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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-08-27 · Heft 35 (27.8.1867) · p. Seite 694

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 35 (27.8.1867)
Date
1867-08-27
Page
Seite 694 (sequence 18)
Language
German
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694 frim. Die 16. im’» Nirtio 121 sind Wörter, die nur eine einzige Bedeutung zulaffen und nicht übertragen oder bildlich angewendet werden, wie die verschiedenen Namen der Thierstimmen, das Hauptwort nrsn u. a. Wie R. aber auch die Wörter irn, yaia, die nur für eine Sättigung von Speisen und Trank gebraucht würden, hierzu rechnen kann, ist uns unbegreistich, da doch größtentheils nur die metaphorische Bedeutung von sättigen und '12 auch bei Satt von Elend, von Schmerz und Leiden rc. gebraucht wird. Die 20. Regel: Ein Wort, das für ein anderes steht, ist ebenso die Ueberschrift des 28. Kap. in Rikmah. Gannach, der den weitesten Gebrauch der Metonymie für die bibl. Exegese anzuwenden sich erlaubt, führt auch das Beispiel aus Jerem. 33, 26 an, wo Jacob für Aaron stehe, das auch hier vorkornmt. R. findet es nun höchst auffallend, daß I. Esra so heftig gegen G. wegen Anwendung der Metonymien auftritt, da doch hier R. Jose solche zuläßt; an und für sich sei es aber den heiligen biblischen Schriften gar nicht angemessen Wortvertauschungen anzuwenden, die aller Natürlichkeit ferne und jedem Sprachgebrauch fremd seien. Reifmann will nun wenigstens R. Äose von diesem Vorwurf durch die auf nichts gegründete Correktur retten, daß die Regel heiße: ein Wort, das nur für sich und nicht für ein anderes gebraucht wird. Die Zaghaftigkeit, mit der er diese Correktur vorlegt, erlaubt uns wohl darüber hinweggehen zu dürfen. Die 27. Mida ist nicht einmal aus den Beispielen recht erklärlich. Katzenellenbogen will die Paronvmasie darin finden, was aber weder in dem mewaal noch in den Beispielen liegt. Der Berf. liest aber byva und hält solches für die Abbreviatur von 'b bv bei: yneb wozu er nun natürlich audere treffende Beispiele giebt. Die 29. ist nach R. der Parallellismus, und die Beispiele die, er vvrführt, sind daher natürlich auch von den früheren agadischen verschieden. Die schwierigsten Midoth, die der Verf. nicht für die biblische Exegese verwenden konnte, sind 29 und 30 {naa'a und ,pp-nö,o; ersteres korrigirt er daher in was die Buchstabenverwechslung sein soll, und letzteres läßt er bei dem gewöhnlichen Wortsinn: Abbreviaturen, die er in der Bibel finden will, und behauptet, daß die Abbrev. die ersten Rudimente der Schreibkunst gewesen wären (!!), während er doch —1 aus unfern brieflichen Mittheilungen — wohl weiß, daß man sich in den ältesten Zeiten der Abbreviaturen auf Denkmälern zur Raumersparniß bei Eingrabung der Inschriften nur bei bekannten Namen und Titeln und sonst im Geschäftsleben nur bei oft vorkommenden Wörtern bediente. So steht z. B. auf makkabäischen Münzen die Abkürzung u'w für '2 ro«. Das Notarikon, das Spielzeug der Agadisten, hat aber gar nichts mit den „Notae“ der Römer gemein, diese waren nämlich stenographische Zeichen für die Geschwindschreiber im Senat, die Erwins erfand, und bestanden aus 1100 Zeichen, wozu Tiro, ein freigelaffener Ciceros, noch Zeichen für die Präpositionen beigefügt hatte; im gewöhnlichen Verkehr und in der Gelehrtenwelt wurden aber, wie gesagt, nur bekannte Namen und oft vorkommende Worte abgekürzt. Es wird aber noch keiner in einer alten Handschrift eine Abkürzung gefunden haben, denen ähnlich, die Reifmann der Bibel aufbindet wie z. B. Nroyr----b2dr 1C2?2 8in. Der Berf. hätte sich übrigens wohl mit der einen Form von Abk. begnügen können, wie: b2pi --- ibupr (Esther 9, 23), wozu er auch noch ■9: w'8; n»na=nsari2 und andere dergleichen hätte beifügen können, die aber allerdings Gannach in Rikmah S. 156 zu den Ellipsen rechnet. — Wir können nicht unterlassen hierbei auf die entgegengesetzten Extreme, die bei der biblischen Exegese neuerdings aus Licht resp. aus dem Licht treten, aufmerksam zu machen. Während wir hier in Reifmann das äußerste Extrem der Willkührlichkeit und Ungebundenheit sehen, finden wir das andere Extrem in der dogmatischen Beschränkheit eines neuen Exegeten, der nicht einmal den Parallelismus in der Bibel gelten lassen will und sich überhebt, von einer Jnterpretationsregel, die von den alten Exegeten angewendet wird und uach R. auch von R. Jose aufgestellt ist, zu sagen, sie sei „eine unwürdige Jnterpretationsbrücke. Kaum Kinder, höchstens Betrunkene mögen yoy bos gedankenlos lallen". Dieser Satz allein genügt wahrlich das Verdammungsurtheil über die ganze romantische Exegese zu fällen. 4) Von Zomber in Berlin erschien eine kleine Abhandlung über die Commentaren von Raschi zu den Traktaten Nedarim und Moed katan. Mit der größten Gründlichkeit und einem großen Aufwand von talmudischer Gelehrsamkeit hat der V. bewiesen: daß der ge-> druckte Commentav zu Nedarim nicht von Raschi selbst, sondern von seinen Schülern verfaßt sei; daß Raschi zu M. katan einen zweiten verbesserten Commentar verfaßt habe, der uns indem sogenannten Rafchieommentar

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