Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 39 (24.9.1867)
- Date
- 1867-09-24
- Page
- Seite 779 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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779 nett gewürdigt und mehrere von ihnen wurden in den Adelsstand erhoben. Nicht gegen die Israeliten, sondern gegen die Vagabunden und gefährlichen Subjecte ohne Unterschied der Religion hat die Regierung Maßregeln ergreifen müssen, und die meisten ehrenhaften Israeliten freuen sich dieser Schritte gegen Menschen, an denen sie nicht weniger als wir selbst zu leiden hatten. Daß Oesterreich und Rußland diese Maßregeln benutzt, um uns zu verdächtigen, wer wundert sich darüber, und doch l haben beide Staaten kein Recht, uns Intoleranz gegen Israeliten vorzuwerfen*). Die nächste Gegenwart wird zeigen, wie den Betheuerungen des Herrn Radulesc Glauben beizumessen ist. Die Juden in der Moldau waren das Thema eines Vortrages, welchen Cremieux Mittwoch den 28. August im Saale der literarischen Gesellschaft in Bordeaux vor einem zahlreichen Publikum hielt. Unter demselben Titel: Les Juifs en Moldavie, erschien dieser Tage ein interessantes Schriftchen von Ernst Desjardins bei Dantu in Paris. Constantinopel. Die hohe Pforte hat aus Anlaß des Vorfalls bei Galatz, welcher zweien Js- Iraeliten das Leben gekostet, ein Cirkular an ihre Ge- Isandschaften gerichtet, in welchem nach nochmaliger I Darstellung des Geschehenen mitgetheilt wird, daß die Ihvhe Pforte in einer offiziellen, an die rumänische I Agentur in Constantinopel gerichteten Note vorgeschla- Igen habe, an Ort und Stelle durch eine gemischte, laus Autoritäten der beiden Uferstaaten zusammenge- I setzte Commission eine Untersuchung zur Erhebung Ides Thatbestandes anstellen zu lassen, daß aber der Irumänische Minister Golesco diesen Vorschlag entschieden abgelehnt hat. Die h. Pforte glaubt unter dielten Umständen nicht, auf ihrem Vorschlag beharren I zu müssen: „nicht allein, daß die über die Details des I bedauerlichen Ereignisses hinlänglich unterrichtete öf- Isentliche Meinung bereits geurtheilt habe, so beweise Idie Ablehnung des von der h. Pforte gemachten Vorschlages durch das rumänische Gouvernement, auf wen Wie Verantwortlichkeit der an den rumänischen Israeliten begangenen Grausamkeit fallen müsse." I *) Unverschämt! Haben nicht die englischen Con- Mln in gleicher Weise berichtet? haben nicht die Ge- »neindevorstände selbst den Nothschrei erhoben? I Redakt. Frankreich. Paris, 26. August. Hier tagt jetzt unter Anderen ein internationaler Congreß zur Abschaffung der Sklaverei auf der ganzen Erde. Heute fand die erste Sitzung statt, und wir freuen uns, constatiren zu können, daß auch einige namhafte Israeliten z. B. der bekannte Publizist Horn an derselben, so wie an der Debatte Antheil genommen. Italien. Florenz, im August. Unter eben veröffentlichten Ernennungen im diplomatischen Corps heben wir hervor, daß Herr Artom zum italienischen Gesandten in Kopenhagen ernannt worden ist. Bekanntlich war ex vor Kurzem Stellvertreter des Ritters Nigra in Paris während der Abwesenheit desselben. Hiermit ist zum ersten Male ein Israelit zum ordentlichen Gesandten eines der größeren Staaten Europas ernannt worden. Großbritannien. London, im August. Es besteht hier ein israelitischer Auswanderungs-Verein, welcher jüdische Auswanderer unterstützt. Der Jahresbericht von 1866 zeigt, daß de'rselbe bei einer Einahme von ca. 3560 Thlr. 147 Personen unterstützen konnte, von denen 26 nach Australien, 121 nach Nordamerika sich wandten. Ein Legat der Mdme. Abraham Montefiore vermehrte den Fond des Vereins um 2660 Thlr. Bon vielen der Auswanderer sind gute Nachrichten eingelaufen. Correspondenz. Monatsberichte aus Angarn. II. Neu-Verbaß, Ende August 1867. In einer Nachtragsverordnung zum Ministerialerlasse über die Schwurgerichte heißt es Alinea 13, wie folgt: „Rücksichtlich der Beeidigung der Israeliten ist jenes Verfahren anzuwenden, welches bei Ablegung des 39*