Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 31 (1867)
- Issue
- Heft 33 (13.8.1867)
- Date
- 1867-08-13
- Page
- Seite 654 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Es wird übersetzt: Kap. t V. 27 inbara mit „in einer seiner würdigen Hülle." — 2 — 19 iam mit „da trieb Gott alle Thiere u. s. w. von der Menschen Erde zusammen." — 3 — 16 m-iN min „deine Entsagung und Empfängniß werde ich noch größer sein lassen." — ll — 7 nbam „so wird dort ihre Sprache welk werden." — 25 — 28 rea T'X 13 „denn er ward auch Träger mit dem Munde." — 40 — 16 i*in ■'bo „Körbe von vornehmem Ansehen." — 44 — 5 13 izsnr en: „er hat einen Ahnungsglauben an ihn." — 49 — 4 mir b« omaD INS „jedoch eine dem Wasser gleiche Haltlosigkeit läßt den Vorzug nicht zu." — 50 — 26 -pii« Dirnn „er wurde nach seinem Willen in einen Sarg gelegt." Freiern Spielraum hat die Erläuterung und sie benutzt ihn im vollsten Maße. Sie soll wohl ein viis sein, in welchen der Leser eingeführt und worin ihm zu seinem freudigen Staunen und hohen Entzücken Proben der vier bekannten Erklärungsweisen: wios (einfache Auslegung nach dem Wortverstande), ini (allegorische Auffassung), will (freie Entwicklung des Schriftgedankens mit Nutzanwendung auf die Gegenwart), und me (esoterische Belehrung über Glaubensgeheimnisse) wie goldene Aepfel in silbernen Schalen geboten werden. In der That aber ist sie ein Sammelsurium, ein Kaleidoskop und richtiger Phauleidoskop von allerlei archäologischen, dogmatischen, liturgischen, moralischen und sprachlichen Bemerkungen, welche jedenfalls ebenso viel Unsinn als Sinn enthalten. Wie es mit deren Richtigkeit und Wahrheit bestellt sei, möge ein und zwar ein recht praktisches Beispiel zeigen. An drei Stellen des Buches (S. 200, 329 und 600) wird aus einer falschen Etymologie des Wortes bbs weitläufig der Satz deducirt: „Jüdisches Beten ist nicht von innen heraus, sondern von außen herein." Schlagen wir nun die Schriftstellen auf, worin dieses Wort vorkommt, so wird da immer nur von einem Gebete von innen heraus die Rede sein. Warteten etwa Moses (4. Mos. II, 2. 21, 7), Chana (I. Sam. I, lv. 2, 1), Samuel (1. Sam 8,, 6), Elisa. (2. Kön. 4, 33. 6, 18), Chiskia (2. Kön. 19, 15) und Jona (Jon. 2, 2. 4, 2) bei ihren Gebeten, bis.„man ewig geltend bleibende Wahrheiten von außen ihrem Innern zugeführt?" Empfiehlt Salomo (l. Kön. 8, 38) der Gnade des Herrn nicht jegliches Gebet und jegliches Flehen, das von einem Menschen, von einem Israeliten ausgeht, der die Plage seines Herzens kennt und seinen Gefühlen und Wünschen selbst Worte gibt, nicht von Andern leihen läßt? Es kann dem Hrn. Verfasser nicht unbekannt sein, daß der Gebrauch bestimmter, feststehender Gebete aus später nachbiblischer Zeit stammt; heißt es nun den biblischen Text aus sich selber erklären, wenn man dabei auf so nachgeborene Institute rekurrirt? Der Herr Verfasser hält bbs für sprachverwandt mit bb3, welches Wort uns eine Erklärung des Talmuds in Erinnerung ruft: ■pi-rn mi in« b33 ■’«» nnbna nbiba naioaa i-tbiba sipna itbiba. Was bedeutet das Wort Babel? Rabbi Jochanan sagte: Es herrscht darin Verwirrung in Beziehung auf das Schriftwort, auf die Mischna und auf den Talmud. (Sanhedr. 24".) Nun wir gestehen, babylonische Verwirrung haben wir in seinem Werke genug gefunden. IV. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Oppeln, 23. Juli. (Privatmitth.) Die hiesige Gemeinde gehört nicht zu den kleineren Oberschlestens und erfreut sich schon seit 25 Jahren eines geregelten Gemeindewesen, eines geläuterten Gottesdienstes; es befindet sich seit dieser Zeit in der hiesigen Synagoge eine Kanzel, von der herab das Wort des Predigers zündend und belehrend auf die Gemeindemstglieder wirkt. Wenn, sich wahres religiöses Leben im Wachsthmn documentirt, so zeugen die vielen Der' eine, welche hier existien, wie omon mbnaa man, nsmp nian, ms: man, die alle fromm mit einander wetteifern, die Thränen des Unglücks zu trocknen, am besten davon, daß das Feuer religiösen Sinnes hier nicht weniger als in anderen Gemeinden flammt. Besonders reich ist aber Oppeln an edlen, wohlthuenden Frauen, welche überall, wo es gilt, dem Bedrückten aufzuhelfen, den Nothleidenden beizustehen,