Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 38 (17.9.1867)
- Date
- 1867-09-17
- Page
- Seite 758 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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758 sind, was eine besonders beleidigende Beschimpfung der Bekenner eines Glaubens ist, der einen großen Werth auf ein angemessenes Begräbniß an einem Orte, der vor der Zerstörung geschützt ist, legt. Jüngst starb in Cadix ein geflüchteter Jude, Namens Eleazer Soto, aus Tetuan, 32 Jahre alt und Sohn des Judah Soto aus jenem Orte. Seine Verwandten richteten sich an den spanischen Gouverneur, der aber nicht auf ihre Bitten wegen eines Begräbnißplatzes hören wollte und sie nach der Polizei sandte, welche, ihren Instruktionen zufolge, den armen Juden in den Meeressand begraben haben wollte, wo die todten Hunde und Pferde gewöhnlich begraben werden. Die Angehörigen wandten sich dann an den englischen Consul in Cadix (Herrn Graham Dunlop), der in gerechtem Sinne erlaubte, ihn in einem Theile des englischen Friedhofes zu beerdigen , der bis jetzt noch nicht benutzt worden, da das Grundstück sehr ausgAehnt ist. Die Dankbarkeit der jüdischen Flüchtlinge war sehr groß, und sie dankten dem Consul, mit Thränen in den Augen, für seine Achtung und Freundlichkeit gegen sie. Es ist wahrlich seltsam, daß Spanien diese Verfolgung gegen einen Glauben und eine Gemeinde fortsetzt, welche in allen civilisirten Staaten Europas, und selbst in mohammedanischen Ländern als Bürger zugelassen werden. (In der Thal kann, solange das jetzige Regime in Spanien währt, an eine Aenderung der fanatischen Unduldsamkeit, mit welcher in Spanien Protestanten und Juden behandelt werden, nicht geglaubt weroen, oder könnten die Verhältnisse nur nach dem Sturze der jetzigen Regierung sich besser gestalten.) Nordamerika. San Francisco, im August. (Privatmitth.) Als ein schönes Zeichen des auch in den fernsten Weltgegenden erwachenden Sinnes für die jüdische Literatur kann es wohl angesehen werden, daß ein hiesiger Verein „Kons Berith, J.iterary Association“, eine namhafte Summe zum Ankauf von Büchern wissenschaftlicher, populärer und belletristischer Tendenz in deutscher Sprache, die vas Judenthum betreffen, bestimmt, und den Dr. Philippson in Bonn ersucht hat, eine Auswahl hiesür zu treffen. Man erwartet die Ankunft der Werke mit Spannung, und werden sie sicherlich sofort ein bedeutendes Lesepublikum finden. (Wir haben uns selbstverständlich diesem Aufträge mit großem Vergnügen unterzogen. Es bestehen Mter den Juden in Amerika viele Lilerary Assoeiations, von deren Beziehungen mit Europa und der europäischjüdischen Literatur wir jedoch bis jetzt wenig erfahren haben. Der Anfang wird also vom äußersten Westen gemacht, und läßt den Wunsch entstehen, daß eine rückgängige Bewegung von Westen nach Osten hierin vor sich gehe. Die Wirkung würde ein zwiefache sein: die Verbreitung und der Einfluß dieser Literatur auf die größere Masse unserer Nordamerikanischen Glaubensbrüder, und die kräftige Unterstützung dieser Literatur, die in der That zu immer größerem Aufschwünge nur einer solchen Unterstützung bedarf. Die Redaktion.) Abhandlungen verschiedenen Inhalts. Ansichten der Rabbiner über samaritanischc Schrift. Von vr. Jakob Frankel, Oberr. von Ober-Assel. Die Geschichte der Samaritaner ist so oft und mitunter so vortrefflich beschrieben, daß wir den Drang in uns nicht fühlen, die Zahl dieser Geschichtsforscher zu vergrößern, um so weniger, als deren Arbeiten uns nicht zur Genüge zugänglich sind. So fehlen uns die von Jost (Gefch. d. Jud. Bd. 1. S. 50—55) citirten Untersuchungen von Luzatto, vr. Herzfeld und Kirchheim. Das Nöthigste jedoch kann in den mehr verbreiteten Werken nachgelesen werden. — Auch über die Litteratur der Samaitaner, wenn man die wenigen Übersetzungen und Gedichte mit diesem allgeinen Namen belegen kann, findet sich bei den Orientalisten Alles genau und sorgfältig verzeichnet. Man vergleiche Winers biblisches Realwörterbuch sub voce. Wir haben es uns vielmehr zur Aufgabe gestellt, einige dunkle Talmudstellen über samaritanische Schrift und Sprache zu erläutern, und legen zunächst folgende zwei zu Grunde, die wir nur in chren nöthigsten Bestandtheilen, nur fragmentarisch wiedergeben, und die wir zur bessern Uebersicht eine der andern gegenüber schreiben und zum bessern Verständniß übersetzen: