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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-09-03 · Heft 36 (3.9.1867) · p. Seite 718

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 36 (3.9.1867)
Date
1867-09-03
Page
Seite 718 (sequence 10)
Language
German
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718 Die Gesammtausgaben betragen: In den Jahren 1S62 63 u. 64 Thlr. 47. 10. - - - 1866 66 - 67 - 82. 28. 2. Summa 130 Thlr. 8 Sgr. 2 Pfg. Die Einnahme beträgt: 2292. - Ausgabe - 130. 8. 2._ Ist Bestand 2161 Thlr. 21 Sgr. io Pfg. Während der Conferenz wurden noch 63 Thlr. eingezahlt, so daß jetzt das Gesammtvermögen 2225 Thlr. beträgt. Unter den Gemeinden und Privaten, deren Wohlthätigkeitssinn der Casse jährliche Unterstützungen zufließen ließ, befinden sich unter andern die Gemeinde Aachen mit 20 Thlr., Bielefeld mit 30 Thlr., Dortmund mit l 0, Essen mit 15, Münster mit 10, Herr Rittergutsbesitzer Lob mit 20, Freiherr von Rothschild in Paris (durch die gütige Vermittelung des Herrn Albert Cohn) im vorigen Jahre mit 50, in diesem Jahre mit 100 Frs. Auch» wurden die Namen verschiedener Colleges die mit Eifer und Erfolg sich der Sammlung von Beiträgen in ihrer resp. Gemeinde unterzogen, ehrend hervorgehohen und ihr Beispiel vom Vorsitzenden zur Nacheiferung empfohlen. Aus der Uebersicht der Vermögen sverhältnisse des Unterstützungsvereins geht zur Genüge hervor, wie die Casse jetzt schon, wenn es nothwendig wäre Unterstützungen zu ertheilen, in dieser Beziehung ein Erkleckliches leisten könnte, zumal wenn berücksichtigt wird, daß bei den beschränkenden Vorbedingungen der Aufnahme bezüglich des Alters und der Gesundheit, die Anzahl der Unterstützungsbedürftigen stets eine verhältnißmäßig geringe sein würde, und der Verein z. B. gegenwärtig noch keinen dieser Categorie unter seinen Mitgliedern zählt. Wenn die Anzahl der Mitglieder sich aber vergrößert hat, und in demselben Maße das Interesse für die Unterstützungscasse auch in weiteren Kreisen wächst, dann wird mit der Zeit ein Werk entstehen, das noch lange dem Lehrerstande zum Segen gereichen wird. Unfern Collegen aber, die bis jetzt noch nicht dem Unterstützungsverein beigetreten sind, möchten wir hierdurch warm ans'Herz legen, des Ausspruches der Rabbinen -nsssn n isnsn b-r zu gedenken , und sich nicht aus kleinlichen Rücksichten, weil ihnen vielleicht ein § des Statuts nicht nach dem Sinne ist, diesem wohlthätigen Institute zu entziehen. Das Gedeihen der Casse hängt in erster Linie von uns Lehrern, von unserer Thätigkeit, von unserm Interesse für dieselbe ab, ist auf Selbsthülfe gebaut. Jeder Lehrer sollte es sich deshalb zur heiligsten Pflicht machen für dieselbe zu wirken und auch in weiteren Kreisen das Interesse für dieselbe zu erregen. Nicht alles, aber sehr vieles, ist in dieser Rücksicht in eure Hand gegeben! „Bewahret und pfleget dieses; mit euch wird sie sich heben!" Den Israeliten Rheinlands und Westfalens aber möchten ^vir zu bedenken geben, daß das Gedeihen des Vereins auch sie direct berührt. Ein berufsfreudiger, von echtem Lehrergeiste durchdrungener Lehrerstand ist auch für sie eine Lebensfrage. Das freie Geschäft der Erziehung und Bildung erfordert aber, daß der Erzieher und Bildner frei sei von der Bekümmerniß um die Exestenz der Seinigen, auch nach seinem Tode. „Ein von Sorgen um das tägliche Brod, ein beim Blick auf die letzte Stunde niedergedrücktes Gemüth kann die Aufgabe heiterer Bildung nicht erfüllen!" Möchte das Interesse wohlthätiger Gemeinden und Privaten sich mehr wie bisher der Unterstützungcasse zuwenden. Die Conferenz, die große Wichtigkeit der Unterstützungscasse nicht verkennend, beschäftigte sich fast einen ganzen Tag mit derselben. Es wurden von verschiededenen Seiten Vorschläge gemacht, auf welche Weise Mittel für dieselbe flüssig gemacht werden könnten und diese Vorschläge eifrig discutirt. So wurde der Vorstand beauftragt, durch die Presse die Theilnahme für die Unterstützungscasse zu erregen und die unbedingte Nothwendigkeit derselben dem großen Publicum klar zu machen. Ferner beauftragte die Versammlung den Vorstand, mit einer geeigneten Verlagshandlung in Verbindung zu treten, um einen Cursus von Schreibheften anfertigen zu lassen und sie zu verpflichten, von den abgesetzten Heften einen mit derselben zu vereinbarenden Rabatt in die Unterstützungscasse fließen zu lassen. Der Vorstand sollte aber erst über diese Frage nach Anhörung einer von der Conferenz gewählten Commission entscheiden. Die Wahl einer solchen Commission war uothwendig, weil sich die Versammlung über einige technisch-pädagogische Fragen hinsichtlich der Einrichtung der Schreibhefte nicht einigen konnte. Es wurden Spier aus Bochold, Kaufmann aus Ahlen und Mündheim aus Hamm in diese Commission gewählt. Bei der Discussion wurde hervorgehobcn, daß durch ein gleiches Unternehmen der evangelischen Lehrerwittwencasse, wir glauben des Kreises Duisburg, eine bedeutende Summe zugeflosseu sei. Im Falle sich das Unternehmen realisiren sollte, bitten wir die Collegen um zahlreiche Beteiligung. Mittags vereinigte ein frugales Mahl die Confe-

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