zu entfremden und die Jugend ihre Zeit verlieren zu machen. Sie, Herr Redakteur, haben mir manchen schwarzen Strich im Bilde gestrichen, oder doch durch einige Lichtstreifen gemildert. Jetzt hat sich der Herr Winter mit eigener Hand so portraitirt, daß es einer weiteren Zeichnung und Färbung nicht bedarf. Derselbe entschloß sich, am ersten österreichischen Lehrertage sich zu betheiligen, ja in demselben als Redner aufzutreten, und zwar gegen die Ansichten der gesammten Versammlung, nämlich gegen die Trennung der Schule von der Kirche. Wie er hier abfuhr, geben die Berichte genügend kund. Nur geschah ihm hier ein Quidproqno, indem die Berichte ihn Winkler statt Winter nannten. Aber er selbst that dies in Krakau kund und rühmte sich, der einzige Vertheidiger des Concordats gewesen zu sein. Daß dies gerade ein Jude gewesen, kann nicht als ein Zeichen der Zeit angesehen werden, sondern nur als ein Zeichen des Herrn Winter. Denn nicht der Jude in ihm hat dies gethan, sondern der Herr Winter. Die Leser werden aber fragen, warum hat der Herr Winter diese Don Quixoterie begangen? Sehr einfach. Seine Schule ist von der Statthalterei untersucht worden, und der Herr Statthalter hat erklärt, daß dem greulischen Unfuge in dieser Schule ein Ende gemacht werden müßte. Da thut es nun einem schwachen Sterblichen noch, sich eine mächtige Protektion zu erwerben. Man kennt die Mittelchen und Wege Wir glauben aber nicht, daß es Herrn Winter damit gelungen sein wird, und um so weniger, als die polnische Unterrichtssprache eingesührt werden soll, die dem Herrn Winter gänzlich unbekannt ist.*) Donaufürstenthümer. Jassy, 12. Sept. Die „Presse" enthält folgenden, aufklärenden Artikel über die Reise Sir MoseS Montefiore's: *) Wir glauben kaum, daß es der Mühe lohnt, von des Hrn. Winter Auftreten in Wien so viel Worte zu machen, wenn nicht um sein Abtreten in Krakau ebenso schnell zu bewirken, wie dies in Wien der Falt war. Herr Winter hat sich nicht blos durch den Inhalt und Zweck seiner Rede gründlich blamirt, sondern auch durch die Art und Weise seiner Rede. Wir finden in den Sitzungsberichten der „Presse" hierüber Folgendes : „Winkler" (soll also heißen „Winter") aus Krakan erklärt, daß er den Muth habe gegen die öffentliche Meinung anzukämpfen und — gegen dieTrennung der Schule von der Kirche zu sprechen. (Stürmische Oho- und Schlußrufe, Abtreten u. s. w.) Redner klammert sich bei diesem Unwillensausbruch der Versammlung an die Rostra — wir wissen nicht, ob aus Schreck, oder aus Furcht, die Tribüne verlassen zu müssen und fährt, nachdem sich der Sturm gelegt, mit schüchternen Versuchen von Neuem fort. Da er jedoch von Niema n-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.