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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-09-17 · Heft 38 (17.9.1867) · p. Seite 757

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 38 (17.9.1867)
Date
1867-09-17
Page
Seite 757 (sequence 9)
Language
German
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757 freundes und Wohlthäters der Menschheit längst be- I gründet hat und von Fürsten wie von Bürgern und Bettlern in allen civilisirten Ländern geehrt und geachtet wird, in der empörendsten Weise an. Insbesondere zeichnet sich die Natiunea in diesen Angriffen aus, welche Montefiore beschuldigt, nach den Fürstenthümecn gekommen zu sein, um aus denselben ein neues Palästina zu machen, damit den Rumänen weder ihr Land, noch seine Erzeugnisse verblieben, und fordert schließlich alle Einwohner von Bukarest auf, drei Petitionen zu unterzeichnen, welche auf den öffentlichen Plätzen ausgelegt werden sollen und von denen die eine für den Fürsten, die zweite für den Senat, die dritte für die Kammer bestimmt sein soll. In diesen Petitionen soll die Erfüllung der nachstehenden vier Punkte verlangt werden: 1. Das von den Gütern des Staates nichts veräußert werde, als Weingärten und abseits gelegene kleine Ländereien, die dem Staate nur Schaden bringen. 2. Alle Hebräer, die seit dem Jahre 1848 mit Pässen ins Land gekommen sind, die keine eigene industrielle Beschäftigung haben, sollen auf Veranlassung der Regierung dorthin zurückgesendet werden, von woher sie gekommen sind. 3. Alle Hebräer, die Manufactur-Fabriken mit rumänischen Arbeitern besitzen, ferner alle Jene, die irgend ein Handwerk betreiben, als: Klempner, Schneider u. s. w., alle, die die Curse der höheren Wissenschaften absolvirten — sollen im Lande geduldet werden, mit der Bedingung jedoch, sich auf den Weg der Civilisation zu begeben, wozu die Regierung die erforderlichen Maßregeln treffen wird. Was die Rechte dieser Juden anbelangt, so werden dieselben auf das beschränkt sein, was das Civilgesetzbuch diesfalls vorschreibt. 4. Von heute ab ist der Eintritt der Hebräer in das Land zu dem Zwecke, um hier zu verbleiben, für immerwährende Zeiten verboten. Die Regierung hat indessen doch eingesehen, wie gefährlich die Gestattung eines Plebiscit über die Juden, auf öffentlicher Straße abgehalten, für die Ruhe der Stadt und des Staates sein würde, und begriffen, daß bei den zahlreichen Gegnern der Judenverfolgung der Ausbruch eines Bürgerkriegs die unmittelbare Folge sein würde und hat deßhalb die Auslegung der Petition gegen die Juden, wenigstens auf Straßen und Plätzen verboten. Holland. Amsterdam. (Jew. Chr.) Ein Correspondent schreibt uns aus Amsterdam, daß am Sabbath, den 24. v. M. die jüdische Gemeinde höchst empört war, als während des Gottesdienstes drei Missionäre, in jeder Synagoge einer, erschienen, um Bekehrungstraktate zu vertheilen. Das Betragen eines dieser Miethlinge der Bekehrungsgesellschaft war so unverschämt, daß er vor den Magistrat geführt wurde, der den fanatischen Störer des öffentlichen Friedens und Gottesdienstes ohne Aufschub über die Grenzen des Landes zu bringen befahl. Die beiden anderen Missionäre brachten durch ihre unverhohlene Unverschämtheit die Mitglieder der Gemeinde so auf, daß, wir bedauern es zu sagen, sie ihre Selbstbcherrschung verloren, die Eindringlinge rauh behandelten und sie hinauswarfen. Beim Beurtheilcn des Betragens derjenigen, welche das Gesetz in ihre eigene Hand nahmen, müssen wir einen Theil des Tadels den Vorgesetzten der Bekehrungsgesellschaft zuerkennen, welche den unangemessenen Eifer ihrer Untergebenen nicht gemäßigt haben. Was würden unsere christlichen Nachbarn sagen, wenn einige fanatische Juden es sich unterständen, am Sonntag in ihre Kirchen zu dringen und unter den Andächtigen Traktate gegen die Religion vertheiltcn, in deren Namen sie versammelt sind? Wenn die Bekehrer Christen sind, so müssen sie gegen ihre jüdischen Mitmenschen so handeln, wie sie von ihnen behandelt sein wollen. Spanien. Gibraltar, im August. Wir hören aus Gibraltar, daß in Folge der jüngsten Grausamkeiten, die gegen die jüdische Gemeinde in Marokko und in Ceuta (das zu Spanien gehört) begangen worden, viele geflüchtete Juden nach den spanischen Seehäfen gegangen sind, in der Hoffnung, dort Schutz zu finden. Sie sind jedoch in Spanien noch großem Ungemach unterworfen. Sic werden, wenn sie krank sind, in die Hospitäler nicht ausgenommen, und wenn sie sterben, wird ihnen die Beerdigung verweigert, ausgenommen in dem Lande unterhalb des Hochwasser Zeichens, was gerade dasselbe ist, als wenn sie in das Meer geworfen werden und der Gnade der Wellen und Wogen übergeben 38

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