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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1867-08-20 · Heft 34 (20.8.1867) · p. Seite 677

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
31 (1867)
Issue
Heft 34 (20.8.1867)
Date
1867-08-20
Page
Seite 677 (sequence 9)
Language
German
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677 segensreichen Werke gelegt werden. Die Brüder Elzbacher, theils hier, theils in Amsterdam ansässig, beabsichtigen, ein jüdisches Asyl für Kranke und bedürftige Greise zu gründen; sie haben bereits ein Grundstück erworben und den Bau begonnen. Zur Verwaltung haben sie ein Comit6 berufen, das sich jetzt mit der Berathung des von Herrn Di-. Philippson in Bonn ausgearbeiteten Statuts beschäftigt. Da eine solche wohlthätige Anstalt für Juden in der ganzen Rheinprovinz noch nicht existirt, so ist das Verdienst der freigebigen Gründer um so anerkennungswerther. Möge der Bau gedeihen, und seiner Bestimmung recht bald übergeben werden können. Frankfurt am Main, 9. Aug. (Privatmitth.) Die hiesige israelitische Realschule hat gleich den preußischen Schulen dieses Ranges .das Recht erhalten, daß ihre Abiturienten zum einjährigen Militärdienste berechtigt sind. Es ist ihr dieses ohne die Bedingung ertheilt, keine christlichen Zöglinge mehr aufzunehulen. Die Schule, welche der letzteren eine große Zahl hat, sorgt auf das Beste für den Religionsunterricht jeder Confession durch die bezüglichen Geistlichen. Hamburg, im August. (Privatmitth.) Die hiesige portugiesisch-jüdische Gemeinde hat ihre neue Statuten zu Stande gebracht. Freilich war die Arbeit viel leichter als die der deutschen Gemeinde, nicht nur weil diese Gemeinde klein, höchstens 50 Familien, 250 Seelen stark ist, sondern weil in ihrer Mitte kein Drängen nach neueren Cultusformen existirt', weil die wenigen Aristen den ganzen Einfluß chaben und weil der Nihilismus dort wenig Verwüstungen anrichtet. Orthodoxe hat diese kleine Gemeinde wenige und sie kauft ihr Koscherfleisch von uns, weil sie keinen eigenen Schächter ernähren kann; allein das Gefühl der Zusammengehörigkeit ist bei ihr sehr stark und so wie sich dort Niemand genirt Mordechai oder Ahron oder Abigail zu signiren, so schämt sich auch Keiner, überall als ein Jude aufzutreten — was freilich mit dem Ichmkenessen gar nichts zu thun hat. In unserer deutschen Gemeinde ist die Statntenfabrication auch meist vollendet, da sich die Antagonisten um einen Geld-Comproniß geeinigt haben. Steht nur dahin, ob der Senat, dessen Bestätigung gesetzlich Vorbehalten ward, eine Gemeinde als eine Religionsgenossenschaftanerkennen wird, die von vornherein sagt, mit dem CMus habe sie nichts zu thun, den habe sie zwei in ihrer Mitte bestehenden Verbänden (im Grunde nichts anders als Chebroth) übergeben. — Dr. Michael Bernahs von hier, welcher jetzt in der belletristischen Welt sich obenauf macht, hat vor Kurzem eine Kritik über gewisse Belege herausgegeben, ivelche William Shakespeare durchaus 'zu einem Katholiken machen wollten. Hätte er die gleiche kritische Kraft an die Dokumente gesetzt, die Jesus von Nazareth zu einem Messias und mehr stempeln wollen, er wäre schwerlich zu dessen Fahne übergetreten. Baden-Baden, im August. (Privatmitth.) Am 18. Juli fand hier die Einweihung eines israelitischen Betsaales durch den Bezirksrabbiner Herrn Leopold Schott zu Bühl statt, wozu sich die geistlichen und weltlichen Behörden nebst vielen anderen ausgezeichneten Persönlichkeiten eingefunden. Es ist dies besonders bemerkenswerth, weil bis jetzt noch keine israelitische Gemeinde hier besteht und bis vor Kurzem die Erlaubuiß zur Herstellung einer Synagoge verweigert worden war. Besonders durch Bemühungen des Herrn Rabbiners Schott wurden von den israelitischen Kurgästen, so wie aus den Gemeinden Karlsruhe und Mannheim Mittel zur Herstellung dieses Betsaales gesammelt. — Allein alle diese Anstrengungen hätten noch lange nicht zum Ziele führen können, wenn nicht Herr Benjamin Levy aus Straßburg aus eigenen Mitteln die Ausstattung des Betsaales bestritten, sogar die Einweihungskosten übernommen und dadurch ermöglicht hätte, daß die bereits angesammelte Summe als Reservesond unangetastet bleiben konnte. Die ehrende Auszeichnung, welche dem edlen Geber, der mit seiner Familie anwesend war, zu Theil wurde, war daher eine überaus wohlverdiente. — Die ganze Feier, so wie insonders die Jestpredigt des Herrn Schott sprachen sehr an, und man fühlte sehr wohl den Geist der Gottesfurcht und der Menschenliebe, der aus der Predigt wehete. Schweiz. Bern, 13. Juli. (Privatmitth.) Wie wir bereits berichtet haben, sind die Verhandlungen über einen Handelsvertrag zwischen der Schweiz und Holland 34

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