Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-08-20 · Heft 34 (20.8.1867) · p. Seite 676

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 34 (20.8.1867)
Date
1867-08-20
Page
Seite 676 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/3224737-3226581-3226616--25253-3260747
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

676 druckt wurde, in der er einiges hinzu gefügt hat, nach welcher Ausgabe die franz. Uebersetzung von Simanville gemacht ist. Rolin scheint nach der ersten Ausgabe übersetzt zu haben; daher fehlen e. 3, l die Zweigarbeiten (Toldo ih), in c. 5 der Abschnitt 3 über die Proselyten, über die Auferstehung und Seelenwanderung. — Der behandelte Stoff ist natürlich geeigneter für die hebräische Sprache, als für eine andere, und rnan könnte daher die Uebßrsetzung für das Original halten, wozu noch die SpWchgewandtheit des Uebersetzers viel beitragt. Nur eiinge Stellen scheinen uns unkorrekt, oder vielleicht zu wörtlich übersetzt zu sein. Ab. 3 c. 1 tz. 3 übersetzt nämlich Robin: „In kalten Ländern darf man im Winter den Ofen vor Sabbat von einem Nichtjuden Heizen lassen, wenn der Ofen nicht zu einer Selbstheizung eingerichtet ist," oder man bbo -nrn yauB; Simanville übersetzt hier: 0U ils demcurenl saus feu; Abs. 2, 5 §. 2 übersetzt S.: „Einige verbreiten in Wort und Schrift die Verläumdung, daß die Inden täglich schwören, die Nichtjudeu zu betrügen;" Robin übersetzt: daß die Juden nnnm und daß sie es verdienstlich finden, die Nichtjuden zu betrügen. Abs. 4, 2 §. 6 ist statt n ein Druckfehler. Die beigefügten Noten von R. haben reformistische Tendenzen. Die halbwüchsigen, nock auf keinen festen Füßen stehenden Theologen dürsten sich biefext gesinnungstüchtigeu Greis zum Borbild nehmen. Eine werthvolle Zugabe zu diesem Schriftchen sind die von Jellinek gegebenen Auszüge aus dem in Smyrna gedruckten Kirjath Sefer von Meiri. — (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 9. August. (Privatmitth.) In einem von dem „geschäftsleitenden Ausschuß der national-liberalen Partei" versandten Rundschreiben heißt es: „Ferner wird es Sache des Reichstages sein, das allgemeine deutsche Staatsbürgerrecht gesetzlich zu verwirklichen, dessen Prinzipien auch auf die gewerblichen Gebiete auszudehnen und mit Energie dem Widerstand zu begegnen, den der Partikularismus einiger zurückgebliebener Zwergstaaten dagegen ererheben könnte." Wir wollen wünschen, daß desfallsige Anträge in angemessener Weise vor den Reichstag gebracht, von ihm angenommen und durchgesetzt werden. Bekanntlich stehen der Verwirklichung des in der Verfassung des norddeutschen Bundes verbürgten Jndigenats aller Angehörigen der Staaten dieses Bundes zwei Schwierigkeiten entgegen, die, so lange sie nicht gelöst werden, jenes Jndigenat zu einem großen Theile illusorisch machen, nämlich die verschiedene Gewerbegesctzgebung und die verschiedene Rechtsstellung der Confessionen in den einzelnen Staaten. Wie wir gemeldet, haben bereits das Königreich Sachsen und das Fürstenthum Reuß hinsichtlich der Confessionen alle Hindernisse beseitigt, wohingegen die beiden Mecklenburg, die anderen thüringischen Länder, auch Schaumburg und Waldeck noch keinen Fuß gerührt haben. Das letzte freilich wird durch seine Accession an Preußen bald aus der Reihe dieser retrograden Staaten verschwinden. Bonn, im Aug. «Privatmitth.) Der Schaden, den das Feuer in der Synagoge zu Cöln angerichtet, ist nicht so bedeutend, wie anfänglich geglaubt worden. Er schlägt sich jetzt auf 5000 Thlr. an, doch wird die Reparatur, da sie eben besonders die Ausschmückung der Wände betrifft, eine längere Zeit in Anspruch nehmen. — Dem preuß. Abgeordneten Lasker ist in Freiburg «Baden), wo er sich zur Erholung aufhält, ein großes Festmahl gegeben worden, wo die von ihm gehaltene politische Rede großen Beifall erntete. — Aus Mecklenburg wird geschrieben, daß die Regierung den Israeliten die besondere Steuer von 10—20 Thlrn., welche diese bei Erlangung einer „Concession" zum Gewerbebetriebe zahlen mußten, erlassen hat — ein. kleiner — aber doch ein Schritt. Ob man sich durch ihn im Gehen üben will? Nun, was man nicht will, muß man zuletzt! — In Beckum (Westphalen) wurde am 12. Juli eine neue Synagoge unter allgemeiner Betheiligung der dortigen Bevölkerung eingeweiht. Die Predigten, die der Religionslehrer der Gemeinde dabei hielt, werden vom Berichterstatter im „Beckumer Kreisblatt" sehr gerühmt. — Am 12. Sept. wird eine neue Synagoge in Sinzig Rheinland) eingewecht. — Cöln, 12. Aug. lPrivatmitth.) In diesen Tagen wird hier geräuschlos der Grundstein zu einem schönen,

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.