Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 37 (10.9.1867)
- Date
- 1867-09-10
- Page
- Seite 732 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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732 Exod. 14, 19 führt der Verf. für seine Meinung an; dort aber ist der Engel sichtbar, da unter demselben die Wolkenfäule verstanden wird; Numer. 20, 16 aber ist unter ^8bn Mose zu verstehen, der hier von sich in der s. Person spricht, was gar nicht auffallend ist, vgl. 1. Sam. 12, I I. Ja die Tradition setzt gerade den Ton darauf, daß der Auszug aus Aegypten nicht durch einen Engel geschah, sondern ieksii 111222 indem sie wohl nicht mit Unrecht das Wort i->:v2 Deuter. 4, 37 urgirt. Wenn der Verf. sagt: „Nur in der Zeit der theokratisch-monarchischen Verfassung scheint sich schon ein fremder Einfluß eingemischt zu haben und zwar weil von Engelschaaren mit Engelfürsten, die den Gottesthron umgeben, die Rede sei," so ist zu entgegnen, daß bereits Jos. 5, 14. 15 ein 'n N2S iw genannt wird. Entweder ist unter diesem N2X eine Engelschaar verstanden, welcher der iw vorsteht, oder man verstände gar mit Raschi und Redak unter 'ii X2X Israel und der iw wäre dessen himmlischer Fürst Michael. In jedem Falle finden wir hier schon eine ausgedehntere Angelologie. Wenn der Verf. S. 3 behauptet, daß' erst in den Schriften seit dem Exil die Engel Menschengestalt annehmen, selbst aber eine Ausnahme Genes. 19, 1 statuirt, so ist zwar Eine Ausnahme schon ein Einwand; es finden sich aber deren mehrere wie Genes. 18,2; 32, 25; Richter 13, 10, 11 15. Auch gegen die Annahme des Berf., daß erst in den nachexilischen Schriften Rangstufen unter den Engeln aufstoßen, spricht die schon erwähnte Stelle Jos. 5, 14. Wenn der Verf. S. 7 behauptet: „Das biblischvorexilische Judenthum kennt keinen bösen Engel, viel weniger ein böses Princip," so wäre an Asasel Levit. 16, 8 so wie an die S'eirim >7, 7 zu erinnern. Mindestens spricht der Gegensatz 'n'b—'nb dafür, daß, wenn auch nicht an ein böses Princip, doch an einen bösen Engel gedacht wurde, wie auch Jbn Esra, Nachmanides nach Pirke derab. Elieser annahmen. In keinem Falle durfte diese Stelle unbesprochen bleiben.*) Außerdem *) Wir können dem geschätzten Referenten nicht ganz beistimmen, und glauben, berechtigt zu sein, diejenigen, welche diesen interessanten Gegenstand näher prüfen wollen auf unsere „israelitische Religionslehre" Band 2. S. 22 f., sowie noch ausführlicher auf unser Bibelwerk Band 3. S. 882 verweisen zu können. Was bTNn’b betrifft, so wundern wir uns, daß die Ansicht, als ob Asasel der Name eines Dämons sei, noch irgendwie geltend gemacht werden kann. Hiergegen streiten wäre auch an die Deuter. 32, 17 erwähnten Schedim zu denken gewesen. Denn wird auch die Anbetung derselben dem Volke zum Vorwurf gemacht, so zeigt sich doch immerhin die Bekanntschaft desselben mit den Dämonen lange vor dem Bab. Exil. Aus dem Nichtvorhandensein böser Engel folgert der Verf. S. 8, daß vor dem Exil nicht von gewiffen eigens zu strafen bestimmten Engeln die Rede ist. Dagegen sprechen aber Ps. 78, 49, Prov. 17, 11, ferner 2. B. Sam. 24, 16,*) wo allerdings die Rede von Strafengeln zu sein scheint. Jes. 33, 7 setzen die oibw *2rrb» auch sn 'n voraus. Daß Ps. 78 vorexilisch ist, geht aus seinem Inhalte hervor. Dies sind unsere Bedenken gegen die Annahme des Herrn Vers., daß vor dem Babyl. Exil überhaupt an eine genaue Engellehre und namentlich an eine Dämonologie nicht zu denken sei. Dagegen scheint, was der Verf. über den Einfluß des Parsismus auf die Angelologie sagt, bis auf das Einzelne schlagend, und eben so wahr, wie scharfsinnig erläutert. Wir wollen es in der Kürze referiren. — Die Zahl der 7 Engelsfürsten bei den Juden, vgl. Tob. 12, 15. entspricht den Amesha-Qpenias; ja so wie über diese bei den Persern die Zahl zwischen 6 und 7 schwankt, je nachdem man Ahuramazda dazu zählt oder nicht, so begegnen wir auch dieser Schwankung zwischen 6 und 7 cpiüj Engelsfürsten, vgl. Targ. Ion. 34, 6. Der Verf. weist aber nicht nur eine numerische, sondern auch eine etymologische und sachliche Uebereinstimmung der 7 Erzengel mit den pers. Amesüa-^penlas nach. Diese Am.-epent. nämlich, bei den Persern schlaflose Wächter xaz1 t'E,o/j)v genannt, sind eben die l'w'ip ■pi'?, denen wir im Daniel begegnen. Geistvoll ist die Conjectur danach in Sechar. 4, 10 für 'n iry zu lesen: ’r, nur entspräche dies nicht den 0'2'F nr'2w das. 3, 9. Ebenso werden die Am. - die innere (vergl. 3. Mos. 17, 7.) wie äußere Gründe. Das Wort bedeutet „zu völliger Hinwegschaffung der Sünde," und Vers 18 und 26 zeigen, daß es die kurze Bezeichnung, gleichsam Ueberschrift des Bockes ist, die der Feierlichkeit wegen ausgesucht und besonders ist. Dies wird mit dürren Worten Vers 22 ausgedrückt: niöji '151 rby T'JEi. S. unser Bibelwerk zur Stelle. Redakt. *) Könnte man auch hier das Epithet ri^nwvn auf die zufällige Sendung des Engels beziehen, so kann es doch ebenso den bestimmten verderbenden Engel bedeuten und bedarf der Erörterung.